Was soll da in Korschenbroich passieren?

Seit nunmehr einigen Monaten gibt es in Korschenbroich ein hochbrisantes Thema.

Das Thema heißt Neubau eines Altenpflegeheimes oder einer Senioren Residenz.

Es ist für Menschen mit sozialer Verantwortung unstrittig, dass eine derartige Einrichtung in einem Gebiet gebaut wird, wo zwar Leben herrscht, aber nicht unbedingt Verkehrslärm und Industriegeräusche das Leben ausmachen.
Die bisherigen Pläne sind aus mehreren Gründen sehr umstritten.
Es ist wohl festzuhalten, sie sind auch schon weit fortgeschritten.

Zur Umstrittenheit der Pläne kommt es, weil das Haus auf einem Grundstück errichtet werden soll, welches eher für Industrieobjekte als für ein Heimprojekt nutzbar ist.

Es handelt sich um das Gelände auf der Ecke Hindenburg Straße, Friedrich Ebert Straße, welches zurzeit noch von städtischen Einrichtungen genutzt wird, die demnächst durch die angestrebte Zentalisierung umgesiedelt werden.

Umstritten ist der geplante Bau einer Senioren Residenz an diesem Ort aus verschiedenen nachvollziehbaren Gründen.

Das Areal grenzt zum einen an das bestehende Industriegelände entlang der Friedrich Ebert Straße.
Desweiteren grenzt es an die S-Bahn Strecke Mönchengladbach- Düsseldorf.
Die S-Bahn fährt hier in einer Taktfrequenz während der Tages- und frühen Abendstunden von 20 Minuten.
Zum dritten soll es entlang der sehr stark von Durchgangsverkehr genutzten Friedrich Ebert Straße errichtet werden.
Ein zusätzlich negativer Aspekt ist, dass der Kreuzungsbereich, der zurzeit mit Ampelanlage gesteuert ist, in einen Kreisverkehr umgeändert werden soll.
Diese negativen Punkte bringen Menschen mit sozialem Verantwortungsbewusstsein dazu zu sagen, Senioren Residenz ja aber nicht an diesen Ort.

Der Investor, der diese Senioren Residenz als unbedenklich bezeichnet, rühmt sich mit verschiedenen, bereits realisierten, ähnlichen Objekten. In seinen Publikationen zeigt er Häuser in einer eher ruhigen, landschaftlich vorbildlichen Lage. Diese Möglichkeiten sind an dieser Stelle absolut unvorstellbar und auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht umsetzbar.

Es ist unbedingt zu fragen, welcher ältere Mensch in einem Haus wohnen möchte wo ein öffnen der Fenster zu einer enormen Lärm- und Geruchsbelästigung führt? Wer möchte in einem Haus wohnen, das an einer Straße liegt, die man nur mit relativ gutem Allgemeinzustand rasch überqueren kann?
Wer möchte alle 20 Minuten durch am Bahnhof mit quietschenden Rädern anhaltende S-Bahnen in seiner Ruhe gestört werden?
Wer möchte, wenn er etwas einkaufen will oder seinen Arzt besuchen möchte, zunächst eine stark, nur mit großer Angst zu überquerenden Straße, passieren?
Ich möchte von mir behaupten, ich könnte keine Frage für mich mit dem Wort „Ja“ oder „Ich“ beantworten.

Um dieses Projekt noch zu verhindern oder alles zu tun, damit es nicht realisiert wird, kann man sich nach wie vor in die Listen eintragen, die in mehr als 50 Geschäften im Bereich von Korschenbroich ausliegen.

Diesen Artikel schreibe ich, weil ich davon überzeugt bin, dass dieses Projekt so nicht entstehen darf.
Ich verhehle aber auch nicht, dass ich bisher wenig gefunden habe, was für den Neubau der Senioren Residenz an dieser Stelle spricht.
Ich lade alle Menschen in Korschenbroich, ausdrücklich auch Politiker die anders denken, ein, mit mir das Thema zu besprechen und ich sage zu, an gleicher Stelle auch darüber zu berichten.

Liebe Leserinnen und Leser betrachten sie auch die Fotos, sie entstanden alle am Samstagnachmittag bei geringem Verkehrsaufkommen, zeigen aber nach meiner Meinung teilweise die Problematik des Projektes.

In bester Absicht
Rainer Missy