Solidarität wird eingefordert – mit wem?

Da wehren sich innerstädtische Politiker gegen Gebühren, die sie wenige Monate zuvor selber mit beschlossen haben.
Worum geht es dabei: Es soll Geld eingenommen werden um den maroden Haushalt zu sanieren.
Gegen die geplante Art der Geldeintreibung, nämlich höhere Parkgebühren, verwahren sich zuvorderst die Einzelhändler in den betroffenen Bereichen.
Sie argumentieren, die Kunden könnten möglicherweise wegbleiben und wegen ein paar Cent in anderen Städten einkaufen, die Stadt würde unattraktiv.

Sehr schnell springen unsere Politiker auf diesen Wirtschaftszug auf und kämpfen nun bei den Bürgern um Verständnis.
Solidarisch solle sich die Bürgerschaft zeigen und die Gebühreneinnahmen auf alle Stadtgebiete ausweiten. Als ob dadurch für den Einzelhandel alles zum Guten gewendet werden könne.
Was sie dabei bewußt ausblenden: Nicht alle Ortsteile sollen solidarisch sein, nicht Hardt, nicht Eicken, nicht Wickrath, nicht Wanlo.
Was unsere Politiker ebenfalls nicht laut sagen: Auf großen, öffentlichen Parkplätzen in den Außenbereichen werden keine Gebühren erhoben. Und die kleinen bewirtschafteten Parkplätze erfüllen lediglich die Möglichkeit der Steuerung dieser Bereiche.
Dies ist politisch gewollt, nur sagen möchte es niemand dem Bürger.
Mit wem sollen wir also solidarisch sein, mit dem Einzelhandel? Eine abzulehnende, scheinheilige Diskussion.