Schlagwort: Pflege

  • Pflegeversicherung – eine komplette Neuaufstellung ist wohl unvermeidlich …

    Pflegeversicherung – eine komplette Neuaufstellung ist wohl unvermeidlich …

    Statement von Werner Schell, https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

    Die Pflegeversicherung wird wohl in naher Zukunft die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen nicht mehr angemessen gewährleisten können. Die Versorgungsdefizite, ambulant und stationär, sind bereits seit längerer Zeit so, dass von einem stets anwachsenden Pflegenotstand gesprochen werden muss. Da aber die Deutschen immer älter werden und länger leben, wird die Nachfrage nach Hilfe weiter zunehmen (die Baby-Boomer kommen).

    Das Pflegesystem ist aber schon jetzt überfordert! Die Personalnot nimmt dramatisch zu, so dass die Pflege – weiter zunehmend – mängelbehaftet vonstatten geht oder eine professionelle Pflege mangels Aufnahmekapazitäten nicht mehr möglich ist. Insoweit wird bereits von einer „Pflege-Triage“ gesprochen. Die Pflegeeinrichtungen sind offensichtlich bereits jetzt gehalten, wegen des Personalnotstandes diejenigen pflegebedürftigen Menschen vorrangig aufzunehmen, die einen niedrigen Pflegegrad verweisen können, vieles noch selbst ohne Hilfe erledigen können.

    Die Tatsache, dass die Pflegeeinrichtungen auf der Grundlage eines Gutachtens von Prof. Rothgang zukünftig verstärkt Pflegehilfskräfte anstellen werden, wird die Qualität der Pflegeleistungen zwangsläufig zusätzlich vermindern. Darunter werden diejenigen Heimbewohnerinnen und Heimbewohner besonders zu leiden haben, die neben den pflegerischen Hilfeerfordernissen noch ergänzende Unterstützung bei mehreren Krankheiten benötigen. Insoweit geben über 10 Pflegestandards vor, was ggf. zu tun ist. Dienstkräfte, die aber insoweit nicht ausreichend qualifiziert sind, müssen sich zwangsläufig zurücknehmen mit der Folge, dass die Einrichtungen mehr und mehr zu bloßen Verwahranstalten verkommen (müssen).

    Die seit Jahren massiv eingeforderten Maßnahmen zur Gewinnung von mehr Pflegefachpersonal müssen intensiver darauf abzielen, die Attraktivität des Pflegeberufes zu verbessern und dabei auf gute – auch familienfreundliche – Arbeitsbedingungen achten. Es müssen natürlich auch Vergütungen gewährleistet werden, die der anstrengenden und qualitativ hochwertigen Pflege in den verschiedenen Pflegebereichen gerecht werden. Ob es dabei wichtig ist, die Qualifizierung von Pflege-Hochschulabsolventen umfänglich zu steigern, kann unterschiedlich bewertet werden. Es scheint so zu sei, dass eine dreijährige Pflegeausbildung, ggf. ergänzt durch eine spezielle Weiterbildung, z.B. für die Intensivpflege, meistens völlig ausreichend ist. Zur Gewinnung von Pflegekräften müssen die Pflegeanbieter (Arbeitgeber) auch berücksichtigen, dass es unter Umständen schwierig ist, eine geeignete Unterkunft / Wohnung zu finden. Daher sollte auch über entsprechende finanzierbare Angebote, z.B. in Form von Werks- bzw. Dienstwohnungen nachgedacht werden.

    Die vielfältigen Forderungen nach Abbau der sog. Bürokratie laufen im Pflegesystem weitgehend ins Leere, lenken folglich von den wirklichen Problemen ab. Tatsache ist, dass bei den qualitätsgesicherten Dienstleistungen zu Gunsten der pflegebedürftigen Menschen zahlreiche Aufzeichnungen zwingend geboten sind. Die Durchführung dieser Aufzeichnungen sollte aber im Rahmen der Möglichkeiten durch technische Hilfsmittel erleichtert werden. Das könnte zu einigen Arbeitserleichterungen beitragen. Technische Hilfsmittel, Assistenzsysteme, können im Übrigen auch zur Unterstützung bei der Durchführung von Dienstleistungen eingesetzt werden. Die Erwartung, Roboter würden in Zukunft die personelle Zuwendung weitgehend ersetzen können, sind aber unrealistisch.

    Die Kommunen können zur Auflösung des Pflegenotstandes eigentlich wenig beitragen. Dies allein deshalb, weil die entsprechenden Handlungskompetenzen vornehmlich beim Bund bzw. den Ländern angesiedelt sind. Allerdings können die Kommunen für ausreichende Bildungsangebote für Pflegeschülerinnen und -schüler werben und dafür eintreten, dass entsprechende Strukturen zur Verfügung stehen; dies alles im Zusammenwirken mit den örtlichen Trägern der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Darüber können die überregionalen Verbände der Kommune dazu animiert werden, Bund und Länder darüber zu unterrichten, in welchem Ausmaß die pflegerische Versorgung vor Ort Probleme bereitet und die geeigneten Reformschritte einfordern.

    Die Hoffnung, den Pflegenotstand durch ausländische Pflegekräfte zu beheben, wird wohl nicht in Erfüllung gehen. Insoweit gehen allenfalls einzelne Lücken gemindert bzw. geschlossen werden. Es muss gewährleistet bleiben, dass ausländische Dienstkräfte – nachgeprüft – über eine ausreichende Qualifizierung und ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Bei der Einwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland ist aber immer zu bedenken, dass diese eigentlich auch für die eigene Bevölkerung zur Verfügung stehen sollten.

    Interessant in diesem Zusammenhang: Im Jahr 2022 waren in Deutschland durchschnittlich rund 45,43 Millionen Menschen erwerbstätig. Zu den Erwerbstätigen zählen laut Quelle alle Personen, die als Arbeitnehmer (Angestellte, Arbeiter, marginal Beschäftigte, Beamte) oder als Selbständige bzw. als mithelfende Familienangehörige eine auf Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben, unabhängig von der Dauer der tatsächlich geleisteten oder vertragsmäßig zu leistenden Arbeitszeit. Grundsätzlich eine gute Nachricht. Bedenklich ist aber in diesem Zusammenhang, dass die Zahl der Arbeitsstunden aber gesunken ist. Die Wunscharbeitszeit der Deutschen ist so gering wie noch nie, obwohl die durchschnittliche Arbeitszeit bereits unter dem europäischen Durchschnitt liegt. Laut dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wollen die Menschen in Deutschland so wenig arbeiten wie noch nie seit der ersten Erhebung im Jahr 1984. Die etwa 30.000 Umfrageteilnehmer aus 15.000 Haushalten wollen durchschnittlich nur noch 32,8 Stunden in der Woche arbeiten, selbst wenn sie dadurch relevante Gehaltseinbußen haben.

