Zum Wohle der Bürger

Baumfällungen von gesunden Bäumen in Mönchengladbach; Fotos: Silvia Erbrath

An der Speicker Straße, gegenüber dem Geroweiher, sind ca. 20 teils sehr große Bäume den jüngsten Verkehrsplanungen der Stadt zum Opfer gefallen.

Wieder einmal plante die Verwaltung nach alter schwarzer Handschrift zum Wohle des Gewerbes eine Straßenführung, die Lärm und Schmutz nach sich zieht.
Nach wie vor sind Arbeitsplätze wichtig für diese Stadt. Eine vorrausschauende Verkehrsplanung sollte dies auch sein.
Mit dem Anlieferer und Pendlerverkehr erwarten die Anwohner eine hohe Belastung.
Ein Hoffnungsschimmer in diesem Desaster ist der Umbau der Turmstraße, wie er von unserer neuen Dezernentin vorgestellt wurde.

Im vergangenen Jahr hat die Stadt eine Mobilitätswoche durchgeführt. Die Bürgerbeteiligung wurde als Erfolg verbucht. Bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Verkehr in den Großstädten wurden Konzepte vorgestellt, die längst autofreie Zonen sind. Diese Version wurde unabhängig ebenfalls in den Workshops von beteiligten Bürgern so erarbeitet. Eine Phobie nicht versorgt zu werden, machte sich nicht breit. Schließlich ist der Liefer- und Versorgungsverkehr gewährleistet.
Im Gegenteil: Weniger Verkehr, viel mehr Grün für bessere Luft und sicherere Fuß- und Radwege im Einklang mit einem öffentlichen Nahverkehr waren die Wünsche aller Beteiligten. Eine Stadt der kurzen Wege wird favorisiert.

Weiterhin sollten die PKW Möglichkeiten haben, am Rand der Innenstadt in Parkhäusern einen Platz zu finden. Auch für unsere Stadt würde das bedeuten, dass man vorhandene Parkplätze am Rande der Stadt für Pendler einrichtet und einen Shuttleservice zu den Betrieben. Platz wäre an den Autobahnausfahrten am Nordpark genug. Ob man diese Variante bedacht hat, ist nicht bekannt. In Anbetracht der Erkenntnisse einer Klimakrise, die auch unsere Stadt trifft, hätte diese Entscheidung zumindest in Revision gehen müssen. Doch hierzu fehlte offenbar der politische Wille und Interesse.

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8 Kommentare zu "Zum Wohle der Bürger"

  1. Philipp Meyer | 12. März 2024 um 16:51 |

    Am 27.2.24 habe ich die Bezirksvertretung Nord per EMail kontaktiert um zu erfahren, weshalb man diese unsinnige Planung unterzeichnet hat – bis dato kam keine Antwort. Gerade durch Treffen des A.K.Westend, durch vorherige Aktionen zum Erhalt der Bäume im Geropark und auch der Planung zur Umgestaltung Blumenberg Straße/Turmstraße, war der BV Nord bewußt, welchen Wert die Westend Bewohner auf den Erhalt der Bäume haben. Folglich hätte die BV Nord im Jahr 2022 Herrn Bonin für seine Planung einen Korb geben müssen – zumal auch vorab (2020) schon diverse Politiker gegen diese Planung waren.

  2. Herzlichen Dank Herr Schultz. Gut und wichtig was Sie machen. In Zeiten schwindenden Vertrauens tut das einfach gut, auch wenn Sie nicht über Details sprechen dürfen.
    Danke

