Schlagwort: Hauptschule

  • Bezirksregierung fordert Aufhebung des Ratsbeschlusses zu den Hauptschulen Kirschhecke und Neuwerk

    Bezirksregierung fordert Aufhebung des Ratsbeschlusses zu den Hauptschulen Kirschhecke und Neuwerk

    Die Bezirksregierung hat die Stadt in einer Verfügung aufgefordert, die Hauptschulen Kirschhecke und Neuwerk vor dem Hintergrund der jeweiligen Anmeldezahlen auslaufend aufzulösen.

    Aus Sicht der Bezirksregierung kommt angesichts der sechs von der Stadt in eigener Trägerschaft geführten Hauptschulen für beide Hauptschulen eine Ausnahme laut Schulgesetz nicht in Betracht.

    „Vielmehr sind beide Hauptschulen aufzulösen, da sie die Mindestgröße dauerhaft nicht erreichen“, heißt es in dem Schreiben. „Für die Auflösung der Hauptschule Neuwerk spricht zusätzlich, dass sie auch nicht die Mindestgröße für eine Ausnahmeregelung erreicht“, so die Bezirksregierung.

    Die Bezirksregierung hat daher in einem Schreiben an Oberbürgermeister Felix Heinrichs die Stadt als Schulträger aufgefordert, den Ratsbeschluss vom 16. Februar, mit welchem der Rat dem Bürgerbegehren entsprochen hat, aufzuheben und zu beschließen, dem Bürgerbegehren nicht zu entsprechen.  
    Mit dieser Aufforderung muss sich der Rat nun in seiner Sitzung am 6. April befassen.

    Obwohl der Rat dem Bürgerbegehren bereits gefolgt ist, muss dieser Beschluss getroffen werden, weil die Schulen nicht schulrechtskonform weiterbetrieben werden können.
    „Zum Zeitpunkt der Beschlussfassung dürfte der Ratsbeschluss rechtmäßig gewesen sein. Er kann aber durch die nunmehr vorliegenden Schüleranmeldezahlen nicht mehr umgesetzt werden, ohne gegen Landesrecht zu verstoßen“, betont die Bezirksregierung in der Verfügung. Insofern würde sich das Bürgerbegehren unzulässigerweise gegen geltendes Schulrecht wenden.
    Der Schulträger ist daher aufgefordert, „diesbezüglich einen rechtmäßigen Zustand wiederherzustellen“.

    Für den Fall, dass der Oberbürgermeister und der Rat der Aufforderung nicht folgen sollten, hat die Bezirksregierung kommunalaufsichtliche Maßnahmen angekündigt.
    Alle Eltern, die ihre Kinder an den beiden Hauptschulen angemeldet haben, erhalten nach der Ratssitzung einen ablehnenden Bescheid mit Angaben, welche Schulen noch aufnahmefähig sind.

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Schüler und Schülerinnen der Hauptschulen Kirschhecke und Neuwerk danken für die Unterstützung

    Schüler und Schülerinnen der Hauptschulen Kirschhecke und Neuwerk danken für die Unterstützung

    Die Entscheidung fiel gestern überraschend im Rat. Die beiden Hauptschulen in Neuwerk und Odenkirchen bleiben. Ab Samstag dürfen Eltern ihre Kinder dort wieder anmelden.

    Nicht nur die Initiatoren des „Bündnis für Schulvielfalt“, insbesondere die Kinder freuen sich, dass ihre Hauptschulen erhalten bleiben. „Die Schülerinnen und Schüler danken allen, die mit ihrer Unterschrift zum Erhalt beider Hauptschulen beigetragen haben, aber auch den Geschäftsleuten, die die über 80 Sammelboxen bei sich aufstellten“, teilt Anne Embser, Mit-Initiatorin des Bündnis für Schulvielfalt, mit. Die Eltern seien ebenfalls sehr erleichtert. „Ein großer Dank gilt auch den Kindern selbst. Sie stemmten sich mit aller Kraft gegen die drohende Schließung, sammelten selbst Unterschriften“, betont Anne Embser.  

    Warum ist den Kindern wichtig, die Hauptschulen zu erhalten? „Ich wollte auf eine Schule gehen, die nicht so groß ist und nahe an meinem Wohnort liegt“, schreibt Romy, 14 Jahre. „Ich fühle mich hier in Neuwerk sehr wohl. Auch mein Bruder hat nur gute Erfahrungen gemacht.“ Der 16-jährige Lukas, ein ehemaliger Hauptschul-Schüler, leidet an ADHS und LRS. „Ich habe an der Neuwerker Hauptschule meinen Realschulabschluss gemacht. An einer anderen Schule hätte ich den nicht geschafft. Ich brauche halt immer etwas mehr Unterstützung, und die habe ich hier bekommen.“

    Auch Damon, 10 Jahre, ist Schüler mit Förderbedarf. „Ich finde eine kleinere Schule mit kleineren Klassen besser, und meine Bruder fühlt geht gerne zur Hauptschule. Aus dem Grund werde ich hier auch angemeldet.“ Seine Mutter habe gesagt, er würde an einer großen Schule untergehen.