    Nach Auffassung von Michael Hüther, Institut der deutschen Wirtschaft (IW), muss in Deutschland aber länger gearbeitet werden – nach dem Vorbild der Schweiz und Schwedens. Damit könne man auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken. In der Schweiz wie auch in Schweden würde, so Hüther, in Vollzeit fast 300 Stunden pro Jahr mehr gearbeitet als in Deutschland. Die Forderung anderer Wirtschaftsexperten nach bis 1,5 Millionen Zuwanderern jährlich teilt Hüther nicht: „Eine Million Zuwanderer sind zu viel und würden die Integrationskosten gewaltig in die Höhe treiben.“ Ohne eine Verlängerung der Arbeitszeit wären in den nächsten Jahren bestenfalls Wachstumsraten von 0,5 bis 0,75 Prozent möglich bei drei bis dreieinhalb Prozent Inflation. „Das wäre das Szenario einer dauerhaften Stagflation, die niemand haben will.“  – Ob und ggf. inwieweit Mehrarbeit in einzelnen Branchen ermöglicht werden kann, bedarf einer sorgfältigen Analyse. Berufe, bei denen durch Mangel an Personal bereits bedenkliche Arbeitsverdichtungen bestehen, so in der Pflegebranche, muss eine Ausweitung der Arbeitszeit möglicherweise unterbleiben.

    Das 2023 beschlossene „Pflegereförmchen“ löst anscheinend null Probleme im System, schafft eher neue. Es gibt Betragserhöhungen und nur bescheidene Leistungserhöhungen, die nicht einmal einen Inflationsausgleich gewährleisten. Besonders bedrückend ist auch die Tatsache, dass die Kostenbelastungen für die pflegebedürftigen Menschen in allen Bereichen deutlich zunehmen mit der Folge, dass vermehrt die Sozialhilfe in Anspruch genommen werden. Zuvor mussten Ersparnisse und ggf. „Haus und Hof“ für die Pflege eingesetzt werden. Bei dieser Entwicklung muss man bedenken, dass die Pflegeversicherung 1995 geschaffen worden ist, um die Inanspruchnahmen von Sozialhilfeleistungen zu verringern bzw. ganz zu vermeiden.

    Mangelnde Hilfe durch die Pflegeeinrichtungen wird unweigerlich die Familien, die pflegenden Angehörigen, zunehmend herausfordern. Es muss daher darum gehen, die insoweit verfügbaren Ressourcen effizienter einzusetzen und die häusliche Versorgung durch Angehörige attraktiver zu gestalten. Dabei wird aber zu bedenken sein, dass die Familienverbände „nach altem Muster“ eher nicht mehr bestehen bzw. geschrumpft sind. Von daher sind insoweit nur eingeschränkt Pflegeleistungen im Familienverband erwartbar. Im Übrigen sind pflegende Angehörige zur finanziellen Absicherung nicht selten gehalten, berufstätig zu sein und müssen dann Pflege und Beruf unter einen Hut bringen. Diese und weitere Erwägungen zur häuslichen Pflege werfen Fragen auf, die unter Umständen nur mit großen Schwierigkeiten geleistet werden können. Geld allein pflegt nicht.

    Im Übrigen müssen die präventiven Ansätze, mit denen Pflegebedürftigkeit vermieden oder hinausgezögert werden kann, endlich verbindlich in der Pflegepraxis verankert werden. Es gilt insbesondere, die Kompetenzen älterer Menschen zu stärken und ihnen einen längeren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen. Insoweit sind die Kommunen gefordert, die durch unterstützende Strukturen, wie z.B. präventive Hausbesuche, hilfreich die Leistungen der Pflegeversicherung ergänzen können.

    Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk fordert seit Jahren mehr Prävention und sieht sich durch aktuelle Hinweise insoweit bestätigt. Es ist nämlich durch zahlreiche Studien gut belegt, dass Pflegebedürftigkeit und Krankheiten durch einen gesunden Lebensstil verhindert bzw. weit hinauszögert werden können. Mit geeigneten Präventionsmaßnahmen (= gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, guter Schlaf, Stressvermeidung, geistige Tätigkeiten gestalten, soziale Kontakte pflegen, Risikofaktoren wie Rauchen, übermäßíger Alkoholkonsum, hoher Blutdruck, Übergewicht vermeiden …) können die Telomere, die sich altersbedingt ständig verkürzen, wieder ein wenig verlängert werden, so dass der Zelltod deutlich hinausgezögert wird und viele Lebensjahre, meist bei gesunder Gesundheit, hinzu gewonnen werden können.

    Frühzeitige Präventionsmaßnahmen sind auch deshalb von großer Bedeutung, weil sie neben der gesundheitsförderlichen Wirkung auch das soziale Netz, Krankenversicherung und Pflegeversicherung, finanziell entlasten. Zunehmende Krankheits- und Pflegekosten werden zukünftig kaum noch finanzierbar sein.

    Die Versorgung mit sog. „24-Stunden-Pflege-Kräften“ ist wohl oftmals bei der häuslichen Pflege eine „letzte Hilfe“. Zu bedenken sind insoweit aber vielfältige rechtliche Probleme, weil es eigentlich bei dem Einsatz solcher Dienstkräfte, meist aus dem osteuropäischen Ausland, darum gehen muss, deutsches Arbeits(schutz)recht anzuwenden. Bei Anwendung dieses Rechts kann die meist geforderte „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“ aber wegen der gebotenen Ruhe- und Freizeit nicht gewährleistet werden! Die Dienstkräfte, die für diese Betreuung angeheuert werden, sind fast ausnahmslos Frauen, die für die Pflegezeit oft die eigene Familie verlassen müssen bzw. als qualifizierte Pflegekräfte im eigenen Land gebraucht werden.

    Zu bedenken ist letztlich auch, dass die Betreuung durch ausländische Dienstkräfte finanziell nicht wirklich günstig gestaltet werden kann. Denn qualifizierte Dienstkräfte dieser Art mit angemessenen deutschen Sprachkenntnissen müssen gut honoriert werden. Zu bedenken ist auch, dass es für solche Dienstkräfte neben der zu betreuenden Person, einen familiären Ansprechpartner bzw. eine Art Aufsicht geben muss. Insoweit können sich, wenn Angehörige nicht vor Ort wohnen, Probleme ergeben. Eine extra Finanzierung dieser Dienstkräfte durch die Pflegeversicherung ist nicht möglich. – Nicht akzeptabel ist, dass die politisch Verantwortlichen, denen die Probleme allesamt bekannt sind, geeignete Regelungen für diese Art der Pflege und Betreuung bislang nicht gestaltet haben („Augen zu und durch“).

