„Dieser Knochenjob ist kein Ministersessel“

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„Bei der Feuerwehr muss mit 60 Feierabend sein„.

Die Landesregierung plant die Altersgrenzen für die Beamtinnen und Beamten des feuerwehrtechnischen Dienstes für die Laufbahngruppe 1 von 60 auf 61 und für die Beamtinnen und Beamten der Laufbahngruppe 2 von 60 auf 62 Jahre anzuheben.
Bei Feuerwehren und Gewerkschaften stoßen diese Pläne auf scharfe Kritik und Ablehnung, die sie seit heute Mittag mit einer 24stündigen Mahnwache vor dem Landtag zum Ausdruck bringen. Die SPD-Landtagsfraktion teilt die Kritik und hat den Antrag „Hände weg von der Altersgrenze! Den besonderen Belastungen im Feuerwehrdienst muss Rechnung getragen werden.“ (Drucksache 18/6854) in den Landtag eingebracht, über den am morgigen plenaren Donnerstag um 13.20 Uhr das Parlament abstimmen wird.

„Die Altersgrenze von 60 Jahren muss unbedingt erhalten bleiben. Statt sich für die Feuerwehrbeamtinnen im Einsatzdienst stark zu machen, fällt die Landesregierung den Kolleginnen mit den Plänen zur Anhebung massiv in den Rücken. Das ist absolut inakzeptabel. Die Begründung der Politik ist dabei schlichtweg falsch und keinesfalls wertschätzend. Der geplante Entwurf ist zum Nachteil aller, auf deren Unterstützung und Hilfe wir uns jederzeit verlassen können“, betont Sandra van Heemskerk, Landesvorsitzende der komba gewerkschaft nrw, in Düsseldorf.
Die komba gewerkschaft nrw ist sicher, dass eine höhere Altersgrenze weder dem demografischem Wandel noch dem Fachkräftemangel entgegenwirkt. Es ist sogar zu erwarten, dass dadurch mehr Kolleginnen in den frühzeitigen Ruhestand eintreten und zugleich erhebliche Einbußen in der Pension hinnehmen müssen. Feuerwehrbeamtinnen arbeiten in 40 Jahren Einsatzdienst mit wöchentlich 48 Stunden Arbeitszeit mehr als sechs Jahre länger als vergleichbare Beamt*innen. „Der jahrelange Einsatzdienst hinterlässt körperliche und seelische Spuren. Gesund bis zum Ruhestand ist für viele von uns schon heute nicht mehr möglich. Wir appellieren eindringlich an die Politik, unsere Altersgrenze nicht anzurühren“, macht Valentino Tagliafierro, Vorsitzender des Fachbereiches Feuerwehr und Rettungsdienst der komba gewerkschaft nrw, deutlich.
Die komba gewerkschaft nrw hat mit ver.di NRW zur Mahnwache aufgerufen.
Bereits am 26. Oktober fand eine gemeinsame Aktion vor dem Düsseldorfer Landtag statt.
Die Dachverbände DBB NRW und DGB NRW sowie weitere Mitgliedsgewerkschaften unterstützen die 24-Stunden-Mahnwache.

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