Monika Bartsch wird Ehrenoberbürgermeisterin

Monika Bartsch (Copyright: Stadt Mönchengladbach)

Rat stimmte mehrheitlich für die Verleihung des Titels an die ehemalige Oberbürgermeisterin

Mehrheitlich votierte der Rat in seiner aktuell laufenden Sitzung (28.02.) für die Verleihung des Titels Ehrenoberbürgermeisterin an Monika Bartsch, die von 1997 bis 2004 als zunächst ehrenamtliche, später dann als erste hauptamtliche weibliche Oberbürgermeisterin der Stadt tätig war.

Zuletzt trug Heinz Feldhege von 1997 bis zu seinem Tod 2021 die Würde des Oberbürgermeisters. Vorgeschlagen für den Titel wurde Monika Bartsch durch Oberbürgermeister Felix Heinrichs aufgrund ihrer herausgehobenen Verdienste für die Stadt Mönchengladbach während ihrer Amtszeit und auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt.
Die offizielle Ernennung soll in einem Festakt zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Die frühere Oberbürgermeisterin Monika Bartsch wurde in Ratssitzung auf Vorschlag von Oberbürgermeister Felix Heinrichs durch den Rat zur Ehrenoberbürgermeisterin ernannt.
Sie war von September 1997 bis November ehrenamtliche und anschließend bis Oktober 2004 erste hauptamtliche Oberbürgermeisterin der Stadt Mönchengladbach. In ihrer Amtszeit fielen die Weichenstellungen für die Erschließung und Entwicklung des ehemals militärisch genutzten Nordparks zu einem Innovations- und Dienstleistungszentrum, der Bau des BorussiaParks, der 2004 eröffnet wurde, und der Hockey-Arena, die zu den modernsten Hockey-Spielstätten Europas zählt.
Monika Bartsch verfolgte die Bewerbung der Stadt als ein Austragungsort für die Olympischen Spiele 2012 im Rhein-Ruhr-Gebiet. Als Folge wurde Mönchengladbach im September 2001 als Austragungsort der Hockey-Wettkämpfe der Herren nominiert.
Ende 2002 setzte sie sich persönlich gemeinsam mit dem DHB im australischen Perth erfolgreich dafür ein, die Hockey-WM 2006 der Herren nach Mönchengladbach zu holen, die schließlich Weltmeister wurden.

Weitere Meilensteine in ihrer Amtszeit waren die erfolgreiche Teilnahme der EUROGA 2002 und die dezentrale Landesgartenschau, der Bau des Vitusbades in der City Ost sowie die städtebauliche Entwicklung des ehemaligen „Wienands-Geländes“ an der Dahlener Straße in Rheydt zu einem Dienstleistungszentrum.

Bereits in ihrer aktiven Dienstzeit schätzte sie das ehrenamtliche Engagement des Vereins Mönchengladbacher Tafel e.V., sie wurde nach ihrer Amtszeit 2005 Mitglied und ist seit 2007 Vorsitzende der Tafel.

8 - 10

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2 Kommentare zu "Monika Bartsch wird Ehrenoberbürgermeisterin"

  1. Gerd Beaujean | 29. Februar 2024 um 19:21 |

    Um die Verdienste von Frau Bartsch beurteilen zu können, lebe ich nicht lange genug in Mönchengladbach. Was sie jetzt tut, für die Tafel, bei der Tafel, ist aller Ehren wert. Was ich mich allerdings frage ist, wohin werden durch diese Ehrung die bisherigen und zukünftigen OB’s gestellt? Wird irgendwann ein Ob dafür besonders geehrt, weil unter seiner Ägide mehrere Hunderttausende für ein sog. Narrennest ausgegeben wurden, während dem ALZ, in Relation, nur 34.000 Euro fehlten. Weil mehr gefällt und versiegelt wurde, als je renaturiert werden konnte?
    Oder handelt es sich um ein „Frauending“?

  2. Es wurde Mehrheitlich beschlossen, DIE LINKE stimmte dagegen. Gerne gebe ich hier mal die Begründung ab, die ich im Rat wegen Ordnungsruf und Zwischenrufen nicht ganz komplett halten konnte:

    Liebe Ratsmitglieder, lassen Sie uns Dinge nicht vermischen.
    Es geht heute um das OB Amt, nicht um eine Ehrungen für Engagierte Menschen in Vereinen wie sie alle Bürger*innen z.B. mit der Ehrennadel erhalten können.

