Flüchtlingszahlen bleiben hoch – Die Stadt schafft weiter neue Plätze

Beigeordneter Dr. Gert Fischer: „Stadt braucht dringend eine Atempause“

„Von einem Rückgang der Flüchtlingszahlen, über die verschiedene Medien berichten, ist in Mönchengladbach nichts zu merken. Eher das Gegenteil ist der Fall“, so Beigeordneter Dr. Gert Fischer, bei der Stadt zuständig für die Schaffung von Plätzen für Flüchtlinge, zur aktuellen Situation in Mönchengladbach.

Im Januar dieses Jahres wurden der Stadt durch das Land Nordrhein-Westfalen 288 Flüchtlinge neu zugewiesen, bis Ende Februar werden es weitere 480 sein. „Diese Größenordnungen liegen noch einmal deutlich über denen des ohnehin schwierigen Herbstes 2015“, ergänzt er. Möglich wurde die Aufnahme so vieler Menschen dadurch, dass Ende Januar und Anfang Februar mit zwei Leichtbauhallen am Gathersweg neben der Krahnendonkhalle und mit dem ehemaligen Hotel zur Post an der Bahnhofstraße in Rheydt zwei neue Einrichtungen in Betrieb genommen werden konnten.

Weiterhin dürfte ab Mitte dieser Woche auch die Belegung des ehemaligen Hotels Amadeo an der Waldhausener Straße möglich sein.
Fischer: „Damit haben wir im Januar und im Februar rund 650 Plätze neu geschaffen, aber in dieser Geschwindigkeit kann es unmöglich weitergehen. Auch wenn die Kollegen aus dem Fachbereich Soziales es in den letzten beiden Wochen geschafft haben, zusätzlich noch einmal rund 80 Plätze in Wohnungen zu binden, so brauchen wir jetzt unbedingt eine Atempause. Ich hoffe sehr, dass das Land seine Zuweisungen im März deutlich zurückfahren wird.“

Da das Land Nordrhein-Westfalen für 2016 mit ähnlich hohen Flüchtlingszahlen rechnet wie im vergangenen Jahr, arbeitet die Stadt weiter mit Hochdruck daran, zusätzliche Plätze zu schaffen.
In diesen Tagen beginnen Umbauarbeiten in der zurzeit leerstehenden ehemaligen Förderschule Hardt.
Hier können bis zu 100 Plätze geschaffen werden. Die Einrichtung soll möglichst noch vor Ostern bezugsfertig sein.

Gleiches gilt für zwei Leichtbauhallen auf einem städtischen Grundstück an der Kreuzung Monschauer Straße / Hehner Straße. Fischer stellt die Maßnahmen in den Zusammenhang: „Das sind alles keine Dauerlösungen, denn Leichtbauhallen haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Und auch ehemalige Schulgebäude sind alles andere als optimal. Aber die Alternativen sind noch schwieriger, denn das wäre die Belegung von weiteren Schulturnhallen. Das würden wir nur in der allergrößten Not tun, aber niemand kann garantieren, dass es in diesem Frühjahr nicht dazu kommt.“

Vor diesem Hintergrund spielt die große Einrichtung an der Krefelder Straße, die das Land Nordrhein-Westfalen auf einem ihm gehörenden Grundstück errichten wird, eine wichtige Rolle.

Die hier geschaffenen bis zu 1.000 Plätze werden der Stadt Mönchengladbach angerechnet, und entsprechend weniger Plätze muss sie schaffen. Fischer hält die Einrichtung an der Krefelder Straße auch aus anderen Gründen für eine gute Sache: „Diese Unterkunft ist auf Grund ihrer baulichen Strukturen nicht wirklich geeignet, Menschen längerfristig hier unterzubringen. Ich gehe davon aus, dass das Land sie eher als Reserve für Zeiten benötigt, in denen es besonders eng wird. Dann wiederum kann niemand vorhersagen, ob die Lage sich in den nächsten Wochen und Monaten verschärft oder entspannt.“