Keine Belastung des Brunnenwassers durch Blei und Arsen

Keine Belastung des Brunnenwassers durch Blei und Arsen.

Zur Erkundung der tatsächlichen Brunnenwasserbelastung in Gatzweiler hat das Wasserlabor Niederrhein GmbH am 19. September an zwei verschiedenen Zapfhähnen auf dem Grundstück Gatzweiler 11 Brunnenwasserproben entnommen. Die erste Zapfstelle befindet sich an der Scheune, die zweite Zapfstelle im Garten. „Für Gartenbrunnen existieren keine vorgegebenen Grenzwerte, die einzuhalten sind, da das Wasser auf keinen Fall von Menschen getrunken werden darf, was nach Auskunft der Grundstückseigentümer auch nicht der Fall war oder ist“, so der Fachbereich Umweltschutz und Entsorgung.

Zur Bewertung der Analysedaten wurden jedoch durch den von den Grundstückseigentümern beauftragten Gutachter beziehungsweise werden jetzt auch durch den Fachbereich Umweltschutz und Entsorgung die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung (TVO) herangezogen, um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. Die Grenzwerte der TVO stellen im Hinblick auf die menschliche Gesundheit besonders strenge Maßstäbe dar, da auch Säuglinge und Kleinkinder unbesorgt Wasser der öffentlichen Trinkwasserversorgung trinken dürfen. Die aktuellen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung (TVO) betragen für Arsen 10, für Cadmium 3 und für Blei 25 (ab 1.12.2013: 10) µg/Liter.

Bei sofortiger Probenahme wurden in der Zapfstelle 1 für Blei und Cadmium Werte oberhalb der TVO-Grenzwerte festgestellt (Blei: 26 µg/l; Cadmium: 9,2 µg/l). Der Wert für Arsen lag weit unter dem Grenzwert (Arsen: 2,6 µg/l). Nach etwa 15 Minuten erfolgte eine erneute Probenahme an der Zapfstelle 1. In dieser Probe lagen die Werte für Blei und Cadmium unter der Nachweisgrenze, Arsen sank ab auf ein Zehntel des TVO-Grenzwertes (Arsen: 1,1 µg/l). Zwei Beprobungen sind notwendig, um eine Aussage darüber zu gewinnen, ob das Brunnenwasser selbst nach einer längeren Laufzeit aus dem Zapfhahn immer noch gleiche oder ähnliche Werte aufweist oder, wenn nicht, die Ursache einer möglichen Belastung eine andere ist.

Das Wasser aus der Zapfstelle 2 im Garten zeigte bereits bei sofortiger Probenahme ebenfalls unauffällige Werte (Blei: 1,9 µg/l, Arsen: 1,0 µg/l, Cadmium unter Nachweisgrenze).

Nach Durchspülen der Leitungssysteme sind demnach an der Zapfstelle 1 weder Blei noch Cadmium nachweisbar, Arsen sinkt auf ein Zehntel der Werte nach TVO. Der Fachbereich Umweltschutz und Entsorgung stellt daher nach wissenschaftlicher Auswertung fest, dass die höheren Werte der 1. Beprobung an der Zapfstelle 1 auf Belastungen aus dem Leitungs-/Pumpensystem in das Wasser gelangt sind.

Im Auftrag der Stadt wurden am 23. und 24. September zwei naheliegende Grundwassermessstellen beprobt und analysiert. Alle drei Schwermetalle lagen hier unter der Nachweisgrenze.

In der Vergangenheit hat das Wasserlabor Niederrhein in den Jahren 2007 bis 2012 an vier nahegelegenen Messstellen im Rahmen der Vorfelduntersuchungen im Einzugsgebiet des Wasserwerks Gatzweiler Proben entnommen und analysiert. Die Messwerte für Blei und Cadmium lagen permanent unterhalb der Nachweisgrenze.

Lediglich in einer Messstelle wurde in einem Jahr ein Arsenwert von 8 µg/l gemessen, der aber ebenfalls unter dem TVO-Grenzwert liegt. Dem Fachbereich liegen ebenfalls die Analysewerte des Rohwassers der einzelnen Brunnen des Wasserwerks Gatzweiler vor. Auch hier liegen die Werte für Blei, Arsen und Cadmium bei jedem Einzelbrunnen unterhalb der Nachweisgrenze.

Im Rahmen des Braunkohlemonitorings werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV NRW) alle drei Jahre am Mühlenbach im Bereich von Gatzweiler Messungen durchgeführt. Die letzte Messung stammt aus 2011. Dort wurde jedoch nicht auf Blei und Arsen untersucht, da die Werte in der Vergangenheit immer unauffällig waren.

Fazit: Nach Auswertung sämtlicher Messergebnisse stellt der Fachbereich Umweltschutz und Entsorgung fest, dass im Bereich der Ortslage Gatzweiler keine für das Brunnen- und Trinkwasser relevante Belastung des Grundwassers mit Blei, Cadmium oder Arsen vorhanden ist.