Radio Eicken nun auch über Satellit zu empfangen

Aktionskünstler Norbert Krause bietet Arztpraxen, Cafes und Geschäften ein Empfangsgerät für seinen Privatsender an

Der Mönchengladbacher Künstler Norbert Krause, der ungewöhnliche Aktionen auf sich und seine Kunst aufmerksam macht, ist immer für eine Überraschung gut.
Erst vor kurzem besetzten seine „Kastanienritter“ eine wenige Quadratmeter große Fläche auf der Wiese neben dem Museum Abteiberg: die Occupy-Bewegung ließ grüßen. Jetzt baut Norbert Kraus als selbst ernannter Chefredakteur sein vor neun Monaten gegründetes „Radio Eicken“ aus.
Radio Eicken ist der wohl kleinste Radiosender der Welt.

Sein Sendebereich beträgt lediglich einen Quadratmeter, der präzise mit Straßenmalkreide auf dem Bürgersteig in Höhe der Marienkirchstraße 1 in Eicken markiert ist.
Während andere Sender ins Haus kommen, muss sich der Hörer nach Radio Eicken bewegen, um auf dem Quadratmeter das bunt gemischte Programm mit Reportagen, Reiseberichten und Kochsendungen zu hören.
„Radio Eicken ist einer der wichtigen Orte in unserer Stadt, wo sich die kreative Szene trifft. Und Norbert Krause hält hier mit viel Engagement die Fäden zusammen“, so Dr. Thomas Hoeps, Leiter des Kulturbüros.

Nach neun Monaten Sendezeit bekommt Radio Eicken nun Nachwuchs.
Via Satellit soll der Sender zukünftig erstmal an zehn weiteren über das Stadtgebiet verteilten Standorten zu hören sein.
„Nicht jeder hat die Möglichkeit, nach Eicken zu kommen, um unsere Sendungen zu hören. Von daher bauen wir nun weitere Standorte aus“, so Chefredakteur und Intendant Norbert Krause.
Der erste Satellit ging heute in der Gemeinschaftspraxis von Ricarda und Frank Jansen am Adenauer Platz 5 an den Start.
„Wir wollten die witzige Aktion gerne unterstützen und verkürzen damit zugleich die Wartezeit unserer Patienten“, so Dr. Frank Jansen.
Über Kopfhörer können die Patienten das 30-minütige Programm hören. Um den Satelliten zu bespielen, rollt der Chefredakteur persönlich mit dem Fahrrad an und legt die aktuelle Sende-CD ein.
Einmal im Monat gibt es dann einen Programmwechsel mit aktuellen Beiträgen. Den Satelliten erhält Dr. Frank Jansen indes nicht umsonst.
Vielmehr unterstützt er mit einer Miete von einem Euro pro Tag bei einer Mindestlaufzeit von drei Monaten die anfallenden Produktionskosten für den Satellitenkasten, der nun zunächst in der Gemeinschaftspraxis, demnächst auch in der Stadtteilbibliothek Rheydt aufgestellt wird.
Acht weitere Satelliten stehen noch zur Verfügung. „Als Sendeorte stelle ich mir nicht nur Praxen, sondern auch Cafes oder inhabergeführte Geschäfte im Stadtgebiet vor“, so Norbert Krause.
Interessenten können sich unter redaktion@radioeicken.de melden.