    „Ich war in der Grundschule nicht so gut im Lesen und Rechnen. Ich hatte es schwer mit Buchstaben und Zahlen“, erklärt die 14-jährige Amelie. Ihr sei es zwischendurch auch schwer gefallen, überhaupt zurecht zu kommen. „Aus dem Grund wollte ich an eine kleine Schule. Wir hatten gerade am Anfang in Neuwerk ganz viel Unterricht mit unserer Klassenlehrerin, und wir waren nicht so viele Kinder.“ Sie habe aber schnell gemerkt, dass auch andere Kinder Schwierigkeiten hätten. Sie fühle sich daher nicht allein. „Mein Ziel ist es, den mittleren Abschluss zu machen.“

    Die 13-jährige Amy entschied sich für die Hauptschule Neuwerk: „Ich bin froh, dass alle Themen so erklärt werden, damit alle sie verstehen und mitkommen“. Bei Problemen stünde eine Sozialpädagogin zur Seite. Auch die vielen Aktivitäten wie digitaler Unterricht gefielen ihr sehr gut.    Bleibt zu hoffen, dass der Einsatz von Eltern und Kindern sich für die nächsten Jahre gelohnt hat.

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Große Zustimmung für Hauptschulen Kirschhecke und Neuwerk – 17.292 Unterschriften

    Große Zustimmung für Hauptschulen Kirschhecke und Neuwerk –
    17.292 Unterschriften

    Das Interesse am Bürgerbegehren zur Erhaltung der Hauptschulen Kirschhecke und Neuwerk nahm in den letzten Tagen noch einmal an Fahrt auf. Heute erhielt die Stadtverwaltung weitere acht Ordner mit Unterschriftenbögen.

    „Insgesamt unterschrieben 17.292 Bewohner/innen das Bürgerbegehren obwohl 8.285 gereicht hätten. Das sind mehr als doppelte so viele, wie wir für das Quorum benötigt hätten“, teilt Anne Embser, eine der Initiatorinnen, mit.  

    Jetzt ist es nur noch eine Formsache, dass der Rat der Stadt Mönchengladbach am 16. Februar das Bürgerbegehren für gültig erklärt. Dann dürfen die beiden betroffenen Hauptschulen ab dem 19. Februar wieder im regulären Anmeldeverfahren die Anmeldungen von Schüler/innen annehmen.
    Das ist eine wichtige Information für die Eltern, die in dem vorgezogenen Anmeldeverfahren der Gesamtschulen mit der Anmeldung ihrer Kinder warteten. Sie können nun ihre Kinder an den Hauptschulen Kirschhecke oder Neuwerk anmelden. Auch dürfen Eltern grundsätzlich – trotz bereits erfolgter Zusage beispielsweise eines Gesamtschulplatzes – auch an einer anderen Schulform anmelden.

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Das lange Sterben der Hauptschulen in Mönchengladbach geht weiter

    Das lange Sterben der Hauptschulen in Mönchengladbach geht weiter

    Mit zwiespältigen Gefühlen nimmt die GEW Mönchengladbach die neuen Pläne zur Veränderung der Schullandschaft in Mönchengladbach zur Kenntnis.

    Positiv wertet Die GEW die frühzeitige Information der von Schließungen bedrohten Schulen. In der Vergangenheit hatten die betroffenen Hauptschulen in der Regel erst aus der Presse von Schließungsplänen erfahren. 
    Gespannt erwartet die GEW die Diskussionen und Beschlüsse des Schulausschusses.
    Doch die Umsetzung der Überlegungen der Ampelkoalition hält die GEW für wahrscheinlich – verfügt sie doch über die politische Mehrheit.

    Schon bei ihrer Gründung im Jahr 1968 war die Schulform Hauptschule nicht unumstritten. Bereits ein Jahr später 1969 wurden in NRW die ersten Gesamtschulen zunächst als Modellversuch gegründet. Die Gründungen der Gesamtschulen hatten immer auch Schließungen von Hauptschulen zur Folge. Als die Schulform für alle Kinder wirkt die Gesamtschule dem Aussortieren entgegen und verspricht Durchlässigkeit und Chancengleichheit für alle Kinder. Nicht nur die  GEW Mönchengladbach hält den Abschied vom dreigliedrigen Schulsystem für überfällig. 

