Hilfe für unverschuldet in Not geratene Kriminalitätsopfer

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FDP-Bundestagskandidat trifft Landesvorsitzenden des Weisser Ring e.V.

Opfer von Kriminalität erhalten schnelle und unbürokratische Hilfe, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Religion. So könnte man die Aktivitäten der 1976 gegründeten Organisation Weisser Ring e.V. umschreiben, aber es ist nur die Spitze des gesamten Engagements.

FDP-Bundestagkandidat Peter König sprach mit dem Landesvorsitzenden NRW/Rheinland (und Namensvetter) Bernd König, Leitender Oberstaatsanwalt im Ruhestand. „Wir haben ein gut funktionierendes Netzwerk. Für unsere mehr als 400 bundesweiten Geschäftsstellen sind rund 2.900 ehrenamtliche Opferhelfer und -helferinnen tätig. Über 46.000 Mitglieder unterstützen uns durch Beiträge und Spenden. Wichtig für uns sind auch die Geldauflagen, die für Vergehen festgelegt werden.“ beginnt Bernd König. „In allen Fragen bezüglich Opferhilfe und Opferschutz für beispielsweise Politik, Justiz und Verwaltungen sind wir kompetenter und anerkannter Ansprechpartner.“

„Ihr Ziel ist, Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind, unbürokratisch zu helfen. Wie gehen Sie vor?“ fragt Peter König. Oft kämen Personen über die Opferschutzbeauftragten der Polizei, erläutert Bernd König. Zunächst höre man den Opfern nur zu. Für manche sei die Sache danach bereits erledigt, nachdem sie sich alles von der Seele geredet hätten. Für alle weiteren Fälle ist neben ideeller auch finanzielle Hilfe gefordert, damit das Opfer sich einen Rechtsbeistand oder professionelle psychologische Beratung leisten kann. Die Beratung durch die Fachleute des Weissen Rings erfolgt entweder vor Ort, online oder telefonisch – auch anonym.  Durch gezielte Ansprache der Politik erreichte der Weisse Ring, dass der Opferschutz gesetzlich verbessert und hervorgehoben wurde.

Wie wird man Opferschutzbeauftragter beim Weissen Ring? Peter König weiß aus Erfahrung, dass es schwieriger geworden ist, ehrenamtlich Tätige zu gewinnen. „Das Fachwissen erlernen Interessierte in der Weisser Ring Akademie. Sie erhalten ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsprogramm. Hier nehmen auch externe Fachleute teil, die sich beruflich mit Opferschutz befassen.“ erklärt Bernd König. Der Umgang mit Opfern will gelernt sein.

Grundlage der Qualifizierung ist die EU-Richtlinie, die Mindeststandards für Rechte, Unterstützung und Schutz von Kriminalitätsopfern festlegt. Weiterhin arbeitet der Weisse Ring auf der Grundlage gegenseitigen Vertrauens und Wertschätzung für die Opfer mit vielen Organisationen und Einrichtungen zusammen.

Klare Vorstellungen hat Bernd König in Bezug auf die Frage von Peter König, was die Verantwortlichen des Weissen Rings vom Gesetzgeber erwarten. „Dass die Gesetze Verbesserungen für Opfer von Straftaten bringen.“ Der Weisse Ring engagiert sich in Gesetzgebungsverfahren und unterbreitet z. B. Vorschläge beim Strafrechtsschutz oder beim Opferentschädigungsrecht.

Die Gründung des Weissen Rings 1976 erfolgte durch Eduard Zimmermann, der bereits ab 1967 in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei erfolgreich viele nicht gelöste Verbrechen aufklärte in einer der bis heute bekanntesten, erfolgreichsten Fernsehsendungen „Aktenzeichen XY … ungelöst“. Eduard Zimmermann wollte über den Weissen Ring die Situation der Opfer von Straftaten stärken und ihnen professionelle Hilfe anbieten. Heute obliegt der Vorsitz Jürgen Ziercke, dem ehemaligen Präsidenten des Bundeskriminalamtes.

Die Mönchengladbacher Geschäftsstelle des Weissen Rings ist seit kurzem durch den Ruhestand des Stelleninhabers nicht mehr besetzt. Bernd König hofft, dass sich auf Grund des Gesprächs mit FDP-Bundestagskandidat Peter König Interessierte melden. Weitere Informationen unter www.weisser-ring.de