    Nach all dem sind die Kommunen gefordert, das Pflegesystem zu ergänzen und in geeigneter Weise die häusliche Versorgung durch unterstützende bzw. helfende Angebote ortsnah zu stärken. Solche kommunalen Quartiersleistungen, verbunden mit präventiven Hausbesuchen, werden seit vielen Jahren eingefordert. Sie können den pflegenden Angehörigen wirkungsvoll zur Seite stehen und eine Heimunterbringung ggf. vermeiden oder weit hinauszögern helfen. Kommunale Hilfen dieser Art sind ausreichend erprobt und wirkungsvoll.

    Kommunale Unterstützungsstrukturen sollten im Übrigen mit den Beratungsangeboten der Pflegekassen und ähnlichen Dienstleistungen der Sozialverbände vor Ort gemeinsam agieren. Dadurch können die verschiedenen Ressourcen gebündelt und Unterstützungsstrukturen finanziell günstig organisiert werden (es muss nicht jeder alles anbieten).

    Eine Auflösung der Probleme, die sich seit längerer Zeit aufgetürmt haben, ist im Moment leider nicht in Sicht. Daher wird von zahlreichen Verbänden und Experten eine grundlegende Neuaufstellung der pflegerischen Versorgung gefordert. Insoweit wird von einem kräftigen Steuerzuschuss für die bestehende Pflegeversicherung gesprochen, aber auch mit staatlicher Hilfe die Umstellung auf eine Pflegevollversicherung eingefordert. Andere wiederum plädieren für die vollständige Abschaffung der Pflegeversicherung und die Pflegekostentragung durch den Staat. Noch bescheiden klingen die Vorschläge, das bestehende System lediglich durch eine privat zu finanzierende Zusatzversicherung zu stabilisieren.

    Der bereits vor Jahren von hier gemachte Vorschlag, die Vielzahl der Kranken- und Ersatzkassen zu einer Einheitskasse zusammen zu führen, könnte erhebliche Kosteneinsparungen bewirken und damit bei einer Neuordnung des Pflegesystem in vielfältiger Weise hilfreich sein. Erhebliche Kosteneinsparungen würden sich ergeben. Das Beitragsaufkommen einer solchen Einheitskasse könnte die Finanzierung der notleidenden Leistungsbereiche gut absichern helfen. Die Dienstleistungen könnten ohne Anspruchsminderungen effektiver gestaltet werden.

    Bedenkenswert ist auch, Pflegeeinrichtungen nur noch in öffentlicher bzw. frei gemeinnütziger Trägerschaft zuzulassen. Private Träger sind mit ihren Absichten, möglichst hohe Gewinne zu erwirtschaften, im Bereich der Versorgung und Betreuung von alten und pflegebedürftigen Menschen möglicherweise nicht die geeigneten Anbieter. Wenn aber das bestehende Trägersystem nicht verändert werden sollte, müssten gesetzliche Regelungen geschaffen werden, die nachprüfbar angemessene Leistungen mit transparenten Kostendarstellungen gewährleisten.

    Letztlich ist zu bedenken, dass die Pflegeversicherung im sozialen Netz nicht isoliert gesehen darf. Denn neben einer Pflegebedürftigkeit geht es in aller Regel auch um die Behandlung einer oder mehrerer Krankheiten. Daher muss gewährleistet werden, dass die ambulante ärztliche Versorgung und ggf. die (möglichst wohnortnahe) Krankenhausversorgung entsprechend – altersgerecht – erfolgen kann. Es wird daher für erforderlich erachtet, ausreichend geriatrische Angebote vorzuhalten und vor allem sicher zu stellen, dass Menschen mit Demenz unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Einschränkungen eine gute Versorgung erhalten. Dabei ist zu bedenken, dass bei hochaltrigen Menschen oftmals keine Angehörigen für entsprechende Unterstützungsleistungen zur Verfügung stehen.

    Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern muss endlich umfassend die Möglichkeit eröffnet werden, zeitgerecht eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase auszufertigen. Insoweit gibt es zwar eine gesetzliche Grundlage, aber die Umsetzung findet nur selten statt (wohl auch wegen der Personalnot).  Wie auch immer die politisch Verantwortlichen eine Neugestaltung der Versorgungssysteme in Angriff nehmen: Es ist Eile geboten, Verzögerungen verschlimmern die bereits allerorten bestehende Pflegenot!

    5 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Dringender Appell gegen „Satt, sauber und Still“

    Dringender Appell gegen „Satt, sauber und Still“

    Leiharbeit in der Altenpflege? – So nicht!

    Beitrag von Helmut Wallrafen (Geschäftsführung der Sozialholding Mönchenglabach)

    Bereits 2020 gab es Bemühungen in verschiedenen Bundesländern Leiharbeit in der Pflege zu begrenzen. Während „Zeitarbeit“ meistens keinen guten Ruf hat und mit ihr schlechte Gehälter und befristete Stellen verbunden werden, ist dies bei der Leiharbeit in der Pflege anders. Sie bietet den Beschäftigten individuelle Arbeitsmöglichkeiten bei sogar leicht verbesserter Gehaltssituation im Vergleich zum „Stammpersonal“ der Pflegeunternehmen. Auch wenn es 2020 erst ca. 15.000 der 780.000 Beschäftigten in der Altenpflege waren, so war dies immerhin schon mehr als eine Verdopplung seit 2014.

    Im August 2022 führte die Berliner Krankenhausgesellschaft eine Fachveranstaltung mit Vertreterinnen aus Politik, Praxis und Wissenschaft durch und kam zu dem Ergebnis, welches die Altenpflegebasis bereits seit längerem bemängelt: Unzuverlässigkeit, schlechte Pflege und Unruhe in den Pflegeteams des Stammpersonals sind nur drei der zahlreichen Gründe, die ein sofortiges Handeln seitens Politik, Pflegekassen und Ministerialverwaltung notwendig machen.

    Wenn die Beschäftigten in der Altenpflege alle in Leiharbeitsfirmen wechseln würden, weil ihnen dort mindestens der gleiche Lohn bei weniger bis keiner Verantwortung, flexibler Urlaub, individuelle Arbeitszeiten incl. kein Dienst an Wochenenden, Dienstwagen und mehr geboten wird, wer arbeitet dann noch „rund um die Uhr“ 24 Stunden an 365 Tagen, so wie wir es alle kennen, die irgendwann einmal den Pflegeberuf erlernt haben?