    Konsequent wäre eine Schule für alle, so wie die Grundschulen es seit 1968 erfolgreich vormachen. Doch von der Gesamtschule für alle Kinder bleibt man auch in Mönchengladbach weit entfernt. Selbst, wenn die Planungen der Ampel umgesetzt werden. Alle Gymnasien bleiben weiterhin bestehen. Von den Aufgaben der Inklusion und Integration sind diese weitestgehend befreit. So dass sich die Schulformen Realschule, Gesamtschule und auch die restlichen Hauptschulen weiterhin fast ausschließlich um die gesellschaftlichen Herausforderungen des gemeinsamen Lernens von Behinderten und Nichtbehinderten und der Integration von zugewanderten Kindern und Jugendlichen kümmern müssen. Dabei können Gymnasien und Realschulen weiterhin Schüler*innen abschulen, die ihnen Probleme bereiten. Was das vor allem für die Schüler*innen aber und auch für die restlichen vier Hauptschulen, Realschulen und die Gesamtschulen in Mönchengladbach für Konsequenzen mit sich bringt kann man erahnen.

    Nicht nur angesichts weiterhin steigender Zahlen von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf, mangelnder Sonderpädagog*innen und wenigen verbliebenen Förderschulen laufen die verbliebenen Hauptschulen Gefahr sich zur „Förderschulen Light“ zu entwickeln. Hier werden sich wahrscheinlich noch stärker als bislang die Schüler*innen konzentrieren, die als problematisch betrachtet werden, weil sie besonderer Fürsorge und Unterstützung beim Lernen, im Verhalten oder im Bereich Sprache bedürfen. Darüber sollten sich die Verantwortlichen der Ampelkoalition bewusst sein und Unterstützung durch die Stadt Mönchengladbach, sowie eine noch stärkere Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe zusichern. 

    Früher hatte man für einen Großteil dieser Schüler*innen auch in Mönchengladbach genügend Förderschulen mit gut ausgebildeten und gut bezahlten Sonderpädagog*innen, die in kleinen Klassen im Team und ohne den Leistungsdruck von Abschlussprüfungen den Lernbedürfnissen der Schüler* innen entsprechen konnten. 

    Die Ausweitung der Gesamtschulplätze entspricht sicherlich dem Elternwillen und ist in diesem Sinne politisch folgerichtig und konsequent.

    Ob eine gleichmäßige Steuerung der Schülerströme gelingt, wird die Zukunft zeigen. Denn auch Gesamtschulen benötigen dringend kleinere Klassen, um sich adäquat um alle Schüler*innen kümmern zu können. Vor allem, da diese bei der Umsetzung der Pläne noch mehr Kinder mit besonderem Unterstützungbedarf aufnehmen müssten. Der Anspruch der Gesamtschulen, allen Kindern gerecht werden zu können ist hoch und angesichts der jetzt schon ausgesprochen heterogenen Schülerschaft in 30-er Klassen kaum zu realisieren. Hier müssen die politischen Akteure und die Schulleitungen der Gesamtschulen die Entwicklung genau im Blick haben und steuern, damit sich nicht einzelne Gesamtschulen zu Problemschulen entwickeln. 

    Realistischerweise muss man zur Kenntnis nehmen, dass zum Konzept einer funktionierenden Gesamtschule auch leistungsstarke Schüler*innen mit gymnasialen Kompetenzen gehören. Diese tummeln sich jedoch nach wie vor zur Hauptsache an Mönchengladbachs Gymnasien. 

    Umso bemerkenswerter ist es, dass die bislang sechs Gesamtschulen in jedem Jahr viele Schüler*innen zum Abitur führen.
    Eine mögliche Umwandlung der Realschule Wickrath in eine Gesamtschule sieht die GEW Mönchengladbach positiv. Denn als im Stadtteil verankerte Schule hätte sie gute Chancen auf hohe Akzeptanz vor Ort zu stoßen.
    Wenn auch die Realschule als einzige weiterführende Schule im Stadtteil diese Entwicklung mittrüge, stünde diese unter einem positiven Stern.
    Es bleibt abzuwarten, wie die Umwandlung real von statten geht. Denn hier hat ja auch die Bezirksregierung ein Wort mitzureden.
    Bedauerlicherweise geht mit den geplanten Entwicklungen das Sterben der Hauptschulen in Mönchengladbach weiter. Die Konkurrenz mit den Gesamtschulen können sie nicht gewinnen. Der Elternwille zeigt dies durch die Anmeldezahlen eindeutig. Da kann die Arbeit der Hauptschulen noch so gut und engagiert sein. Hauptschüler*in zu sein ist für viele mittlerweile mit einem Makel behaftet. 

    Die GEW fordert die Politik in Mönchengladbach auf, sich endlich klar zu bekennen für oder gegen die Gesamtschule oder das dreigliedrige System. Es wird Zeit, dass man der traurigen Entwicklung der letzten 50 Jahre ein Ende setzt.

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!