Festival Alte Musik Knechtsteden: 30 Jahre Vielfalt

Rheinische Kantorei; Foto: Thomas Kost

30 Jahre, 30 Festivals: Das Festival Alte Musik Knechtsteden feiert im September runden Geburtstag und blickt in seiner Jubiläumsausgabe auf eine ununterbrochene Reihe einzigartiger Festivalveranstaltungen zurück.
„30 Jahre Vielfalt“ lautet schlicht das Motto, unter dem sich eine illustre Riege Ehrengäste in zehn Konzerten vom 17. bis 25. September rund um das Kloster Knechtsteden versammelt.

Die programmatische Diversität steht ebenso zukunftsweisend wie rückblickend für die Festivalgedanken in Knechtsteden und den suchenden Geist seines Gründers und Intendanten Hermann Max. Im Jubiläumsprogramm fügen sich so instrumentale und vokale Programme aus Deutschland, Schottland, Italien und Tschechien von Barockoper über Oratorium, von Gregorianik bis Liedkunst zu einem Geburtstagsfest mit Alter Musik voller Kontraste.

Fest des Originalklangs von Gregorianik über Barockoper bis #Beethoven.Lab

Ex-Jubilar Beethoven wird im Auftaktkonzert mit der 6. Sinfonie „Pastorale“ und dem Violinkonzert op. 24 sowie Ausschnitten aus dem Oratorium „Die Könige in Israel“ aus der Feder seines Freundes und Biografen Ferdinand Ries nachgefeiert – ein Versprechen, das es zusammen mit dem dynamischen ensemble reflektor aus dem Vorjahr einzulösen gilt. Die Rheinische Kantorei und Das Kleine Konzert präsentieren unter Leitung von Hermann Max gleich drei gewichtige Vokalkonzerte, in denen sich die unverwechselbare Klangästhetik der Ensembles in Residence voll entfaltet: In einer (von Hermann Max edierten) Marienvesper von Alessandro Melani, in einem großen Motettenprogramm europäischen Zuschnitts und in einer Hommage an „Beethovens

Lehrmeister“ Luchesi, Neefe und Ries im Abschlusskonzert. – Zu Gast sind der furoremachende Tenor Simon Bode mit einem Belcanto-Recital, eine Barockopern-Revue mit Hits von Keiser, Händel, Mattheson und Telemann aus deren Zeit an der Gänsemarktoper mit dem Hamburger Ensemble Schirokko, ebenso wie die First Lady der Blockflöte Dorothee Oberlinger und ihr kongenialer Kollege Edin Karamazov an der Laute mit Großmeister Bach im Gepäck. Das Baseler Vokalensemble Voces Suaves widmet sich unsterblichen Monteverdi-Madrigalen, das Ensemble Hesperi aus London entführt das Publikum der Landpartie mit schottischer Musik und Tänzerin Kathleen Gilbert in die Highlands und das Prager Frauen-Vokalensemble Tiburtina stellt mit ihrem neuen Programm Prophetiae in der Gregorianischen Nacht ihren Ruf als Meisterinnen der mittelalterlichen Polyphonie unter Beweis.

Begleitet wird das Programm durch digitale Festivalproduktionen wie dem Beethoven.Lab oder der Virtual Reality-Serie Being Ludwig Van in der Festival-App, die über die Website aufgerufen werden kann. Mit neuen Podcast-Episoden und einem MOVIMENTO-Begleiter informiert die App schon vor

dem Festival und spielt mit allen Möglichkeiten, Originalklang zu präsentieren. Auch 2021 wird ein umfassendes Hygienekonzept Anwendung finden, das den aktuellen Anforderungen entsprechend ausgearbeitet wird. Das Festival rechnet mit einer begrenzten Sitzplatzkapazität.

Mit „MOVIMENTO – die musikalische Radtour am Rhein“ geht in der Jubiläumssaison ein neues Veranstaltungsformat in Kooperation mit benachbarten Veranstaltern und Kommunen an den Start. Am Tag des offenen Denkmals (12.9.) finden auf rund 28 Streckenkilometern von Schloss Benrath über Haus Bürgel, die Zollfeste Zons, den Straberger See, Kloster Knechtsteden und Schloss Arff Kurzkonzerte und Kleinkunst unterschiedlicher Genres statt.