    Nachdem wir uns vor mehr als 30 Jahren gegen das „Satt, Sauber und Still“ in der Altenpflege aufgelehnt haben, finanzielle, wissenschaftliche und pflegefachliche Strukturen geschaffen wurden, die bei geplanten Prozessen individuelle Ergebnisse bei den Patientinnen und Bewohnerinnen gebracht haben, bewegen wir uns mit dem Ausbau und der politischen Akzeptanz der Leiharbeit wieder mit Höchstgeschwindigkeit auf „Satt, sauber und Still“ zu.

    Begreifen das Politik und Pflegekassen nicht? Selbst die Gewerkschaften loben plötzlich die Arbeitnehmerinnenfreundlichkeit der Arbeitsstrukturen bei den Leiharbeitsfirmen. Wer interessiert sich noch für die individuellen Bedürfnisse der alten Menschen?

    Tariflohn, Betriebliches Gesundheitsmanagement, der Arbeitsschutz, das Bundesurlaubsgesetz sind doch nicht nur Verpflichtungen für Altenhilfeträger, ohne dass Leiharbeitsfirmen, die sich in dem Tätigkeitsfeld engagieren sie ebenfalls zu 100 % einhalten müssen. Die Einhaltung gesetzlicher Regelungen, die Einhaltung pflegefachlicher Anforderungen wie z. B. die Expertenstandards, die Steuerung der Pflege und Betreuung, welche, voraussetzt, dass man die zu Betreuenden auch kennt, dürfen doch nicht hinter der rein quantitativen Vorhaltung von Personal zurückbleiben.

    Welchen Anreiz haben Menschen in der Altenpflege noch in „ihren“ Unternehmen zu bleiben? Die bundesdeutsche „Ich-AG“ ist in der Altenpflege angekommen! Das, was uns jahrzehntelang motiviert hat: mit Kolleg*innen im Team qualifizierte Pflege zu leisten und dabei nicht aufzuhören, die Trägerstrukturen und Arbeitsstrukturen zu verbessern bzw. gesetzliche Verbesserungen zu fordern, droht von profitorientierten Leiharbeitsfirmen konterkariert zu werden.

    Hat sich die „Freie Marktwirtschaft“ bei den Trägerstrukturen schon längst als falscher Weg erwiesen, ohne dass Politik und Pflegekassen der „Sozialen Marktwirtschaft“ schon die Zukunft eingeräumt haben, droht das Gleiche in der Arbeitsmarktpolitik. Das Ganze bei nachgewiesener schlechterer Arbeitsqualität, die sich nach Untersuchungen je nach Anzahl der Leiharbeitenden halbieren soll.

    Die Eindämmung von Leiharbeit ist überfällig! Unterstützen Sie die Initiative „Leiharbeit in der Altenpflege? – So nicht! – und machen Sie sie gerne zu Ihrer Initiative in Ihrer Region und Ihrem Bundesland.
    Gemeinsam für eine Verbesserung der Personalsituation in den Altenpflegeunternehmen!

    v.i.S.d.P: Helmut Wallrafen

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Pflege braucht Zeit für den Menschen

    Pflege braucht Zeit für den Menschen

    Die ÖDP stellte ihr Pflegekonzept auf dem Infostand in Rheydt vor

    „Pflege brauch respektvolle Behandlung der Pflegekräfte“ so der Landtagskandidat der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), Franjo Schiller am Samstag in Rheydt. „Klatschen allein ist viel zu wenig.“

    Das gesamte Gesundheitssystem hat nach Vorstellung der ÖDP dem Menschen zu dienen. Gesundheit ist keine Ware. Die ÖDP wird nicht müde, dies immer wieder an-zumahnen.
    Für alle Berufsgruppen sind die Bedingungen so zu gestalten, dass die Arbeitsplätze in der Pflege wieder attraktiver werden und eine Work-Life-Balance möglich wird.
    Pflegekräfte sind bei der Organisation ihrer Arbeitsrechte und Interessen zu unter-stützen, damit ihre Stimme bei Entscheidungsträgern und Gesetzgebern Gehör findet.

    In Wirtschaftsfragen setzt die ÖDP auf die Gemeinwohl-Ökonomie. Im Pflegesektor könnte eine Gemeinwohl-Bilanzierung schnell zu Verbesserungen führen. Das bestätigen Erfahrungen der bereits gemeinwohlbilanzierten Unternehmen.

    Für die Pflege zuhause ist eine gute Sozial- und Familienpolitik entscheidend. Auch deshalb fordert die ÖDP schon lange das Pflegegehalt für pflegende Angehörige.

    Franjo Schiller, Landtagskandidat der ÖDP aus Mönchengladbach; Bildquelle:
    ÖDP EIN

    Die ÖDP stellte auf einem Infostand ihre Forderungen zur Verbesserung der Pflege vor:
    ✔ verpflichtend höhere Personalschlüssel
    ✔ Mitarbeiterfreundliche Arbeitsbedingungen: max. 6- statt 12-Tage-Wochen; keine geteilten Dienste;
    ✔ verlässliche Schichtdienstplanung mit Ausfallmanagement
    ✔ Flexibilisierung der Arbeitszeiten (z. B. Eltern-freundliche Schichten)
    ✔ Zeit für Kommunikation mit Patienten; Team-bildung fördern; Etablierung von Supervision
    ✔ Wiedereingliederungsmaßnahmen (z. B. nach Elternzeit)
    ✔ mehr Kompetenzen für Pflegekräfte und Heilmittelerbringer
    ✔ Einsatz von Pflegehilfskräften beibehalten (bezahlte Zeit für Zuwendung!)
    ✔ Reinigungskräfte als wichtigen Bestandteil der Hygiene und Patientensicherheit begreifen
    ✔ Ausbildung von Quereinsteigern: altersgerechte, an Lebensreife angepasste Ausbildungsgänge
    ✔ Beschleunigung und Erleichterung der Berufsanerkennung ausgebildeter Einwanderer

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • „Beschäftigte der Unikliniken verdienen bessere Arbeitsbedingungen – das ist eine Frage des Respekts“

    „Beschäftigte der Unikliniken verdienen bessere Arbeitsbedingungen – das ist eine Frage des Respekts“

    Nachdem die 2. Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder in der vergangenen Woche gescheitert ist, hat die Gewerkschaft ver.di zu einem Streik an den Unikliniken in Düsseldorf, Essen, Köln, Bonn und Münster aufgerufen.