    Und da erwarte ich klare Sachentscheidungen anhand von Kriterien an denen wir uns auch zukünftig bei möglichen Benennungen zu EhrenOB Titeln messen lassen können.

    Vorangestellt wird da in der Vorlage, dass Frau Bartsch erste und bisher einzige Frau in dem Amt war. Das haben aber damals die Wähler*innen entschieden, gebührt diesen dann die Ehrung? Oder müssen wir eine gelbe Karte verteilen, weil davor und danach nie eine Frau in das Amt kam? Und welche Verantwortung tragen wir als Parteien, die noch immer für die männliche Dominanz in allen Gremien verantwortlich sind?

    Kommen wir also lieber zu ihrem Wirken im Amt und da erlaube ich mir als Einleitung aus der Wikipedia (abgerufen 23.2.) zu zitieren:
    „Das Wirken als Oberbürgermeisterin fehlt. Was hat sie nach der Zeit als OB gemacht (im Intro wird die Tafel erwähnt, war das alles?)?“

    Nun sind wir und die Beratungsvorlage etwas schlauer als die Wikipedia und ich will hier nicht jede einzelne Entscheidung durch gehen. Ich möchte nur kurz zwei Themen anreißen:

    Die Entwicklung des Nordpark inklusive Borussia Park wird erwähnt. Es sind nicht nur die Linken, die bis heute kritisieren, dass dies ohne Bahnanbindung geschah. Ich möchte dies Versagen nicht alleine Frau Bartsch anlasten, klar sind auch die damaligen Politiker*innen schuld.

    Oder nehmen wir die Gründung von EWMG und MGMG. Klar sind LINKE per se gegen solche Ausgliederungen, aber davon ab:
    Die EWMG lebt von den Grundstücksgeschäften der Stadt und schafft es damit Verluste einzufahren, so dass die Bürger*innen jedes Jahr einen immensen Verlustausgleich zu tragen haben.
    Die MGMG wiederum wurde erst kürzlich von der CDU kritisiert, weil sie es noch nicht mal schafft ohne teure Externe Beratung den Markenkern der Stadt heraus zu arbeiten.

    Ich sprach eingangs von den Kriterien an denen wir uns auch zukünftig messen lassen können, deswegen erlauben sie mir einen Rückblick auf die Amtszeit von Herrn Reiners:
    – Ausgliederung IT und mags
    – Entwicklung Seestadt, REME-Gelände und Maria-Hilf Terrassen
    – Dazu unerwartet steigende Flüchtlingszahlen 2015/16 und Corona Pandemie
    Sachlich sehe ich da so manche Entscheidung von Herrn Reiners genauso kritisch wie die von Frau Bartsch. Im Rahmen der Liste des Schaffens dürfte es aber vergleichbar sein.

    Sind das also wirklich schon so besondere Leistungen?
    Oder haben sie nicht viel mehr ihren Job im Rahmen ihres Parteibuches und der jeweiligen Mehrheiten gemacht?

    Doch lassen sie mich abschließend noch zu der Vermischung mit dem Ehrenamt kommen:

    Ja die Tafel macht eine guten und wichtigen Job.
    Trotzdem werde ich immer darauf hinweisen, dass es schändlich ist, dass es Tafeln überhaupt geben muss!
    Wir dürfen es nicht normalisieren, dass ehrenamtliche Vereine das Versagen des Sozialstaates auffangen müssen.
    WIR haben dafür zu sorgen, dass sie überflüssig werden!

    Doch stattdessen wollen wir unser Versagen durch eine rein symbolische Ehrung überdecken.
    Und wie handeln wir das nächste mal, wenn die Tafel in Raumnot gerät?
    Beim letzten mal haben wir sie an den Rand geschoben, in den Nordpark.
    Aus dem Auge aus dem Sinn, statt den Bedürftigen zentral eine Anlaufstelle zu bieten.

    Deswegen liebe Ratsmitglieder:
    Nichts gegen Frau Bartsch, aber diese Ehrung ist eine Farce und das hat ganz alleine etwas mit uns, mit diesem Gremium zu tun. Wir versuchen das Versagen von gestern, heute und auch schon von morgen durch einen Titel ungeschehen zu machen.
    Nicht mit uns.

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