WDR-Film „Heimatabend Mönchengladbach“ wirft etliche Fragen auf: Borussia – ein Teil Heimat?

Eine Filmkritik

14-10-14-wdr-heimatabend-0005Bereits zu Beginn dieses „Heimatfilms“ über Mönchengladbach wird darauf verwiesen, Mönchengladbach als Stadt ist in der westlichen Welt unbekannt, nur über Borussia findet der geneigte Fremde Zugang zu unserer Stadt.
Der Gladbacher gehe stolz eine Symbiose ein mit „seiner“ Borussia.
Welch arme Definition der Gladbacher Bürger allgemein.
Ein grüner Flickenteppich ist Mönchengladbach, so der Sprecher im Film, kein Detail der Teppichteile, etwa der Bunte Garten oder der Schmölderpark. Erst später erfährt der Zuschauer ein paar Oberflächlichkeiten über Hardt, kaum etwas über seinen Wald.
Nichts über Wanlo und die umliegenden prägenden Honschaften und Stadtteile.
Nichts zu Neuwerk, den Flughafen, den Braunkohletagebau, die Niers, den Volksgarten.
Ein wenig Info über Karneval, den Blumenkorso, kein Wort zu den Schützen mit ihrem Brauchtum.

 

 

Die Details, die gezeigt werden sind gut recherchiert. Unser Mönchengladbacher Stadtarchiv war nach Aussage der Filmemacher eine wahre Fundgrube und die Mitarbeit wurde sehr gelobt.
Wichtig: Der Film soll nicht gesponsert sein.

 

14-10-14-wdr-heimatabend-0011Details gab`s zu den Nachkriegsjahren, der aufstrebenden und niedergehenden Textilindustrie unter Mitwirkung von Rolf Königs in einer raumgreifenden Doppelrolle als Textil-Unternehmer und Borussenpräsident.
Ex- Borussenspieler Herbert Laumen durfte als Zeitzeuge mitwirken, den Pfostenbruch erklären, er selbst war maßgeblich beteiligt, wie gehabt, Borussia war das führende Thema des Films.
Auch viele Zuschauer der Vorabaufführung im gut besuchten Haus Erholung am Diensttagabend waren überwiegend der Meinung: Dieser Film hat interessante Ansätze, ein Werbefilm für den Fußballverein in dieser Stadt.

 

14-10-14-wdr-heimatabend-0018Selbst die Diskussionsrunde nach Beendigung der Vorstellung hatte ein klares Übergewicht.
Neben EX-Oberbürgermeisterin Monika Bartsch und der ehemaligen Pressesprecherin des JHQ Helga Heine war Borussen-Fan-Beauftragter Thomas Weinmann auf dem Podium und erzählte natürlich ausschweifend von „seinem“ Verein.

Am Freitagabend um 23:30 wird dieser Film im WDR Fernsehen ausgestrahlt und ist anschließend in der Mediathek langfristig zu sehen. Schauen sie mal rein.

1 Kommentar zu "WDR-Film „Heimatabend Mönchengladbach“ wirft etliche Fragen auf: Borussia – ein Teil Heimat?"

  1. Wem ausser Borussia zu Mönchengladbach nichts einfällt, der gewinnt durch den „Heimatabend“ nichts hinzu.
    Da war ‚mal Blumenkorso, da war ‚mal Weberei, da waren ‚mal die Engländer, und da war und ist Borussia. Gott sei Dank wird da wenigstens die Hochschule erwähnt, ansonsten ist M.-Gladbach doch ziemlich beschränkt… auf Fussball. Was hat die detailierte Schilderung DES Pfostenbruches mit Heimat zutun, was die Aktivitäten Netzers, neben dem Fussball?
    Nach der Vorführung, die Möglichkeit für Fragen aus dem Publikum. Man darf davon ausgehen, dass es sich bei den ca. 200 Gästen um Gladbacher handelte. Eine junge Frau fragt, warum der Film denn so borussialastig sein musste. Daraufhin kräftiger Applaus. Ich denke, das spricht für sich.
    In der Vorankündigung fällt einmal das Wort „bunter Garten“, und wo ist er?
    Es gibt ein paar recht gute Bilder mit Blick auf die Stadt. Wegen der vielen Grünflächen, wird der Vergleich mit einem bunten Flickenteppich herangezogen, und wo ist der im weiteren Verlauf? Natürlich kann man in einem solchen Film niemals alle Facetten einer Heimatstadt zeigen, aber wo
    war das TIG, wo das rote Krokodil, wo die Besuche von Nobelpreisträgern, wo die Hockeyparkevents mit echten Grössen des Showbusiness, wo die lebendige Brauchtumspflege? Nur fünf Minuten weniger Borussia, und an diese Stelle wenigstens das ein oder andere Bild vom o.g., z.B. als „Impressionen der Stadt“, das hätte schon gereicht. Es gab einige wenige Minutensequenzen, die vor Allem den Älteren unter den Zuschauern Freude gemacht haben, aber es waren eben nur Minuten. Und so bleibt Mönchengladbach halt beschränkt. Was ist los, dass die Definition nur über Fussball geht? Diese Ausschliesslichkeit ist mir von keiner anderen Stadt, in der ein Fussballverein zu Hause ist national, wie international bekannt .
    Schade, es hätte auch schön sein können.
    Gut war am Ende, dass die „Fernsehleute“ das Missfallen und die Enttäuschung wenigstens deutlich mitnehmen konnten.

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