    Hierzu erklären Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende, und Josef Neumann, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    „Wir unterstützen die Forderungen der Beschäftigten der Unikliniken und der Gewerkschaft Verdi nach besseren Arbeitsbedingungen. Der Applaus zu Beginn der Pandemie war angebracht, doch nun muss deutlich mehr kommen.
    Personelle Entlastung und höhere Löhne sind notwendig. Für uns ist nicht nachvollziehbar, dass in den Tarifverhandlungen trotz Corona-Pandemie und Dauerbelastung der Beschäftigten keine Einigung erzielt werden konnte.
    Die Beschäftigten haben Respekt und Wertschätzung verdient. Dazu gehört, ihre Forderungen ernst zu nehmen.
    Deutliche Verbesserungen für die Beschäftigten sind auch für die SPD-Fraktion im Landtag ein zentrales Anliegen. Dazu haben wir einen Leitantrag für den sozialen Neustart im Gesundheits- und Pflegebereich vorgelegt.“

    „Wir fordern eine Offensive ,Respekt und gute Arbeit‘ für alle Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegebereich. Dazu gehört eine Personalbemessung, die am tatsächlichen Bedarf orientiert ist. Ein langfristiges Ziel muss die 35-StundenWoche in der Pflege sein. Denn für uns steht fest: Die massive Arbeitsbelastung des Pflegepersonals muss reduziert werden. Außerdem fordern wir bessere Löhne.
    Nach dem Applaus vom Balkon muss jetzt mehr Lohn vom Verhandlungstisch kommen. ln der 3. Tarifrunde muss es endlich Bewegung zu Gunstender Beschäftigten geben. Alles andere ist respektlos.“

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Gute Berufsperspektiven durch Qualifikation in Pflege und Hauswirtschaft

    Gute Berufsperspektiven durch Qualifikation in Pflege und Hauswirtschaft

    Seit 1997 hat der Verein Wohlfahrt e.V. zahlreiche arbeitslose Frauen und Männer qualifiziert und in Arbeit vermittelt. Ende 2020 übernimmt die Bildungs-GmbH der städtischen Sozial-Holding diese Aufgabe – und auch die fünf pädagogischen Mitarbeiterinnen des Vereins.

    Neue Kurse für Hauswirtschaftliche Fachkräfte und Hilfskräfte starten Anfang 2021.

    „Die gezielte Förderung von Menschen, die es am Arbeitsmarkt schwer haben, insbesondere von arbeitslosen Frauen, war uns stets eine Herzensangelegenheit. Mehr als zwei Jahrzehnte hat die Bildungsstätte des Vereins Wohlfahrt erfolgreich arbeitslose Frauen und Männer qualifiziert und in Arbeit vermittelt“, berichtet Martin Dalz, Geschäftsführer des Vereins Wohlfahrt, der – 1896 gegründet – zu den ältesten Vereinen in Mönchengladbach zählt.

    Als Träger verschiedener sozialer Einrichtungen wie dem Anna Schiller-Haus, dem Bruno Lelieveld-Haus und zwei Wohngruppen betreut der Verein Wohnungslose, Arbeitslose und Behinderte aus dem Stadtgebiet. Aber vom Bildungsbereich, der seit 1997 zahlreiche Qualifizierungskurse für Betreuungsassistent*innen, Pflegehelfer*innen und Hauswirtschafter*innen durchgeführt hat, muss sich der Verein Ende des Jahres schweren Herzens trennen.

    „Für uns als Verein ist das Angebot wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Die Finanzierung der Bildungsangebote war schon vor der Pandemie knapp kalkuliert, aber mit den Kursausfällen der vergangenen Monate und die dem Infektionsschutz geschuldeten geringeren Teilnehmerzahlen rutschen wir spürbar in die roten Zahlen“, führt Dalz aus.

    Umso größer war die Freude, dass die städtische Sozial-Holding das Angebot unter der Trägerschaft der Bildungs-GmbH zum Ende des Jahres nahtlos fortführt und auch das komplette pädagogische Team mit fünf Fachkräften übernimmt.

    Ab Januar werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in kleinen Gruppen an der August-Monforts-Straße intensiv auf ihren beruflichen Einstieg in der Pflege, der Demenzbegleitung und in der Hauswirtschaft vorbereitet.
    „Hier haben wir optimale Voraussetzungen für die Qualifizierungskurse. Außerdem schaffen wir zwei zusätzliche Seminarräume, um den steigenden Bedarf abdecken zu können“, berichtet Helmut Wallrafen, Geschäftsführer der Sozial-Holding.

    Wallrafen ist sicher, dass sich diese Investition lohnt: „In unseren Häusern sind wir auch in Zukunft dringend auf Menschen angewiesen, die einen beruflichen Einstieg im Bereich der Altenhilfe und Altenpflege suchen. Diese vor Ort für eine Qualifizierung zu gewinnen und passgenau fortbilden zu können, ist eine große Chance für die Sozial-Holding.“

    Für Jennifer Eschweiler, bisher pädagogische Leiterin des Bildungsbereiches im Verein Wohlfahrt, grenzt es an ein Wunder, dass es für sie und ihr Team einen nahtlosen Übergang gibt: „Natürlich macht man sich in einer Umbruchphase Sorgen, wie es für einen selbst und die Kolleginnen weitergeht. Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen, als wir erfahren haben, dass die Bildungs-GmbH uns komplett als eingespieltes Team übernehmen möchte.“

    Zu tun gibt es schon jetzt genug: Noch im Januar soll nicht nur ein neuer sechsmonatiger Kurs für hauswirtschaftliche Hilfskräfte in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit starten. Parallel arbeitet die Bildungs-GmbH an einem bundesweiten Modellprojekt für die Qualifikation von hauswirtschaftlichen Fachkräften, eine Kooperation mit dem Bundesministerium für Gesundheit und der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft.

    Auch die Auffrischungskurse für Betreuungskräfte in der Pflege wird die Bildungs-GmbH dann wieder anbieten.

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Hochschule Niederrhein beruft zwei neue Professoren für den Studiengang Pflege

    Hochschule Niederrhein beruft zwei neue Professoren für den Studiengang Pflege

    Parallel zur Berufsausbildung oder zur Berufstätigkeit den Studiengang Pflege studieren: Das ist seit zwei Jahren an der Hochschule Niederrhein möglich.

    Jetzt sind mit Dr. Daniela Hayder-Beichel und Dr. Jörg große Schlarmann zwei neue Professoren berufen worden. Zusammen mit Dr. Matthias Mertin sind sie am Fachbereich Gesundheitswesen für Lehre und Forschung in der Pflege zuständig.  

    Mit dem Studiengang Pflege reagiert die Hochschule Niederrhein auf die wachsende Nachfrage von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Altenheimen nach fachkundigem Pflegepersonal. Dieser wird am Fachbereich Gesundheitswesen in zwei Varianten angeboten: dual in Kooperation mit einer Pflegeschule, wo die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpfleger/In, Altenpfleger/In oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/In stattfindet; sowie berufsbegleitend, also parallel zur pflegerischen Berufstätigkeit mit bereits abgeschlossener Berufsausbildung. 108 junge Frauen und Männer sind derzeit im Studiengang eingeschrieben.

