Hochschule Niederrhein: Projekt zur bildungsadäquaten Beschäftigung von geflüchteten Akademikern

Mit Studienabschluss aus dem Ausland noch einmal studieren oder es direkt auf dem Arbeitsmarkt versuchen? Geflüchteten Akademikerinnen und Akademikern stellen sich viele Fragen.

Viele der nach Deutschland geflüchteten Menschen haben einen akademischen Abschluss, einschlägige Berufserfahrung – und finden dennoch keine Beschäftigung, die zu ihren Qualifikationen passt.

An der Hochschule Niederrhein läuft jetzt das Projekt Profi/HN an, das geflüchteten Akademikerinnen und Akademikern eine bildungsadäquate Beschäftigung auf dem deutschen Arbeitsmarkt ermöglichen soll. Es ist eins von bundesweit 17 Hochschulprojekten, die vom DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) gefördert werden.

Für die Hochschule Niederrhein ist es das dritte Projekt, das sich damit beschäftigt, wie geflüchtete Menschen ins Studium oder in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Welche Chancen gibt es, an vorhandene Qualifikationen anzuknüpfen? Wann lohnt sich der Erwerb eines deutschen Hochschulabschlusses? Mit Fragen wie diesen können sich geflüchtete Akademiker an die Mitarbeiterinnen des Projekts wenden.

Den Geflüchteten wird mit Informationen und individueller Beratung bei der Entscheidung für ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg geholfen. Wer sich für ein Studium an der Hochschule Niederrhein entscheidet, erhält praktische Hilfestellung vor Studienbeginn, zum Beispiel bei der hochschulinternen Anerkennung von Studienleistungen. Den Studierenden ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge stehen studentische Mentorinnen und Mentoren zur Seite, die bei der Orientierung und Studienorganisation oder bei konkreten fachlichen Fragen zur Verfügung stehen.

„Die Angebote des Projekts stellen eine Ergänzung zu bereits bestehenden Hochschulangeboten dar“, erklärt Flavia Nebauer, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsinstitut So.con der Hochschule Niederrhein das Projekt koordiniert. „Ein Ziel des Projekts ist, dass Selbsthilfestrukturen entstehen oder ausgebaut werden, damit sich internationale Studierende gegenseitig helfen. Sie erhalten durch den Austausch nicht nur wertvolle Tipps, sondern fühlen sich auch ermutigt und erleben sozialen Rückhalt“, sagt Nebauer.

Beispielsweise gibt es im Rahmen des Projekts ein Kommunikationstraining, in dem sprachliche Kompetenzen erweitert werden. Beim Berufseinstiegstraining stehen der Erwerb von Bewerbungskompetenz und Arbeitsmarktwissen im Fokus. Das Programm läuft bis Dezember 2021. Übergeordnetes Ziel ist, dem für viele Bereiche konstatierten Fachkräfteengpass entgegen zu wirken. Darüber hinaus soll ein Beitrag zur Schaffung internationaler Strukturen an deutschen Hochschulen geleistet werden.

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