Hindenburgstraße: Busse sollen in einjährigem Test nur bergauf fahren

„Unser Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität und das Flaniererlebnis auf der Hindenburgstraße spürbar zu steigern. Mit der einjährigen Testphase, die auch Ferien und Feiertage umfasst, wollen wir jetzt zu aussagekräftigen Zahlen und Fakten gelangen, ob diese Lösung auch dauerhaft umsetzbar ist. Bisher liegen uns lediglich Hypothesen vor, da es immer nur eine provisorische Verlegung der Fahrtstrecken etwa aufgrund von Baumaßnahmen und Festen gab. Die jetzige Beschlussfassung ermöglicht noch die Einarbeitung in allen Fahrplänen zum Fahrplanwechsel. So ist für die ÖPNV-Nutzer die Umstellung transparent. Im laufenden Testbetrieb soll die Öffentlichkeit und die Politik über Auswirkungen informiert werden. Nur der Praxisbetrieb über diesen einjährigen Zeitraum macht für die Menschen eine gewonnene Aufenthaltsqualität erlebbar und gibt zugleich einen Blick auf die Auswirkungen im Straßenverkehr und zur Fahrgastentwicklung. Im Ergebnis müssen wir im nächsten Jahr dann nach dieser Gesamtabwägung eine endgültige Entscheidung treffen“, erklären die planungspolitischen Sprecher von CDU und SPD, Annette Bonin und Thomas Fegers.

Die Testphase wird sämtliche Linien bergab betreffen, die allesamt mit dem anstehenden Fahrplanwechsel im Juli vom Alten Markt über die Steinmetzstraße zum Hauptbahnhof geführt werden.
Ein Fachgutachter wird die einjährige Pilotphase engmaschig begleiten und analysieren.
Untersucht werden sollen insbesondere die Folgen der neuen Linienführung für die Fahrgastzahlen, die Veränderungen im Nutzungsverhalten (etwa Ein- und Ausstiegspunkte), die städtebaulichen Potenziale für die Hindenburgstraße, die erforderlichen baulichen Veränderungen (etwa zur Verbesserung der Barrierefreiheit) sowie die Auswirkungen auf Städtebau-Fördermittel.

Durch regelmäßige Zwischenberichte in der Bezirksvertretung Nord und im Planungsausschuss soll eine durchgehende Evaluierung durch Öffentlichkeit und Politik während der Testphase sichergestellt werden.

Busverkehr nur noch bergauf, nicht mehr bergab auf der längsten Einkaufsmeile der Stadt – zunächst testweise für ein Jahr: Das beantragen CDU und SPD mit einer Tischvorlage am kommenden Dienstag im Planungsausschuss.

Beachtung finden sollte in diesem Zusammenhang die Terminsituation, diese ist hier beschrieben.

2 Kommentare zu "Hindenburgstraße: Busse sollen in einjährigem Test nur bergauf fahren"

  1. Weniger Busse | 7. April 2016 um 14:04 |

    Da lese ich gerade auf einer Webseite, dass der Vertreter der Behinderten (VdK) in MG es gerne sähe, die Interessenvertreter aus Verbänden sollten bestimmen, wie der ÖPNV in Mönchengladbach zu funktionieren hat.
    Der Souverän, vertreten durch gewählte Politiker sollen dadurch wohl ausgehebelt werden.
    Das wird hoffentlich so nicht gelingen.
    Dieser Interessenvertreter, Leiter des VdK-MG, favorisiert ein Gutachten, dessen Neutralität zu verneinen ist. Beauftragt und bezahlt durch die NEW, hat der Gutachter selbstredend das Ergebnis geliefert, für welches er beauftragt wurde.
    Genau diesem soll jemand folgen?

  2. Das die vielen Busse in der Hindenburgstraße stören steht außer Frage, aber dass die GroKo nun eine zu recht fallen gelassene Idee wieder ausgräbt ist unverständlich.

