Interkulturelle Familienbibliothek präsentiert sich in der Hauptstraße

Das deutschlandweit einmalige Pilotprojekt legt Anker in der Fußgängerzone

[pmg] Am 5. Januar eröffneten Quartiersmanager Oliver Schulitz, Brigitte Behrendt, Leiterin der Stadtbibliothek, und Arno van Rijn, Leiter der Stadtteilbibliothek Rheydt, in einem Ausstellungspavillon in der Hauptstraße 20 vor der City-Werkstatt einen mit Bücherregalen und gemütlichen Sitzmöbeln bestückten Präsentationsraum, in dem in den nächsten zwei Monaten auf das Angebot der Interkulturellen Familienbibliothek hingewiesen wird.

Mit der Interkulturellen Familienbibliothek, die in der Stadtteilbibliothek Rheydt im Karstadt-Haus untergebracht ist, leistet die Bildungs- und Kultureinrichtung Pionierarbeit.

Sie ist bundesweit die erste Großstadtbibliothek, die auch an Samstagen und sogar Sonntagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet hat und mit drei jeweils wechselnden unterschiedlichen Programmpunkten deutsche wie ausländische Mitbürger gleichermaßen anspricht.
Die Einrichtung der Interkulturellen Stadtteilbibliothek zählt als Teilprojekt zum Stadterneuerungsprogramm „Soziale Stadt Rheydt“.
Das Gesamtziel ist, den Stadtteil attraktiver zu machen und das Interesse der Anwohner an der Mitgestaltung des Bildungslebens zu erhöhen.
Integration lautet das oberste Ziel dieser Interkulturellen Familienbibliothek als Ort für Menschen verschiedenster Kulturen und Sprachen.

„Mit der Anfang Dezember gestarteten interkulturellen Familienbibliothek verstärken wir die Zielgruppenarbeit für Familien und Menschen mit Migrationshintergrund“, erläutert Brigitte Behrendt.
„Integration ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe, wobei wir nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund ansprechen wollen“. So werden an jedem Freitag um 15 Uhr Führungen durch die Interkulturelle Familienbibliothek in deutscher Sprache und samstags um 12 Uhr in türkischer Sprache angeboten.
Darüber hinaus findet an jedem zweiten und vierten Wochenende in Zusammenarbeit mit der RAA (Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien) die Veranstaltung „Wortreich – Rheydt liest (vor)“ statt.
In Kooperation mit dem Theater steht an dem jeweils dritten Wochenende „Ausdrucksstark – Rheydt spielt Theater“ auf dem Programm, während jeweils am ersten Wochenende „Klangvoll – Rheydt macht Musik“ in Kooperation mit der Musikschule angeboten wird.
Der bisherige Erfolg gibt den Machern Recht: An den ersten drei Wochenenden zählte die Bibliothek rund 1.000 Besucher und 1.300 Ausleihen. Mit der Präsentation Im Pavillon vor der City-Werkstatt will die Bibliothek verstärkt neue potenzielle Kundenkreise erschließen.

Dass die Interkulturelle Familienbibliothek, ein zunächst auf drei Jahre angelegtes Pilotprojekt, in der Rheydter Stadtteilbibliothek angesiedelt ist, hängt unter anderem auch mit der seit langem schon bewährten Ausrichtung der Einrichtung in Sachen Sprachen, Sprachförderung und dem Erlernen der deutschen Sprache zusammen: „So konnte die bereits in den 1970er Jahren eingerichtete türkische Buchabteilung im Laufe der Jahre kontinuierlich erweitert werden.
Heute werden hier sogar Filme in türkischer Sprache, aber auch Bücher in arabischer und griechischer Sprache angeboten“, betont Bibliotheksleiter Arno van Rijn.

„Lesen und Sprache sowie die Begegnung unterschiedlichster Kulturen ist ein wichtiger Teilaspekt im Projekt Soziale Stadt, dessen vielfältige Aktivitäten wir in der City-Werkstatt koordinieren und unterstützen“, so Quartiersmanager Oliver Schulitz. „Da bietet sich eine Präsentation der unterschiedlichsten Projekte in unserem Ausstellungspavillon geradezu an“.
Ebenso in der City-Werkstatt untergebracht ist die City-Koordinatorin Nina Schuster, die sich als Ansprechpartner für den ortsansässigen Einzelhandel und die Gastronomie versteht.
Sie begleitet die Umsetzung des Innenstadtkonzeptes Rheydt, das mit dem Start der Umbaumaßnahme auf dem Rheydter Markt im Sommer auch baulich auf die Baustelle gehen wird.