Armut in der Stadt

Fotos: Silvia Erbrath

Es ist schon sehr traurig, wenn man mit offenen Augen durch die Stadt geht und die Armut der Menschen sieht.

Noch nie habe ich so viele Menschen in den Mülleimern wühlen sehen wie in dieser Zeit. Wie viele werden es noch werden? Warum sind so viele Menschen davon betroffen in so einem reichen Land? 

Viele Frauen versuchen zu verbergen, dass sie arm sind und scheinen auf ewiger Einkauftour zu sein. Mit ihren Taschen ziehen sie immer wieder umher und versuchen möglichst nicht aufzufallen, wenn sie nach Flaschen oder Pfanddosen suchen. Heute ging in einer Nebenstraße ein großer Mann mit gesenktem Haupt vor mir her. Er hatte nur einen Schlappen und zwei zerfetzte Socken an den Füßen.  Dieser Anblick ist schon sehr befremdlich, wenn man im Hintergrund die Kinder Sankt Martinslieder singen hört.

Schon im Sommer kamen Mittbürger spät an private Haustüren, um im Schutz der Dunkelheit Lebensmittel bei der Organisation „Save The Food“ zu erbitten. Viele schämen sich für diesen Gang.

Ob Rentner oder  Familien in Not werden hier auch ohne Nachweise nicht abgewiesen. Solange man etwas geben kann. Denn die Spenden der Supermärte gehen zurück. Die evangelische Kirche in unserer Stadt erweitert Ihr Angebot.  Die Gemeinde der Friedenskirche ist für ihr weitreichendes Netzwerk und die vielseitigen Angebote vor Ort bekannt.

Seit langem schon ist in Pesch, im Paul Schneider Haus eine Hausaufgabenhilfe mit Mittagessen eingerichtet.  Hier im PSH oder auch liebevoll Paule genannt, werden genau wie in Bettrath,  im Karl Immer Haus sowie in der Friedenskirche auf der Margaretenstraße in Eicken nun Wärmestuben eingerichtet. Ein warmes Mittagessen wird bei Bedarf auch gerne gereicht.

Wegen der besseren Planbarkeit wird um Anmeldung gebeten. Weitere Gäste sind herzlich willkommen. Informationen finden Sie unter EKIMG.de

2 Kommentare zu "Armut in der Stadt"

  1. Thomas-Andreas Wasilewski | 18. November 2022 um 17:44 | Antworten

    Entsetzt bin ich über den armseligen Umgang mit den Ärmsten in der Stadt Mönchengladbach.

    Karl Sasserath schreibt dazu auf facebook: „Was lief in dieser Woche schlecht? In einer Stadt zu leben, in der das Ordungsamt und der Stadtreinigungsbetrieb GEM Wohnungslosen, die unter einer Brücke schlafen, ihre Schlafstätte abräumen.“

    Maria und Josef waren die bekanntesten Obdachlosen.

    Die Ignoranz und Nonchalance gegenüber diesen unmenschlichen Praktiken, die sich der Oberbürgermeister erlaubt, ist ein Schlag ins Gesicht von Jesus.

    Auch Felix Heinrichs müssten Jesus Worte geläufig sein:
    Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen, – Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan –

    Wen wird Jesus wohl gemeint haben, einen Oberbürgermeister der die Schlafplätze der Obdachlosen räumen lies?

    • Da Sie ja sehr aktuell alles lesen, werden Sie auch erfahren haben, dass das alle so weder geplant noch beabsichtigt war. Sie wissen auch, dass die Stadt sich mittlerweile entschuldigt hat. Ebenso wissen Sie, die Geschädigten haben Ersatz für Matratzen und Schlafsäcke bekommen. Dies alles wurde in den sozialen Medien berichtet.
      Ihr Kommentar passt infolge dessen zur verbreiteten Ansicht, Sie wollen gegen alles und jeden nur motzen.

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*