Angst vor Veränderung? – Hoffnung auf die Zukunft

Die Zeit war reif für den nächsten Schritt nach jahrelangem hinausschieben einer Diskussion mit anschließender Entscheidung.
Die Gesellschaft ist reif genug zu erkennen, die bisherigen Regelungen für Partnerschaften sind alles andere als akzeptabel im Sinne von Gleichbehandlung, Gerechtigkeit und Kindeswohl.
Nein, nicht akzeptabel ist das Gezeter derjenigen, die nun die Koalitionsräson ins Gespräch bringen. Das findet in unserer Gesellschaft keine Freunde.
Das Bundesverfassungsgericht wird wohl ein richtungsweisendes Urteil fällen, in welche Richtung auch immer, es wird von allen zu akzeptieren sein.
Die Diskussion über die beste Lösung für das Thema „Ehe für alle“ in unserer Gesellschaft hingegen sollte weitergehen und nicht durch Politiker unterdrückt werden, die Menschen selber werden es vorantreiben.

Bedenklich erscheint mir z.B.eine Darstellung der Ereignisse in der Kolume von WOLF M. MEYER unter http://kolumne.wolfsgeheul.eu vom-30-06-2017 zur parlamentarischen Abstimmung als “von einer gesellschaftliche Minderheit die Volksvertreter in derartiger Weise am Nasenring durch die Manege geführt“ darzustellen. Diese Darstellung gipfelt in der publizierten Behauptung: “ daß das Parlament einen weltweit bisher feststehenden Begriff wie den der „Ehe“ vollkommen willkürlich und ohne Not neu definiert und ausweitet“.

Veränderung löst bekannter maßen Angst aus, wir erleben es fast täglich, meist bei beruflichen Veränderungen. Doch Angst ist wie dort auch hier kein guter Ratgeber.
In allen Bereichen wurde und wird die Gesellschaft aufgefordert offen für neues zu sein. Das kann nicht vor der Lebensform Ehe halt machen.

1 Kommentar zu "Angst vor Veränderung? – Hoffnung auf die Zukunft"

  1. Peter Josef Dickers | 3. Juli 2017 um 20:32 |

    Es stimmt, dass sich unsere Gesellschaft seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in eine Art Trutzburg verwandelt hat. Normen wurden entwickelt und festgeschrieben, die wenig Raum für eigenständiges, eigenverantwortliches Handeln ließen und eine Kultur der Selbstherrlichkeit förderten. Das galt auch für das Moral-Verhalten. Die 68er-Bewegung sorgte für erste Bruchstellen.

    Andererseits muss man eingestehen, dass sich die meisten Bürger in diesem Norm-System, das vor Veränderungen bewahrte, sicher fühlten und es deswegen akzeptierten.

    Inzwischen ist uns bewusst geworden – vor allem seit der Wiedervereinigung – dass wir nicht alle im gleichen Boot sitzen. Die persönliche Wertordnung des Einzelnen ist nicht die einzig richtige und gültige. Alle sind auf ihre Weise auf der Jagd nach der Wahrheit und lassen sich nicht mit Plattitüden abspeisen. Christen, gleich welcher Konfession sie sich zugehörig rechnen, müssen akzeptieren, dass göttliche Ordnung, wie sie sich in Geboten und Dogmen manifestiert, nicht gleichzusetzen ist mit weltlicher Ordnung. Selbsternannte weltliche und religiöse Gurus´wollen das nicht wahrhaben und versuchen ein Gesellschaftsbild zu zementieren, in dem das Gestern immer noch bestimmender ist als das Heute und Morgen.

    Ob die „Ehe für alle“ tatsächlich ein Zukunftsmodell ist oder nur dem Zeitgeist Rechnung trägt, vermag niemand objektiv zu sagen. Nicht jeder muss jede Form von Partnerschaft als staatlich abgesicherte „Ehe“ akzeptieren. Jeder sollte aber respektieren, dass seine „Ehe-für-alle-Mitbürger“ Wege suchen, auf denen sie ihr persönliches Glück finden und gleichzeitig zur Versöhnung in unserer Gesellschaft beitragen wollen. Wandelnde Querschläger und Naivlinge erweisen unserem Volk keine guten Dienste.

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