    Für Menschen mit Sehbehinderung ist der Vorschlag eine Katastrophe und auch wenn es erstmal nur eine 1-Jahr-Testphase ist, ist das unzumutbar! Die An- und Abfahrts-Haltestelle wird so räumlich völlig getrennt (verschiedene Straßen). So wird es extrem schwer sich zu Orientieren wenn jemand nichts sieht.

    Aber auch Menschen mit Rollatoren und Rollstuhlfahrer werden bei diesem Vorschlag nicht gut „wegkommen“.

    Wegen der Barrierefreiheit müssen meines Erachtens zwei Punkte erfüllt sein:

    1) Auf der Hindenburgstraße muss ein hoch und Runterfahren mit dem Bus möglich bleiben.

    2) Unnötiges Umsteigen zwischen Busstrecke Hindenburgstraße und der weiteren Buslinie muss vermieden werden, was also gegen Pendelbusse spricht.

    Um trotzdem die Busse in der Hindenburgstraße auszudünnen ginge also folgendes:

    Viele Linien die ähnliche Ziele haben fahren durch die Hindenburgstraße. Davon muss nur eine Linie die Hindenburgstraße bedinen. Die anderen fahren Außenrum und sind so sogar schneller. Damit reduzieren wir die Busse auf der Hindenburgstraße und beschleunigen gleichzeitig die Fahrzeiten.

    Soweit als kurzer Kommentar, aber noch mal zu zwei Punkten eine ausführlichere Erklärung:

    1) Mal etwas länger die Situation für Menschen mit Gehbehinderung (Rollator/Rollstuhl):

    Stellen wir uns einen fast üblichen Einkaufsbummel vor (verkürzte Fassung). Start Europaplatz, Bus bis Kaufhof, zwar kein passendes Hemd aber ne schöne Krawatte gesehen, nur passt die dann später zum noch zu kaufenden Hemd?

    Also erstmal weiter mit Bus eine Haltestelle zum Minto, das fast perfekte Hemd gefunden, aber lieber noch mal zu SinnLeffers schauen ob es nicht was besseres gibt.

    Soweit mit Bus und Rollator ok wie eh und jeh.

    Nun aber ist das Hemd im Minto doch besser. Also längerer Weg zur „Abfahrt“ Richtung Minto, hier angekommen ist die Haltestelle sogar recht nahe dran, also Hemd gekauft.

    Nun passt dann aber auch die schöne Krawatte im Kaufhof dazu, also noch eine „Abfahrt“ zum Kaufhof und hier ist der Weg wieder länger. Nach dem Krawattenkauf wieder den längeren Weg und ab zum Ausgangspunkt Europaplatz.

    Der CDU Vorschlag nimmt also bewußt in Kauf, dass alle die mit Hilfe eines Bus „runter bummeln“ müssen längere Wege haben.

    2) Wie und welche Linien raus nehmen?

    Mal als Beispiel die Linien von der Innenstadt Richtung Hardt. Zur Zeit fährt die 013 und die 023 nach Hardt, beide fahren weitestgehend die gleiche Strecke. Und zu diesen beiden Linien parallel aber auch nach Hardt fährt die 003 und die 033.

    Und alle vier Linien fahren über die Hindenburgstraße!

    Unnötig, eine Linie reicht und die anderen drei werden für alle Interessanter, die nur von Hardt zum HBF wollen.

    Und da wir eh gerade den Netzplan neu erstellen lassen, können in die Richtung anforderungen gestellt werden. Sprich wo Linien noch nicht so einfach zu trennen sind wie im Beispiel Hardt, könnte aus jetzt einer Linie zwei werden, die eben minimal anders fahren aber in der Summe nicht öfter. Sprich es bleibt kostenneutral.

    Ich bin der Überzeugung, dass wir damit allen Anforderungen von Erreichbarkeit Hindenburgstraße, Barrierefreiheit und beruhigung der „Fußgängerzone“ (!) gerecht werden.

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