BDH informierte praxisnah und anschaulich über den Umgang mit Demenz

Bürgerforum Demenz in Mönchengladbach

Als „Sonnenuntergang seines Lebens“ bezeichnete vor Jahren der ehemalige US-Präsident Ronald Reagan die Phase, in die sein Leben nach der Diagnose „Alzheimer“ eintrat. Ähnlich äußerte sich vor kurzem Fußballidol Rudi Assauer und machte damit deutlich, dass es sich bei seiner Erkrankung um ein gesellschaftliches Phänomen handelt. Die Demografie Deutschlands rückt altersbedingte Krankheiten wie Alzheimer ins kollektive Bewusstsein – und wirft dabei eine Menge Fragen auf.

Der BDH Bundesverband Rehabilitation lud aus diesem Grunde am 31. Mai 2012 Bürgerinnen und Bürger zu einem offenen Forum mit Fachvorträgen ins Mönchengladbacher Hotel Frambach.

Über 100 Gäste waren der Einladung des lokalen Kreisverbandes gefolgt.
Bundes- und Kreisverbandsvorsitzende Ilse Müller freute sich auch über die regionale Presseberichterstattung: „Je mehr Menschen wir erreichen und mit dem Thema vertraut machen, desto besser.
Das Thema bewegt uns alle. Geht man davon aus, dass in wenigen Jahrzehnten 2,5 Millionen Menschen von dementieller Erkrankung betroffen sein werden, muss uns allen klar sein, dass wir unser Engagement verstärken müssen.“

Denn die Betreuung Betroffener sei ein Ganztagsjob, bestätigten auch Dr. Raimund Weber,  Ärztlicher Direktor der BDH-Klinik Vallendar, sowie Pflegedienstleiter Jörg Biebrach, die in ihren Vorträgen praxisnahe Tipps für pflegende Angehörige aufzeigten.

Der Beratungsbedarf ist hoch, liegt doch die Zahl dementer Personen deutschlandweit bereits heute bei über 1,3 Millionen. In wenigen Jahren wird in Deutschland unter 40 Menschen einer von dementieller Erkrankung betroffen sein, waren sich die Experten der BDH-Klinik sicher.
Die Vorträge machten deutlich, dass pflegende Angehörige bei fortschreitendem Krankheitsverlauf immer stärker in Anspruch genommen werden und entsprechend Zeit für die Pflege einzuplanen haben. Da komme jede staatliche Unterstützung gerade recht. Die jüngste Budgeterhöhung in Höhe von 1,1 Milliarden Euro reiche dennoch beileibe nicht aus, um den betroffenen Familien spürbar unter die Arme zu greifen, so Ilse Müller. Der BDH wird daher sein Engagement als Sozialverband und Selbsthilfeorganisation forcieren und den Bürgerinnen und Bürgern bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Eine besondere Ehre wurde Hans Kathmann zuteil: Für seine 65 jährige Mitgliedschaft dankte ihm der BDH und Ilse Müller überreichte dem Ehepaar Blumen und die BDH-Ehrenurkunde.