Mönchengladbacher Ingenieur rüstet Marburgs LAN auf

(v.l.n.r.:) Erik Schönau (Technische Dienste der Stadt Marburg) und Rudolf Herres (Fiber-Optics Herres) vor dem mit Aroona Star „aufgemotzten“ Datenschrank der Stadtverwaltung Marburg. Foto: privat

Mit einem innovativen System hat ein Mönchengladbacher Unternehmen das Glasfasernetz der Stadt Marburg fit für die Zukunft gemacht – ganz ohne Neuverkabelung

Auch Stadtverwaltungen können heute kaum noch auf schnelles LAN (Lokal Area Network) verzichten, wenn sie ihre Service online anbieten und vernetzt auf Daten zugreifen wollen.
Bislang scheuten aber viele vor einer Netzwerkaufrüstung, da diese ohne die Verlegung neuer Glasfaserkabel und somit ohne langwierige Erdarbeiten, Lärm, Dreck und hohe Kosten nicht möglich schien.

Dass es auch ohne Neuverkabelung und deutlich günstiger geht, zeigt die Stadt Marburg: Mit Hilfe des Mönchengladbacher Spezialisten Fiber-Optics Herres und dem innovativem Modenwandler Aroona Star hat sie ihr Netzwerk fit für die Zukunft gemacht.

„Schnelles LAN ist für die fortschreitende Digitalisierung unserer kommunalen Verwaltung essentiell“, weiß Erik Schönau vom Fachbereich Technische Dienste des Magistrats der Universitätsstadt Marburg: „Immer mehr Bereiche bieten ihre Service online an oder greifen auf diese vernetzt zu. Und da unsere Stadtverwaltung nicht an einem zentralen Punkt gebündelt, sondern über das gesamte Stadtgebiet verteilt ist, muss für alle Standtorte eine ausreichende Netzinfrastruktur vorhanden sein.“ Über die alte Glasfaserinfrastruktur konnten die Online-Services der Stadt jedoch nur mit beschränkter Geschwindigkeit gewährleistet werden.

„Mit 16 Jahre alten Kabeln war das Marburger Glasfasernetz deutlich in die Jahre gekommen und den steigenden Anforderungen der städtische Datenübertragung nicht mehr gewachsen“, berichtet Rudolf Herres, Diplom-Ingenieur und Inhaber von Fiber-Optics Herres, von den Herausforderungen, die es in Marburg zu meistern galt: „Schnelles 10 Gbit/s LAN war dort nicht zuletzt auch für die Anbindung des Stadtnetzes an die Kabelnetze des Landkreises und des Bundeslandes Hessen dringend erforderlich. Eine solche Verbindung gab es zwar schon, doch sie konnte nicht genutzt werden, da die letzten 560 m moderner Glasfaserverkabelung fehlten.“ Statt 100 Mbit/s sind für viele Anwendungen heute Datenübertragungsraten von 10 Gbit/s erforderlich. Alte Glasfaserkabel machen da auf langen Verbindungsstrecken nicht mit. So auch in Marburg. Mit den im Stadtnetz verlegten Multimode-Glasfaserkabeln und der bislang vorherrschenden Technik ließen sich zwar Datenraten von 100 Mbit/s über 2.000 m senden, bei Datenübertragungen von 10 Gbit/s war jedoch schon nach gerade mal 300 m Schluss. Ein Austausch der Multimode-Glasfaserkabel gegen moderne Singlemode-Glasfaserkabel, die 10 Gbit/s spielend schaffen, schien daher unausweichlich.

Neue Kabel zu verlegen und entsprechende Erdarbeiten mit viel Lärm, Schmutz und hohen Kosten in Kauf zu nehmen, war für Erik Schönau jedoch keine Lösung. Daher machte sich der städtische IT-Fachmann auf die Suche nach einer zuverlässigen und zukunftssicheren Alternative und fand sie in Form des innovativen Systems Aroona Star der französischen Firma Cailabs. „Aroona Star beschert alten Glasfaserkabeln sozusagen einen zweiten Frühling“, erklärt Rudolf Herres, der mit seinem Unternehmen Fiber-Optics Herres Aroona Star in Deutschland vertritt: „Das unscheinbar aussehenden Panel wird an die alte Infrastruktur angeschlossen und sorgt dafür, dass hohe Datenraten ohne Probleme mit bestehenden Multimode-Glasfaserkabel auch über große Strecken von bis zu 10 km gesendet werden können. Mit diesem Retrofit machen wir alte Glasfaserkabel wieder fit für die Zukunft.“ Für die Installation benötigte Herres in Marburg lediglich drei Tage. Dabei hat er dem Auftraggeber die Beschaffung neuer Glasfaserkabel und vor allem viel Zeit und Kosten für die im Falle einer Neuverkabelung anfallenden Erdarbeiten quer durch die Stadt erspart. „Seit der Installation von Aroona Star kann die Stadtverwaltung über die alte Glasfaserinfrastruktur mehr als das 20-fache der zuvor verfügbaren Bandbreiten nutzen“, freut sich Erik Schönau und ergänzt: „Die Investitionskosten lagen im mittleren vierstelligen Euro Bereich; bei einer Neuverkabelung wären sie um ein Vielfaches höher gewesen. Die Neuverkabelung hätte außerdem viel mehr Zeit in Anspruch genommen.“

Das gesamte Projekt konnte von der Stadtverwaltung in weniger als drei Monaten abgeschlossen werden. Von dem schnellen LAN profitieren übrigens nicht nur die städtischen Mitarbeiter, sondern vor allem auch Marburgs Bürger: Sie können nun auf ein verbessertes Angebot an Online-Services zugreifen.

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