Schüler baten Kandidaten zur Vorstellung

Nachdem am Dienstag die SPD ihre Vorstellungen zum Thema „Zusammenhalt der Welt“ abgegeben hatte, nutzten am Donnerstag alle NRW-Landtags-Kandidaten des Wahlbezirkes Süd die Gelegenheit zu Statements.

Die Schülervertretung des Franz-Meyers-Gymnasium in Giesenkirchen hatte sie eingeladen.
Sie kamen erklärtermaßen sehr gerne dieser Einladung nach, wohl wissend, Schüler nehmen kein Blatt vor den Mund, fragen gerne nach und bohren tief.

Schwerpunktthemen waren:

  1. „G8 oder G9“? Welchen Weg geht die Bildungspolitik, u.a. in Bezug auf neue Medien?
  2. Integration von Flüchtlingen: Wie wird das Recht auf Bildung für Flüchtlingskinder sichergestellt? Welche Ideen gibt es zu einer besseren Integration?

Auf dem Podium Platz nahmen nach einleitenden Vorträgen von Schülern der Oberstufe:
Frank Boss (CDU), Hans-Willi Körfges (SPD), Lena Zingsheim (Grüne), Daniel Winkens (FDP) und Rohat Yildirim (Linke).
Die Moderation übernahm souverän die Journalistin Birgit Wilms.

„G8 oder G9“?
Keine/r der Kandidatinnen und Kandidaten lehnten eine Wahlmöglichkeit der Eltern ab.

„Integration von Flüchtlingen“.
Dieses Thema war für Hans Willi Körfges und Lena Zingsheim eher leicht darzustellen, ihre Parteien sind aktuell maßgebend für die Umsetzung der momentanen Anforderungen, wie z.B. Abschiebung, Sprachkurse, sichere Herkunftsländer und notwendiges Personal für die Umsetzung.
Klare Aussage: es wird in NRW niemand in ein unsicheres Land abgeschoben, in ein sicheres Land nach Einzelprüfung nur mit dem Ergebnis: keine Anerkennung als Flüchtling. In Frage kommen nur männliche Einzelpersonen.

Bei diesen Themen zeigte sich Frank Boss eher zurückhaltend. Er bevorzugt Sportthemen und Sicherheit. Angespannt wirkte er bei seinen instabilen  Standpunkten.
Die Vertreter der Linken und der FDP waren überfordert.
Die Schüler bewiesen mit dieser Veranstaltung Engagement und Gemeinschaftssinn.

1 Kommentar zu "Schüler baten Kandidaten zur Vorstellung"

  1. G. van den Boom | 5. Mai 2017 um 21:56 |

    Beide Veranstaltungen habe ich mir angetan. SPD in Rheydt, und einen Tag später die ganze Phalanx der Kandidaten in Giesenkirchen. Sie stellten sich dem Volke.
    Körfges (SPD) wie man ihn kennt. Klare Sprache, souverän, Fakten und Zahlen im Kopf. Was er sagt, das steht, und das kann er auch verargumentieren. Bei ihm weiß ich woran ich bin, kann klar erkennen ob und wie er meine Interessen vertreten würde.
    Kurz fassen möcht ich mich und das ist auch machbar. Mit Winkens hat sich die FDP keinen guten Dienst erwiesen. Lindner kann an der Front kämpfen wie er will, wenn die Basis so aussieht, zögerlich, nicht sicher in der Selbstdarstellung und durchaus unstrukturiert, dann wird das Unternehmen nicht gelingen.
    Yidirim (Linke) statt Schultz auf die Bühne zu setzen, war auch nicht die glücklichste Wahl. Eine nette, sympathische Frau begegnete dort dem Bürger, aber auch nicht mehr. Ob Schultz eine Stimme hätte gewinnen können, weiß ich nicht, aber nett ist nicht genug. Es mangelte an Kompetenz und Durchsetzungsvermögen. Schade.
    Frank Boss (CDU) nicht wie man ihn kennt. Nervös, angespannt, in seinen Äusserungen schwankend. Klares Konzept für mich nicht erkennbar. Bei einer Frage der Moderatorin, die per Hand heben mit ja bzw nein beantwortet werden sollte, blieb Boss‘ Hand unten. Also nein. Soweit ok, wenn er das so sieht. Wenige Minuten später, evtl. durch den Gesprächsverlauf bedingt, war ihm seine Reaktion wohl nicht mehr kommod. Er stellte klar: „Ich war vorhin nur vorsichtig…“. Unsäglich. Entweder oder. Säße er im Landtag, würde er zu seiner Meinung stehen, oder sich dem mainstream anpassen? Ich konnte nicht übersehen, daß jede seiner Regungen sich in Mimik und Körpersprache sofort spiegelten. Das ist für einen Politiker ein unglückseliges Defizit. Wenn Herr Boss Politik machen möchte, wäre er hier, wo jeder (fast) ihn kennt besser aufgehoben. Hier im Lokalen könnte er wirklich Dinge bewegen. Täte seiner Heimat vielleicht sogar gut. Aber Pfründe gibt es nur in Düsseldorf. Auch schade. Richtiger Mann, in Düsseldorf am falschen Platz.
    Erstaunliches standing zeigte die junge, „grüne“ Zingsheim. Wissen was sie will und was sie nicht will und das authentisch kommunizieren, das war ihre Stärke an diesem Abend. Zehn Jahre weiter, und ich traue ihr das Profil eines Körfges zu, vielleicht mit sachteren Tönen, aber nicht weniger souverän.
    Hat sich der Abend gelohnt? Ja! Auf jeden Fall fühle ich mich bestärkt darin, auf der richtigen Seite zu stehen und ganz genau zu wissen, was ich auf keinen Fall will.

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