Eine parallele Ausspielung der Konzerte über Streams sowie Radioübertragungen den

Medienpartnern Deutschlandfunk und WDR ist in Planung. Das Festival informiert fortlaufend über aktuelle Entwicklungen über seine Website www.knechtsteden.com.

Das Festival Alte Musik Knechtsteden sieht sich gut gerüstet für seine Jubiläumsausgabe, nichtsdestotrotz ist die finanzielle Situation in Knechtsteden wie für die gesamte Kulturszene weiterhin existenzbedrohend. In einem persönlichen Appell hat sich Intendant Hermann Max an die langjährigen Fans des Festivals und Freunde der Alten Musik gewendet und dafür geworben, das Festival auch persönlich durch Spenden oder einen Beitritt zum Freundeskreis für die Zukunft zu sichern: „Durch Corona sind wir bedroht, und können die Krisen-Folgen überhaupt nicht einschätzen. Aber Krisen entwickeln mitunter Gegenkräfte! In diesem Sinne hoffen wir auf die Kraft Ihrer Bereitschaft zu helfen.“ Die Mitgliedschaft im Freundeskreis sichert zudem Karten bereits vor dem offiziellen Start des Vorverkaufs.

Über das Festival Alte Musik Knechtsteden

Seit 1992 bis heute hat Gründer und Intendant Hermann Max das Festival – auch dank zahlloser CD- Einspielungen und der Verbreitung über die Partner WDR und Deutschlandfunk – mit einer Vielzahl musikalischer Raritäten in Eigenproduktion zu internationaler Bekanntheit in der Originalklang- Fangemeinde geführt. So wurde das rheinische Kloster Knechtsteden als Ort für Musik und Austausch zu einer akustischen Wunderkammer und zum Synonym für feinsten Originalklang in bisher nahezu

300 Konzerten. Davon wurden ca. 100 in Radiomitschnitten von WDR und Deutschlandfunk festgehalten und europaweit gesendet; etwa 20 hauseigene Knechtstedener Produktionen unter der Leitung von Hermann Max wurden als Einspielungen auf CD veröffentlicht.

Das Festival Alte Musik Knechtsteden wird gefördert durch BTHVN2020 aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises. Das Festival wird gefördert durch die GEMA und die Initiative Musik im Rahmen von Neustart Kultur aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Das Festival findet statt mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Neuss, der Stiftung Kulturpflege der Sparkasse Neuss, der Energieversorgung Dormagen, der RheinEnergieStiftung Kultur, Currenta, der Mangen-Stiftung, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, des Landschaftsverbandes Rheinland, des Rhein-Kreises Neuss und der Stadt Dormagen.
Medienpartner sind WDR3, Deutschlandfunk und die Neuss-Grevenbroicher-Zeitung.

Veranstaltung: 30. Festival Alte Musik Knechtsteden

Zeitraum: 17.-25.09.2021

Der Kartenvorverkauf startet am 9. August 2021 über KölnTicket, online unter www.koelnticket.de bzw. telefonisch unter 0221 2801 sowie an allen angeschlossenen VVK-Stellen.

Alle Konzerttermine im Detail:

Sonntag, 12. September 2021 (Tag des offenen Denkmals) / 9-19 Uhr

MOVIMENTO – DIE MUSIKALISCHE RADTOUR AM RHEIN

Kurzkonzerte und Kleinkunst entlang von 28 Streckenkilometern zwischen Schloss Benrath und Schloss Arff. (Programmdetails und Tickets unter www.movimento-fahrradkonzert.de)

Freitag, 17. September 2021 / 20 Uhr / Klosterbasilika Knechtsteden

ERÖFFNUNGSKONZERT – BEETHOVEN & RIES

FERDINAND RIES: „Die Könige in Israel“ (Ausschnitte), Konzert für Violine und Orchester op. 24

LUDWIG VAN BEETHOVEN: Sinfonie Nr. 6 „Pastorale“

Florian Donderer, Violine

Kerstin Dietl, Sopran; Matthias Vieweg, Bass ensemble reflektor

Thomas Klug, Dirigent

Samstag, 18. September 2021 /20 Uhr / Klosterbasilika Knechtsteden

MELANI – MARIENVESPER
ALESSANDRO MELANI: Marienvesper Solisten der Rheinischen Kantorei:

