Stadt baut „Neues Rathaus der Zukunft“ am Standort Rheydt

Luftbildaufnahme Rathaus Rheydt (Copyright: pmg)

Das neue Rathaus am Standort Rheydt ist machbar.
Zu diesem Ergebnis kommen Gutachter, die im Auftrag der Stadt eine Wirtschaftlichkeitsberechnung als wichtigste Grundvoraussetzung für das Vorhaben erstellten. Läuft alles nach Plan, könnten zum 1. Januar 2025 rund 1.990 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einschließlich einiger städtischer Tochtergesellschaften einziehen.

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners stellte heute gemeinsam mit dem Technischen Beigeordneten Dr. Gregor Bonin und dem Beigeordneten Matthias Engel die Inhalte von sechs Beratungsvorlagen zum Neuen Rathaus/Moderne Verwaltung der Zukunft der Presse vor, die ab Dienstag, 4. Oktober, mit dem Planungs- und Bauausschuss in die politischen Beratungen gehen.

Neues Rathaus – Frontaufnahme (Copyright: Dezernat Planen, Bauen, Mobilität, Umwelt)

Der Rat wird am 19. Dezember darüber entscheiden.

„Mit der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung haben wir nun ein Fundament vorliegen, auf dem wir bauen können. Eine Zentralisierung der Verwaltung an dieser Stelle bringt große Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für den Standort Rheydt als wichtiger Frequenzbringer. Unser Ziel muss sein, den Bürgern einen optimalen Service zu bieten und eine Prozessoptimierung im Verwaltungshandeln zu erzielen“.

Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin ergänzt: „Unser Vorhaben ist ein deutliches städtebauliches Bekenntnis zu Rheydt, die Innenstadt erheblich zu stärken, indem dort zukünftig mehr als die doppelte Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz finden werden“.

Das von der Gemeindeprüfungsanstalt NRW mit der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung beauftragte Beratungsunternehmen STRABAG Property and Facility Services kommt zu dem Ergebnis, dass sich, ausgehend vom monetären Handlungsrahmen in Höhe von 142 Millionen  Euro und Herstellungskosten für den Neubau in Höhe von 161 Millionen Euro, ein Risikopuffer bis zur Erreichung der Wirtschaftlichkeitsgrenze in Höhe von 54 Millionen Euro ergibt.

Langfristige Einsparungen von Raum- und Energiekosten
Das Rathaus der Zukunft, die Überlegungen gehen  auf einen Ratsbeschluss von 2017 zum strategischen Raumkonzept zurück, soll die Kernbereiche der Verwaltung am Rheydter Rathaus (Rathaus Rheydt, Karstadt-Gebäude und Grundstück Stadtsparkasse) konzentrieren.
Die Stadtverwaltung ist derzeit auf 26 Standorte verteilt, davon sind 13 im städtischen Eigentum und 13 Mietobjekte. Dezentral bleiben werden die Standorte Rathaus Abtei, die Bezirksverwaltungsstellen, das Vitus-Center und die Wilhelm-Straße-Straße.
Die jetzigen Verwaltungsstandorte, die zu einer Kernverwaltung zusammengefasst werden sollen, ergeben zum jetzigen Zeitpunkt einen Instandhaltungsrückstau von rund  83  Millionen Euro.
In einem Betrachtungszeitraum von 26 Jahren bis zum Jahr 2044 würden sogar insgesamt 199 Millionen Euro Sanierungskosten anfallen, wenn die derzeitige Situation unverändert bliebe.
Mit anderen Worten: Ein Neubau ist wirtschaftlicher als die Fortführung des Bestands.

Die Modernisierung und Zentralisierung der Verwaltung soll dagegen zu langfristigen Einsparungen von Raum- und Energiekosten, einer besseren Wirtschaftlichkeit, Barrierefreiheit sowie die Veräußerung von nicht mehr benötigten Flächen und die Einsparung von Mietzahlungen für Fremdfinanzierungen erwirken.

Strategisches Raumkonzept

Das strategische Raumkonzept, das zum jetzigen Zeitpunkt eine Momentaufnahme darstellt und ständig weiterentwickelt werden muss, spiegelt den Leitgedanken der Wachsenden Stadt wider und bietet die Perspektive, die Verwaltung unter den Aspekten Effizienz, Bürgernähe und Service mit attraktiven Arbeitsplatzangeboten zu einem modernen und familienfreundlichen Dienstleister und Arbeitgeber weiterzuentwickeln.

