Armut in NRW gehört zur traurigen Normalität

Mit großer Sorge betrachtet der Sozialverband VdK NRW die am 28. März vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zur Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung.

„Vor allem in Nordrhein-Westfalen gehört Armut mittlerweile zur traurigen Normalität“, sagt der VdK-Landesvorsitzende Horst Vöge.
Im Jahr 2017 bezogen in NRW 276.341 Menschen Leistungen zur Grundsicherung – und damit 9.208 mehr als im Jahr zuvor.
Bundesweit hat NRW mit 26 Prozent den höchsten Anteil – deutlich vor Bayern auf Platz zwei mit zwölf Prozent.

Der VdK NRW stellt aufgrund dieser Zahlen eine düstere Prognose auf: „Seit fast 15 Jahren steigt die Zahl der Betroffenen kontinuierlich an – und ein Ende dieser Entwicklung ist weiterhin nicht absehbar“, so Horst Vöge. Dabei sehe er zusätzlich das Problem der „verdeckten Armut“. Der VdK NRW geht von einer hohen Zahl an Menschen aus, die Hemmungen haben, Grundsicherung zu beantragen – obwohl sie eigentlich Anspruch darauf hätten. Außerdem geraten vor allem Frauen in die Armutsspirale.

Daher fordert der VdK NRW ein effektives Maßnahmenpaket. „Armut zu bekämpfen funktioniert nur mit einer umfassenden Renovierung der Sozialgesetze – insbesondere bei der Erwerbsminderung“, sagt Horst Vöge. Dass diese Rente meist nicht zum Leben reiche, könne nicht länger geduldet werden.
„Es kann nicht sein, dass wir uns daran gewöhnen, dass die Politik diesen schleichenden Prozess eher hinnimmt, statt Lösungen voranzubringen“, mahnt der VdK-Landesvorsitzende an.