    Beide neuberufenen Professoren sind gelernte Krankenpfleger. Daniela Hayder-Beichel setzt sich seit 20 Jahren mit sensiblen Themen in der Pflege auseinander und hat über „Harninkontinenz im Alltag von Betroffenen“ promoviert. „Ich bin immer noch eine leidenschaftlich Pflegende“, sagt Hayder-Beichel, die nach ihrem Examen einige Jahre in Bereichen der Intensivpflege tätig war. „Mit der Professur möchte ich helfen über die Kluft zwischen Praxis und Wissenschaft eine Brücke zu schlagen.“ Der Brückenschlag soll positive Effekte bringen für Kollegen, Patienten und Angehörige, wenn es darum geht neue Konzepte in der Versorgung chronisch kranker Menschen zu entwickeln. „Ziel muss es sein, trotz Krankheit ein erfülltes Leben zu genießen“, sagt Hayder-Beichel. Ab 2021 wird sie mit den Studierenden in das neue Communications Lab ziehen, das sich derzeit im Aufbau befindet. Dort können mittels Simulationen verschiedene Aspekte der Gesprächsführung geübt werden.

    Auch Jörg große Schlarmann ist gelernter Krankenpfleger. Nach Studium und Promotion zum Thema „Kinder kranker Eltern“ hat er unter anderem bis 2015 als PostDoc im dreijährigen Forschungskolleg FamiLe gearbeitet. Anschließend wechselte er an die Hochschule in Rheine (heute EUFH), um dort den Modellstudiengang Pflege aufzubauen. Jetzt freut er sich auf das moderne Curriculum in Krefeld: „Wir haben die Möglichkeit uns mit innovativen Konzepten zu befassen, neue und fortschrittliche Themen aufzunehmen, sie kritisch zu betrachten und zu überlegen, wie man sie in die bestehenden Strukturen der Gesundheitseinrichtungen integriert.“

    Professor Dr. Bernhard Breil, Dekan des Fachbereichs Gesundheitswesens, sagt: „Professorenstellen heute zu besetzen ist nicht immer einfach. Insbesondere in den akademisierten Gesundheitsfachberufen konkurrieren die Hochschulen mit Unternehmen um die besten Köpfe. Daher freue ich mich besonders, dass wir gleich zwei der vakanten Stellen hervorragend besetzen konnten.“

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • AWO Mönchengladbach bietet kostenlose Kurse für pflegende Angehörige an

    AWO Mönchengladbach bietet kostenlose Kurse für pflegende Angehörige an

    Die Fachkräfte der AWO vermitteln den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in verschiedenen Modulen Basiswissen für den Pflegealltag zu Hause.

    Die Pflege eines Angehörigen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die viel körperliche und psychische Kraft kosten kann.
    Wer sich dazu entschließt, tut dies in der Regel aus Verbundenheit, aus Dankbarkeit oder aus Pflichtgefühl.
    Oftmals sind es Ehepartner, die eigenen Kinder, Freunde, Bekannte und nahestehende Personen, die unentgeltlich im häuslichen Bereich für einen pflegebedürftigen Menschen zuständig sind.
    Laut aktuellen Zahlen, die im Januar dieses Jahres auf dem Pflegekongress 2020 in Berlin vorgestellt worden sind, sind pflegende Angehörige inzwischen sogar der „größte Pflegedienst der Nation“.
    Zweidrittel der mittlerweile knapp vier Millionen pflegebedürftigen Menschen in ganz Deutschland werden zu Hause von Angehörigen oder Freunden gepflegt.

    Um die häusliche Pflege zu erleichtern, bietet die AWO Mönchengladbach kostenlose Pflegekurse für Angehörige an. Die Kurse bestehen aus vier Modulen.
    In dem Modul „Theorie“ geht es unter anderem um Pflegegrade, Sachleistungen und Verordnungen.
    Das Modul „Praxis“ beschäftigt sich mit Lagerungstechniken, Mobilisation der Pflegebedürftigen und
    Kinästhetik (Bewegungsempfindung).

    In dem Modul „Demenz“ geht es zum Beispiel um den Umgang mit der
    Persönlichkeitsveränderung eines dementiell erkrankten Menschen, die intensive Betreuung und die erschwerte Kommunikation.

    Das vierte Modul besteht aus dem Erste-Hilfe-Kurs speziell für pflegende Angehörige. Dort werden akute Notfallsituationen beschrieben und trainiert: der Sturz aus dem Rollstuhl, plötzliche Atemnot durch Verschlucken oder eine Platzwunde am Kopf.

    Die Kurse dauern pro Einheit 120 Minuten und können je nach Interessenlage der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einzeln oder als Block gebucht werden.
    Die Anmeldung erfolgt über das Familienbildungswerk der AWO Mönchengladbach, unter der Kundenhotline:
    02166 – 399 67 165 oder per E-Mail an: kunden@awo.mg.
    Bei der Anmeldung sollten Kundinnen und Kunden die Kursnummer/n angeben.

    1 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Stadt schreibt Corona-Tests vor Aufnahme in Pflegeeinrichtungen vor

    Stadt schreibt Corona-Tests vor Aufnahme in Pflegeeinrichtungen vor

    In einer aktuellen Allgemeinverfügung zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung von Corona, hat die Stadt die Testung pflegebedürftiger Menschen zur sicheren Aufnahme in Pflegeeinrichtungen sowie bei ambulanter Versorgung geregelt.

    Die Allgemeinverfügung schreibt unter anderem vor, dass bei Neu- und Wiederaufnahmen in Pflegeeinrichtungen (vollstationäre Dauer- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen), die aus einem Krankenhaus erfolgen, die Krankenhäuser für die Bewohner eine Testung nach den jeweiligen aktuellen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zu gewährleisten haben. Dies gilt auch für Patienten, die in die Häuslichkeit entlassen werden und dort durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt werden.

    Bei Neuaufnahmen in Pflegeeinrichtungen, die nicht aus dem Krankenhaus erfolgen, ist eine Testung durch einen Haus- oder Facharzt vorzunehmen. Ebenso sieht die Allgemeinverfügung vor, dass Personen, die neu in eine vollstationäre Dauer- und Kurzzeitpflegeeinrichtung aufgenommen werden oder nach mindestens 24-stündigem Krankenhausaufenthalt in die Einrichtung zurückkehren, für die Dauer von 14 Tagen innerhalb der Einrichtung von den übrigen Bewohnerinnen und Bewohnern getrennt untergebracht in Einzelzimmerquarantäne oder falls vorhanden, in einem separaten Quarantänebereich betreut werden müssen. Allerdings ist ein zweiter Test frühestens am fünften Tag nach Aufnahme durch den Haus- oder Facharzt angeordnet. Liegt hier ein negatives Ergebnis vor, dürfen die Bewohner die Quarantäne vorzeitig beendet. Der städtische Fachbereich Altenhilfe hat alle Krankenhäuser, niedergelassenen Ärzte und Pflegedienste über die Neuregelungen informiert.

