Stundentinnen der HN fordern faire Praktikums-Entlohnung und finden prominente Unterstützer

Skandalös: Seit 2006/2007 hat auch die Stadt Mönchengladbach die Bezahlung für Praktika eingestellt

14-03-26-kulturkram-0049Es grenzt schon an Ausbeutung, was in Firmen und auch Unternehmen, aber auch in Verwaltungen praktiziert wird.
Die Leidtragenden sind ein großer Teil unserer Studierenden.
Dies haben die Studentinnen des Fachbereiches Kulturpädagogik zum Anlass genommen und eine Podiumsdiskussion in den Räumen der FH-Niederrhein organisiert.
Gestern Abend sprachen über das Thema „Unbezahltes Praktikum – wer ist schuld?“
die Mönchengladbacher Politiker Dr. Hans Peter Schlegelmilch (CDU), Karl Sasserath (Bündnis 90/Grüne), Christine Brinkmann (zakk // Düsseldorf) und  Birte Jürgens als Vertreterin der Studierenden (HSNR // BA Kulturpädagogik).
Als Veranstalter fungierte Kulturkram e.V. im Rahmen des Arbeitsmarktes Kultur unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Mona-Sabine Meis (HN).

 

Nach kurzen einleitenden Darstellungen der Situation wurde schnell klar, dass der aktuelle Status der überwiegenden Nichtentlohnung von Praktikanten aus diesem Fachbereich schnellstens geändert werden muß.
Nicht nur das diese leistungsmissachtende Art der Beschäftigung gesellschaftlich verwerflich erscheint,  die sich derart bereichernden Firmen nutzen die alternativlosen jungen Menschen schamlos aus.

In den neuen Studiengängen zum Bachelor werden als 4. Semester ein Praxissemester zwingend vorgeschrieben.
Einen Praktikumsplatz zu finden, bleibt den Studierenden vorbehalten.
Sie müssen in der Praxis nehmen was zu bekommen ist.
Dies wissen natürlich die Unternehmen und nutzen die Situation aus, sie rekrutieren auf diese Art für 18 Wochen eine kostenlose Arbeitskraft, oftmals werden diese als Projektleiterinnen eingesetzt, unbezahlt.
Offensichtlich gibt es eine Gesetzeslücke die das alles rechtens sein läßt.
Bei den Diskutanten Schlegelmilch und Sasserath waren nur Unterschiede in der Vorgehensweise der allseits gewünschten Veränderung zu erkennen.
Während Sasserath in Teilbereichen, nach fertiger Ausbildung, eine gesetzliche Regelung fordert, möchte Schlegelmilch, er glaubt nicht an eine Regelung über den aktuell diskutierten Mindestlohn, eine Besserung über gesellschaftliche Veränderung von Einstellungen im humanistischen Bereich.
Schlegelmilch : „ Mich wundert, dass solche Themen in den Social Medien nicht stattfinden. Dort kann man diese Themen auch mal hineinbringen. Dort kann man sehr schön Druck aufbauen. Läuft das ganze organisiert, kann man darüber auch Bewußtsein verändern.“ Er riet dazu, ein Benchmarking der Firmen zu organisieren in entsprechenden Foren.
Schlegelmilch sieht auch die Fachhochschule in der Verantwortung, eine unzureichende Beratung und Unterstützung scheint ein starkes Indiz für den unhaltbaren Zustand der Situation zu sein.
Diesen Argumenten widersprach Prof. Dr. Mona-Sabine Meis ausdrücklich nicht.

Sasserath plädiert für eine Art Orientierungsbörse für die Studierenden, er machte ihnen auch Mut: „ Wenn man der demographischen Entwicklung Glauben schenken darf, dann spielt ein Stück weit die Zeit für die Studierenden. In Zukunft könnte man sich um sie reißen.“
Sasserath glaubt, unter dem Aspekt der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers müßte auch die Stadt Mönchengladbach noch einmal nachdenken.
Er hat herausgefunden, das dort seit 2006/2007 keine bezahlten Praktikantenstellen mehr angeboten werden. Die damalige politische Mehrheit soll dies so aus Kostengründen entschieden haben.
Sasserath: „ Ich sage Ihnen tatsächlich, wer nicht in der Lage ist der Berufspraktikantin 300 Euro im Monat als Praktikumsentgeld zu zahlen, da habe ich die Frage, was sind das unter wirtschaftlichen Aspekten für Unternehmen?“

Man darf gespannt sein auf die Umsetzung einiger Vorschläge seitens aller an der Diskussion Beteiligten.

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