Internationaler Aktionstag Gegen Gewalt an Frauen

Nein zu Gewalt an Frauen © Stadt MG

Der 25.November wird jährlich dazu genutzt, um auf das unverändert hohe Ausmaß an Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen.

Auf der ganzen Welt steht am 25. November der Kampf gegen Gewalt an Frauen im Mittelpunkt. Darauf macht auch die Gleichstellungsstelle der Stadt aufmerksam.
Häusliche Gewalt ist auch in Deutschland erschreckende Realität: Jede dritte Frau ist mindestens einmal von sexueller und/oder körperlicher Gewalt betroffen. Jede Stunde wird eine Frau in Deutschland Opfer von Gewalt. Dazu zählen sexuelle Belästigung, Stalking und psychische Gewalt ebenso wie Vergewaltigung, Missbrauch und häusliche Gewalt. Jeden Tag versucht ein Mann seine Frau umzubringen. Alle drei Tage stirbt eine Frau durch die Gewalt ihres (Ex-) Partners. Mädchen und Frauen mit Behinderung erleben je nach Gewaltform sogar zwei bis dreimal häufiger Gewalt als der Bevölkerungsdurchschnitt.

 Mit Ratifizierung der sogenannten Istanbul-Konvention hat sich Deutschland im Februar 2018 verbindlich verpflichtet, jeglicher Form von geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Gewalt wirksam zu begegnen und gewaltbetroffene Frauen und Mädchen umfassend zu unterstützen. Dabei sind auch die Kommunen gefordert, Maßnahmen zur Prävention und Intervention zu entwickeln und umzusetzen. In Mönchengladbach ist die Gleichstellungsstelle mit dem „Arbeitskreis Gegen Gewalt in Beziehungen“ (Frauenhäuser, Frauenberatungsstelle, Polizei und Gleichstellungsstelle) schon seit 2001 aktiv. Der Arbeitskreis sensibilisiert und informiert durch öffentlichkeitswirksame Aktionen und Fachtage für Akteur*innen zur Thematik und bringt Fachkräfte aus den verschiedensten Institutionen und Verbänden zum Thema Gewalt und Beziehungen in Austausch.

Auf dem letzten Fachtag am 14. September 2022 gab es einen Input zur Istanbul-Konvention sowie Vorträge von Andreas Hornung, Richter am Oberlandesgericht Hamm und Dr. Christine Böttger, Forum für Familienrecht und Kindeswohl zum Thema: „Häusliche Gewalt und familienrechtliche Verfahren – (Un-) Vereinbarkeit von Schutz und Umgangsrecht?“. Fazit von Monika Hensen-Busch, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt: „Vorträge, Diskussion und Austausch haben deutlich gemacht, dass es auch in Mönchengladbach wichtig ist, die bestehenden, guten Vernetzungen auszuweiten. Es gilt mit weiteren lokalen Akteur*innen aus Kommune, Justiz, medizinischer und psychosozialer Versorgung in den Austausch zu kommen, Strukturen zu analysieren und weitere Maßnahmen zu entwickeln.“

 Zum 25. November gibt es in Mönchengladbach sowohl fachlichen Austausch, als auch öffentlichkeitswirksame Aktionen.

Das Polizistinnen-Projekt „Frauen stärken Frauen“ des Polizeisportvereins MG hat sich neu aufgestellt und lädt Kooperationspartner*innen zur persönlichen Vorstellung und Präsentation der Inhalte des Projekts ins Polizeipräsidium ein.
Mit den Aufdrucken auf Brötchentüten „Gewalt kommt uns nicht in die Tüte“ und „Gewalt ist nie privat“ machen Frauenhaus Rheydt und Frauenberatungsstelle auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam.

Der AK „Gegen Gewalt in Beziehungen“ führt wie in jedem Jahr die Fahnenaktion durch. An vielen Gebäuden in der Stadt, z.B. an Verwaltungsgebäuden und Rathäusern, dem DGB-Haus, der Polizei Rheydt und M`Gladbach und der Hochschule werden die Fahnen mit der Aufschrift „Nein zu Gewalt an Frauen – Frei leben ohne Gewalt“ gehisst, um Flagge zu zeigen.

Die „Initiative Orange Mönchengladbach“ (das sind Frauen der beiden Zontaclubs, des Soroptimistclubs, der Frauenberatungsstelle, des Vereins Zornröschen und des Fachbereichs Sozialwesen der Hochschule) führt nach der ersten großen Aktion rund um den Frauentag am 8. März jetzt zum Orange-Day eine Menschenkette als Mahnwache durch. Die engagierten Frauen rufen alle Menschen in Mönchengladbach auf, mit orangefarbenen Windlichtern, Schals, Mützen und anderen glitzernden Dingen ein leuchtendes Zeichen für Gleichberechtigung, Solidarität und Stärke zu setzen. Treffpunkt ist am 25. November um 17.30 Uhr am Dicken Turm auf der Waldhausener Straße.

Wer keine Möglichkeit hat am 25.November bei der orangen Menschenkette auf der Waldhausener Straße dabei zu sein, kann sich mit einem Aktionsselfie an „# schweigenbrechen“ des bundesweiten Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ beteiligen und digital über Social Media ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen mit einem persönlichen Statement setzen – Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen – Die Fachkräfte des Hilfetelefons sind rund um die Uhr für Betroffene, Fachkräfte, Nachbar*innen, Angehörige und Freund*innen zu erreichen und beraten in 18 Sprachen.
Bundesweites Hilfetelefon: 08000 116 016

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