Etwa 1.990 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern Stadt sollen bei einer Desk-Sharing-Quote von 1,27 an etwa 1.550 Arbeitsplätzen zum 1. Januar 2025 in dem Gebäudekomplex aus Allgemeinem Rathaus, Sozialem Rathaus und Technischem Rathaus untergebracht werden. Vorgesehen sind – in Anlehnung an das neue Rathaus in Venlo – neue offene Bürolandschaften die Aspekte der „Modernen Arbeitswelten“ widerspiegeln. Ebenso sind ein zentrales Konferenzzentrum mit Bürgersaal, unter anderem auch für Ratssitzungen, und ein zentrales Servicezentrum vorgesehen. Zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine Betriebs-Kindertagesstätte mit großem Außengelände in direkter Nachbarschaft im städtischen Gebäude Wilhelm-Strauß-Straße vorgesehen. Die Stadtsparkasse wird am Standort des Neuen Rathauses zwischen dem alten Rathaus und der Kommandantur integriert. Die Stadtbibliothek, ebenso Bestandteil des Gesamtkomplexes, bleibt in ihrer Größe am Standort bestehen. Ziel ist es jedoch, die Bibliothek noch stärker der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dies kann zum Beispiel durch die Integration in die geplante öffentliche Mall erfolgen.

Zwei Bauabschnitte:

Umzugsmanagement startet in 2020

Der geplante Umbau, Sanierung und Neubau erfolgt in zwei Bauabschnitten: Nach dem Umbau des Karstadt-Gebäudes und des Alten Rathauses mit Neubauten erfolgt der Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Stadtsparkasse. Mit dem Umzugsmanagement für den ersten Bauabschnitt soll im Laufe 2020 begonnen werden. Bereits in der temporären Übergangsunterbringung, für die derzeit verschiedenen Alternativen geprüft werden, sollen möglichst viele Aspekte der Modernen Arbeitswelten umgesetzt werden.

Planungswettbewerb startet Anfang 2019

Als Konzern Stadt hat die Verwaltung zusammen mit der EWMG das auf Wettbewerbsmanagement spezialisierte Architekturbüro [phase eins]. aus Berlin mit der Vorbereitung der Grundlagen für ein Wettbewerbsverfahren beauftragt. Der offene Teilnahmewettbewerb ist für den Zeitraum Januar bis März 2019 geplant. Die Preisgerichtssitzung in der 1. Phase ist für den 17. Juni 2019 und eine weitere abschließende Preisgerichtssitzung in der 2. Phase für den 4. November 2019 vorgesehen. Mit dem „Ideen-Wettstreit“ für das Rathaus der Zukunft mg+ strebt die Stadt die beste Lösung für städtebauliche, architektonische, baulich-konstruktive und wirtschaftliche Ziele an.

Digitalisierungsstrategie und moderne Arbeitswelten Das Rathaus der Zukunft und der fortschreitende Prozess der Digitalisierung, die digitale Transformation“, hängen eng zusammen. Die Stadt strebt einen Digitalisierungsgrad von 80 Prozent an. „Wir haben die große Chance, besser zu werden für die Menschen dieser Stadt, bestmögliche Arbeitsbedingungen zu schaffen und die Leistungen für den Bürger zu verbessern. Wir stehen mit Blick auf den Fachkräftemangel in Konkurrenz zu anderen Städten und machen uns auf den Weg zu einem modernen, attraktiven und familienfreundlichen Arbeitsgeber“, so der für Personal zuständige Beigeordnete Matthias Engel. Ein Ziel dieser Strategie ist der kontinuierliche Ausbau der Online-Angebote mit der Einführung eines Online-Serviceportals, das eine Reihe von Verwaltungsdienstleistungen gebündelt digital anbietet. In einem ersten Schritt werden die bereits bestehenden und gut angenommenen Online-Services wie im Kfz-Zulassungs- und Führerscheinwesen, Kita-Navigator oder Meldewesen im neuen Portal angeboten und weiter ausgebaut. Darüber hinaus werden durch digitale Aktenführung und neue elektronische Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Kommunikation die Arbeitsprozesse effizient neu gestaltet.

Wer als Bauherr das Projekt umsetzt, steht derzeit noch nicht fest. Nach einer Empfehlung der Gemeindeprüfungsanstalt soll dies im Konzern Stadt erfolgen: Hier kämen die Stadtverwaltung selber, eine zu gründende Projektgesellschaft oder eine Tochtergesellschaft der EWMG in Frage.
(pmg/sp)

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