Pia Davila, Karin Gyllenhammar, Margaret Hunter, Veronika Winter Julie Comparini David Erler, Hans-Jörg Mammel, Georg Poplutz Matthias Vieweg und Ekkehard Abele

Das Kleine Konzert

Hermann Max

Sonntag, 19. September 2021 / 15 Uhr / Klosterhof Knechtsteden

LANDPARTIE – THE PHEASANT’S EYE
Schottische Barockmusik und Highland-Tanz Ensemble Hesperi London Kathleen Gilbert, Tanz

Sonntag, 19. September 2021 / 20 Uhr / Klosterbasilika Knechtsteden

BACH A DUE

Werke von Johann Sebastian Bach, teils in Bearbeitungen für Blockflöte und Laute Dorothee Oberlinger, Blockflöten Edin Karamazov, Laute

Montag, 20. September 2021 / 20 Uhr / Kreismuseum Zons

BEETHOVEN & BELCANTO

Lieder von Beethoven, Bellini, Donizetti, Rossini, Schubert

Simon Bode, Tenor

Simon Lepper, Klavier

Dienstag, 21. September 2021 / 20 Uhr / Klosterbasilika Knechtsteden

HOFFNUNG, GLÜCK UND LEID IM 17. JAHRHUNDERT

Werke von Schein, Schütz, Buxtehude, Charpentier, Carissimi, Blow, Purcell u.a.

Solisten der Rheinischen Kantorei:

Marie Luise Werneburg, Veronika Winter, Anne Bierwirth, Georg Poplutz, Matthias Vieweg

Das Kleine Konzert

Hermann Max

Constanze Backes, Moderation

Mittwoch, 22. September 2021 / 20 Uhr / Kulturhof Knechtsteden

DIE GÄNSEMARKTOPER IN HAMBURG

Opernszenen von Telemann, Händel, Mattheson und Keiser

Elisabeth Breuer, Sopran

Simon Bode, Tenor

Ensemble Schirokko Hamburg

Edzard Burchards, Leitung

Donnerstag, 23. September 2021 / 20 Uhr / Klosterbasilika Knechtsteden

GREGORIANISCHE NACHT – PROPHETIAE

Tiburtina-Ensemble Prag

Freitag, 24. September / 20 Uhr / Klosterbasilika Knechtsteden

VERWANDELTE MADRIGALE – MADRIGALE IN NEUEM GEWAND
Contrafactum und Original in der Musik

Claudio Monteverdis Qualen und Kreuzigung – Liebe und Lob

Vokalensemble Voces Suaves Basel

Samstag, 25. September 2021 / 19 Uhr / Klosterbasilika Knechtsteden

BEETHOVENS LEHRMEISTER

ANDREA LUCHESI: Miserere, Stabat Mater

CHRISTIAN GOTTLOB NEEFE: Concerto pour le Clavecin

FERDINAND RIES: Requiem, Dies irae

LUDWIG VAN BEETHOVEN: Kanon „Ars longa vita brevis“

Tobias Koch, Hammerklavier

Veronika Winter, Margot Oitzinger, Simon Bode, Matthias Vieweg

Rheinische Kantorei

Das Kleine Konzert

Hermann Max

Digitale Festivalproduktionen unter app.knechtsteden.com

BEING LUDWIG VAN – EINE VIRTUAL REALITY SERIE (2020)

Eine dreiteilige Virtual-Reality-Produktion aus dem Kopf und mit Musik von Ludwig van Beethoven.

Andrea Boehm Tettelbach, Schauspielerin

Wolfgang Rüter, Schauspieler Toni Ming Geiger, Klavier Jacquard-Quartett

Valerij Lisac, Video, Sounddesign, Regie & VR360°-Implementation

BEETHOVEN.LAB (2020)

Eine interaktive Reise anhand von Originalgemälden, Illustrationen, Zitaten und Klangbeispielen in

Beethovens Musikwelt

Daniel Frosch & Michael Rathmann, Konzeption, Bildredaktion & Texte

Niklas Rudolph, Konzeption, Webdesign & Realisierung

Marc Trompetter, Illustration

AUDIOWALK- DIE WINTERREISE (2020)

Ein Audiowalk auf den Spuren des Wanderers aus Schuberts Winterreise durch die Zollfeste Zons

Veronika Winter, Sopran Klaus Heidemann, Klavier Olaf Reitz, Sprecher

Niklas Rudolph, Konzept und Umsetzung