  3. Bettina Arz | 26. Februar 2024 um 16:04 |

    Herr Serber, im Grundsatz haben Sie Recht, aber haben Sie schon einmal versucht sich durch die Protokolle zu arbeiten, wenn sie denn manchmal erst nach Monaten einzusehen sind. Wenn Herr Schultz hier etwas aufzeigt, dann empfinde ich das eher als Erläuterung/Ergänzung, denn als Korrektur. Ich kann mich an keinen Beitrag erinnern, der in der Sache falsch war. Der Grund meines Schreibens ist aber völlig losgelöst von Korrektur oder nicht.
    Fakt ist, daß wieder einmal weiter am Stadtklima betoniert wird. Die Planung reicht in die Zeit unseres seinerzeit hochgeschätzten Pflaster.-Asphalt.-und Betonkönigs Bonin. Die Riesenfläche des Skaterparks verdanken wir ihm auch.
    Es muß möglich sein Planungen anzupassen. Anzupassen mit Blick auf Stadtklima im Kleinen und im Großen sowieso. Ich bin kein Aktivist o.ä. Ich bin einfach nur ein Bewohner dieser Stadt, der an den Umweltsünden langsam verzweifelt. Was machen wir eigentlich? ES IST NICHT MEHR FÜNF VOR ZWÖLF !!!
    Warum sollte ich eine PV Anlage auf dem Dach haben? Warum sollte ich meinen Garten umgestalten? Warum sollte ich mir ein E Fahrzeig kaufen? Warum sollte ich if eine Flugreise verzichten? Warum nicht Wintersprt auf Schnee von hunderten Kanonen erzeugt? Warum nicht mit Luxusliner gen Norden, wenn sie Kommune in der ich lebe, von Klima redet und was tut? Soll der einzelne Bürger aus seiner Tasche auffangen, was die Stadt zerstört? Wieviel Module kosten mich die aktuell gefällten Bäume? Die Zierkirschen auf dem Reydter Markt sind der Säge geweiht. Angeblich wurden sie von „Fachleuten“ gepflanzt. Selbst wer es nicht wahrhaben will, kann sich in ein paar Wochen vom Zustand der Bäume überzeugen. Im Herbst schon sahen die jämmerlich aus, irreparabel.
    Es wird gesprochen von Dach.-u- Fassadenbegrünung. Wo kann ich da ‚was besichtigen? Ok, in der inzwischen auch berühmz berüchtigten Seestadt gibt es ein bisschen. Und sonst? Wenn nicht privatinitiativ, wer oder was sonst.
    Wenn ich lese und höre, daß Mönchengladbach Rekkordzahlen bei den Neugeburten vorweisen kann, dann gehen die Mundwinkel nicht einfach automatisch nach oben, bei der Vorstellung einer „Armada“ süßer, liebenswerter Zwerge. Viel mehr frage ich mich ernsthaft, welcher Zukunft diese Kinder entgegenwachsen.
    Zeit würde es, oder besser, Zeit wäre es gewesen.

  4. Martin Serber | 26. Februar 2024 um 15:27 |

    Herrn Schultz gebührt Dank, habe ich doch in der Satzung lesen können:

    Die Mandatsträger haben eine besondere Treuepflicht gegenüber der Stadt Mönchengladbach.
    Sie sind verpflichtet, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um Schaden von der Stadt Mönchengladbach abzuwenden und das Wohl der Einwohnerschaft zu fördern.
    Sie haben alles zu unterlassen, was dem Wohl der Stadt Mönchengladbach und ihrer Einwohner zuwiderläuft.

    In vorliegendem Fall kann ich nicht erkennen, dass zum Wohle der Menschen agiert wurde, jedoch zum Wohle einzelner Unternehmen!
    Deren Mitarbeiter von ausserhalb unserer Gemeinde können nach Umsetzung aller Massnahmen zu Lasten der Bürger besser zum Arbeitsplatz eines Untermehmens gelangen.
    Meine positive Einstellung zu Bündnis 90/Grüne ändert sich damit rasant.

  5. Manuela Yacoubi | 26. Februar 2024 um 10:15 |

    Unfassbar. Mönchengladbach ist eine weiterhin krass baumhassende Stadt. Schilda 2.0. Die Zeichen der Zeit werden ignoriert. Schäbig und unverantwortlich. Danke für das berichten darüber.

  6. Ohne den Artikel zu kritisieren, sondern nur um ihn zu ergänzen. Die Niederschriften der BV-Nord (18.05.2022) und des Ausschuss Umwelt und Mobilität (19.05.2022) sagen nicht alles, was war, aber es findet sich dieser Satz in der Niederschrift es Umweltausschuss:

    „… Der als Tischvorlage vorliegende Änderungsantrag der Ampelfraktion wurde, um die Förderung der Maßnahme in Höhe von 75 % nicht zu gefährden unter der Bedingung zurückgezo-
    gen, dass die Verwaltung … Abstimmungsergebnis: Mit Stimmenmehrheit beschlossen
    Ja 16 Nein 3 Enthaltung 0“

    Das DIE LINKE dagegen stimmte erklärt 1 Nein Stimme. Sherlock Holmes könnte jetzt ja mal ermitteln, ob die Abweichler*innen aus der Ampel noch Teil der jeweiligen Fraktion sind.

    Oder anders: Der geschilderte Frevel wurde gefördert!

    Die Ehrlichkeit verlangt aber auch, dass die Diskussion mehr um die Gefahren des Radverkehr geführt wurde, als um die Bäume. Aber auch die waren Thema.

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