    Die vollständige Allgemeinverfügung ist auf der städtischen Internetseite www.notfallmg.de nachzulesen.

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • @Gesundheitsminister: „Weiter so“ darf es für Pflegende nicht geben!

    @Gesundheitsminister: „Weiter so“ darf es für Pflegende nicht geben!

    Die Aktionswebsite www.pflegenachcorona.de des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) bietet Pflegenden eine Plattform für ihre Forderungen an Politik und Gesellschaft: für eine bessere Pflege jetzt und in Zukunft.

    Hunderte Forderungen sind seit dem Start Mitte Mai eingegangen. Anlässlich der ursprünglich vorgesehenen Gesundheitsministerkonferenz projizierte der DBfK jetzt einige von ihnen an Berliner Institutionen und mahnte an, den politischen Versprechen Taten folgen zu lassen.

    „Erinnern wir uns auch nach der Krise noch, was unverzichtbare Arbeit in der Pflege, in der Versorgung, … was sie uns wirklich wert sein muss?“, fragte Bundespräsident Walter Steinmeier in seiner diesjährigen Osteransprache.

    „Eindeutig nein“, antwortet DBfK Bundesvorstandsmitglied Martin Dichter, dessen Regionalverband Nordwest nun die öffentlichkeitswirksame Aktion in Berlin vorbereitet hat. „Seit sich zeigt, dass COVID-19 bei uns nicht zu den Verwerfungen und Katastrophenbildern geführt hat, wie wir sie aus anderen Ländern gesehen haben, ist von so genannter Systemrelevanz keine Rede mehr. Und von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, adäquater Bezahlung und einer besseren Vereinbarkeit von Pflegeberuf und Familie erst recht nicht. Dafür haben wir diese Aktion ins Leben gerufen. Wir lassen nicht locker, wir haken nach und erinnern die Politikerinnen und Politiker an ihre Versprechen in den vergangenen Wochen und Monaten.“

    Das waren schon große Worte, die da gemacht wurden, nachzulesen auf der Aktionswebsite www.pflegenachcorona.de. – „Wie wir mit dem Thema Pflege umgehen, wird darüber entscheiden, wie menschlich unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert bleibt.“ (Hubertus Heil) – „Pflegekräfte haben ein Recht auf attraktive Löhne und zeitgemäße Arbeitsbedingungen.“ (Andreas Westerfellhaus) – „… dass wir all denjenigen, die wir jetzt als ganz wichtig für unser Zusammenleben empfinden, dann auch hinterher den Respekt erweisen und ihnen endlich und dauerhaft und nicht nur jetzt in dieser Situation höhere Löhne zahlen.“ (Olaf Scholz)

    Was ist von diesen Worten geblieben? Finanzminister Olaf Scholz schnürt das größte finanzielle Unterstützungspaket aller Zeiten für die Wirtschaft. Stichwort Pflege? Fehlanzeige. DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein sagt dazu: „Es zeigt sich wieder einmal überdeutlich: Beruflich Pflegende können sich nicht darauf verlassen, dass sich die Bedingungen zu ihren Gunsten verändern. Sie müssen selber aufstehen, laut werden und immer wieder aktiv eine Verbesserung ihrer Situation einfordern. Selbstverständlich unterstützen wir sie hierbei als ihr Berufsverband, zum Beispiel mit solchen Aktionen.“

    Was Pflegende fordern, war in Berlin, wo heute die Gesundheitsministerkonferenz der Länder getagt hätte, nicht zu übersehen:

    • @AngelaMerkel: Menschenwürdige Pflege möglich machen!
    • Bessere Bezahlung + bessere Arbeitsbedingungen = Pflege der Zukunft!
    • @Gesellschaft: Gesundheit und Pflege geht uns alle an!
    • Mitsprache: Keine Entscheidungen über uns ohne uns!
    • @Hubertus Heil: Eine armutsfeste Rente für unsere Arbeit für die Gesellschaft!
    • @Kolleg/innen: aufstehen, unbequem werden und sich stark machen für die Pflege!
    • Personalberechnung: nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet, sondern am tatsächlichen Pflegebedarf!
    • @Jens Spahn: Stimmrecht im G-BA – wir sind die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen!
    • Klatschen ändert nichts: wir brauchen mehr Personal und mehr Geld!
    • Pflege kann nicht jede/r!
    • @Gesellschaft: Professionelle Pflege kostet Geld! Gewöhnt euch daran!
    • Bei Personalmangel Betten sperren: keine gefährliche Pflege mehr!
    • @DKG: Verlässliche Dienstpläne, damit die Familie nicht zu kurz kommt! 
    • Neugestaltung des Gesundheitssystems: Menschen vor Moneten! 
    • @Jens Spahn: Mehr Pflegekompetenz rettet Leben!
    • Auszubildende nicht verheizen: sie sind die Zukunft!


    Die Aktion geht weiter, die Website www.pflegenachcorona.de wird um Folge-Aktionen bis zur Abschlusskundgebung im November ergänzt. Wir sammeln weiter Forderungen von Pflegenden und werden Politik und Gesellschaft immer wieder mit den einzulösenden Versprechungen konfrontieren.

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Studienergebnis der Uni Bremen: „Zur Situation der Langzeitpflege in Deutschland während der Corona-Pandemie“

    Studienergebnis der Uni Bremen: „Zur Situation der Langzeitpflege in Deutschland während der Corona-Pandemie“

    Befragt wurden mehr als die Hälfte aller ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland.
    Auch Mönchengladbacher Einrichtungen wurden befragt, ihre Antworten sind in die Studie eingeflossen.

    Hier der Bericht der Uni Bremen:

    Ambulante Versorgung Pflegebedürftiger destabilisiert

    Pflegebedürftige gehören zu den am schwersten Betroffenen in der Corona-Krise. 60 Prozent aller Verstorbenen sind von Pflegeheimen oder Pflegediensten betreute Menschen. Deren Anteil an infizierten Personen beträgt aber nur 8,5 Prozent. Das ist Ergebnis einer Online-Befragung der Uni Bremen.

