Schuldenkrise: Das Dilemma von Dr. Günter Krings und Gülistan Yüksel

Wie sag´ ich´s meinen Wählern in Mönchengladbach, diese Frage wird sicher unsere beiden Bundestagsabgeordneten in den letzten Tagen beschäftigt haben, das hoffe ich zumindest.
Was zu ihrem Abstimmungsverhalten über Verhandlungen zum 3. Hilfspaket für Griechenland in den Medien zu lesen war, löste bei mir Fremdschämen und den Ausspruch: „Typisch Politiker, bloß keine Meinung haben“ aus.
Dr. Günter Krings hoffte also darauf, dass Griechenland nach der Volksabstimmung nicht weiter verhandeln wollte. Es kam anders. Krings zweifelt die Wirksamkeit neuer Finanz-Hilfen für Griechenland an. Sagt es aber nicht offen.
Das ein Staatssekretär im Innenministerium seine eigene Meinung nicht kundtun und vertreten kann, ist mir allerdings neu.
Möglicherweise könnte solches Handeln ja karriereschädlich sein?
Schäuble dagegen nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt was er denkt. Gut so.
Niemand steht auf und fordert ernsthaft deshalb seinen Rücktritt.
Warum also ducken sich unsere Mönchengladbacher Abgeordneten weg?

Nicht viel anders verhält sich „unsere Frau in Berlin“, Gülistan Yüksel.
Mutig wollte sie unsere Interessen vertreten, das war ihr Credo.
Nun meint sie, es sei nicht der Zeitpunkt Härte zu zeigen und stimmt für weitere Verhandlungen, da es ja „nur“ um Verhandlungen und nicht um die Entscheidung des dritten Hilfspaketes geht. Ganz falsch. Erklärtes Ziel von Angela Merkel ist das dritte Paket zugunsten Griechenlands und auch kein Schuldenschnitt. Dieser Weg wurde mit der Zustimmung zu Verhandlungen bereits begangen. Europa zusammenhalten wollen ist ehrenhaft, aber die Frage darf erlaubt sein: Zu jedem Preis?
Viele ihrer Wähler haben beide Politiker stark enttäuscht.

1 Kommentar zu "Schuldenkrise: Das Dilemma von Dr. Günter Krings und Gülistan Yüksel"

  1. Rainer Schwandt | 20. Juli 2015 um 18:40 |

    Ist nur der/die eine/ gute/Abgeordnete/r der/die sich gegen ein Verhandlungsmandat für eine Hilfe für Griechenland ausgesprochen hat?
    Soweit mir bekannt ist, wurde dieses Mandat von über 2/3 der Mitglieder des Deutschen Bundestages gebilligt. Handelt es sich hierbei um Dummköpfe? Ich respektiere durchaus auch die Mitglieder des Deutschen Bundestages, die mit “ Nein“ gestimmt haben. Erschreckend für mich ist, dass man sich in sog. „Stammtischen“ einer Argumentation bedient, die in einer großen Boulevardzeitung dargelegt werden, ohne weiteren Zusammenhänge – aws bedeudet ein Grexit? – zu erkennen.
    Ich vertraue der Verhandlungsergebnissen von Angela Merkel und Wolfgang Schäuble und damit den Zustimmungen zu diesen Verhandlungsergebnissen der Bundestagsabgeordneten aus unserer Stadt
    Insofern halte ich dies nicht für ein Dilemma sondern eine konsequente Fortsetzung der bisherigen Politik der Bundesregierung.

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