    „Nicht nur pflegebedürftige Menschen sind bei einer Infektion mit dem SARS-CoV2-Virus in besonderem Maße von schweren Krankheitsverläufen und einer hohen Sterblichkeit bedroht“, sagt  Karin Wolf-Ostermann, Professorin für Pflegewissenschaft, die die Studie geleitet hat. Gleichzeitig seien auch die sie versorgenden Pflegekräfte durch erhöhte Infektionsrisiken gefährdet. Sie könnten dabei ihre dringend notwendigen Dienstleistungen am Menschen häufig nicht unter Einhaltung der generellen Schutzmaßnahmen erbringen.

    Unter welchen Bedingungen aktuell die Pflege im häuslichen Umfeld und in stationären Einrichtungen erbracht wird und welche Folgen der Pandemie dort wirksam sind, war bislang noch unbekannt. Um die Situation zu analysieren, hat eine Forschergruppe unter Leitung von Pflegeprofessorin Karin Wolf-Ostermann vom Institut für Public Health und Pflegeforschung und Gesundheitsökonom Professor Heinz Rothgang vom SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik gemeinsam mit einem siebenköpfigen Team eine bundesweite Online-Befragung in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Befragungsdaten von 824 Pflegeheimen, 701 Pflegediensten und 96 teilstationären Einrichtungen wurden dabei analysiert.

    Pflegebedürftige und Pflegende häufig von COVID-19 betroffen

    Sowohl in häuslicher als auch in stationärer Versorgung gibt es laut Studie starke Auswirkungen auf Pflegebedürftige. „Werden die Befragungsergebnisse auf die Bundesrepublik hochgerechnet, zeigt sich, dass rund 60 Prozent aller Verstorbenen von Pflegeheimen oder Pflegediensten betreute Pflegebedürftige sind, wobei deren Anteil an allen infizierten Personen nur insgesamt 8,5 Prozent beträgt. Pflegeheime sind damit der wichtigste Ort in Bezug auf mit COVID-19 Verstorbenen. Hier treten die Hälfte aller Todesfälle auf, obwohl nur knapp ein Prozent der Bevölkerung in dieser Wohnform lebt. Die Sterblichkeit unter Pflegebedürftigen ist somit mehr als fünfzigmal so hoch wie im Rest der Bevölkerung“, sagt Professor Heinz Rothgang.

    Hohe Infektionsraten zeigten sich auch für das Pflegepersonal. Der Anteil infizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei in ambulanten Pflegediensten doppelt so hoch wie in der Normalbevölkerung, in stationären Einrichtungen sogar sechsmal so hoch, so die Autoren der Studie. Dennoch hätten drei Fünftel der Pflegedienste und drei Viertel der Pflegeheime noch keinen COVID-19-Fall zu verzeichnen. Dies zeige, dass Schutzmaßnahmen bisher erfolgreich sind. Dort, wo eine erste Infektion auftrete, seien die Folgen jedoch schnell gravierend. Deshalb müssten das Einschleppen erster Infektionen konsequent vermieden werden und Schutzkonzepte die Verbreitung unter den Pflegebedürftigen und Mitarbeitenden verhindern.

    Schnelle Testungen und Schutzmaterialien nicht ausreichend verfügbar

    Dass eine Eindämmung der Infektion möglich ist, zeigen die Infektionen von Mitarbeitenden und Pflegebedürftigen: So weisen jeweils mehr als die Hälfte der Einrichtungen mit infizierten Mitarbeitenden keine infizierten Klienten oder Bewohner aus. Schlüssel hierbei sind allerdings schnelle Testergebnisse zur Identifikation von potenziellen Infektionsherden und ausreichende Schutzmaterialien zur Vorbeugung der Übertragung, mahnen die Autoren. Wenngleich die anfangs mangelnde Versorgung mit Schutzmaterialien an Bedeutung verloren hat, berichten immer noch jeder vierte Pflegedienst und jede sechste stationäre Einrichtung von diesbezüglichen Engpässen. Zudem seien Tests teilweise noch schwer zugänglich. „Die Übermittlung der Ergebnisse erfolgt erst nach drei bis vier Tagen – zu spät, um ihr Potential als Teil eines wirkungsvollen Schutzkonzeptes voll zu entfalten“, so Karin Wolf-Ostermann. Erforderlich sind daher Reihentests, deren Ergebnisse schneller zur Verfügung stehen.

    Instabile Pflegearrangements gefährden Versorgungssicherheit

    Im Hinblick auf die quantitative Versorgung berichtet knapp die Hälfte aller Pflegedienste von deutlichen Veränderungen, die dadurch entstehen, dass Leistungen von den Pflegebedürftigen nicht mehr in Anspruch genommen werden und teilstationäre Angebote oder Betreuungskräfte in den Haushalten nicht mehr zur Verfügung stehen. Dies führt dazu, dass einerseits vier von zehn Pflegediensten unter wirtschaftlichen Folgen zu leiden haben und andererseits die Versorgung von Klientinnen und Klienten gefährdet, instabil oder sogar aktuell nicht sichergestellt ist. Hier besteht dringender Unterstützungsbedarf, der zu einer Stabilisierung der oft äußerst fragilen privaten Pflegearrangements und somit zur Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung im häuslichen Bereich erforderlich ist.

    Dauerhaftes Schutzkonzept als pflegepolitische Konsequenz

    Der Langzeitpflege durch ambulante Pflegedienste und in stationären Einrichtungen muss – auch mit Blick auf eine mögliche zweite Welle der Pandemie – eine höhere Aufmerksamkeit zukommen, so das Fazit von Professorin Wolf-Ostermann und Professor Rothgang. Richte sich der Blick von Politik und Öffentlichkeit im medizinische und pflegerischen Bereich derzeit vornehmlich auf Kapazitäten einer klinischen und intensivmedizinischen Versorgung der akut Infizierten, werde die dauerhafte Versorgung der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppe zunehmend prekärer. Während in stationären Langzeitpflegeeinrichtungen sehr schnell Hotspots der Erkrankung entstehen können, da viele hochbetagte und multimorbide Menschen auf engem Raum leben, werden ambulante Versorgungssituationen destabilisiert. Damit sei die tägliche Versorgung der Pflegebedürftigen gefährdet.

    Fazit

    Und das schlussfolgern die Bremer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: Um über die akute Pandemiesituation hinaus Versorgungssicherheit gewährleisten zu können, muss den Forderungen der Pflegedienste und stationäre Einrichtungen nachgekommen werden. Dazu gehören bundesweite und praktikable Handlungsempfehlungen, eine dauerhafte ausreichende Bereitstellung von Schutz- und Desinfektionsmitteln, die systematische und regelmäßige Testung von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Personal, sowie eine bessere Vergütung der Pflegekräfte und eine bessere Personalausstattung.

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Mit Aktualisierung: Universität Bremen startet bundesweite Online-Befragung von Pflegeeinrichtungen zur Corona-Pandemie

    Mit Aktualisierung:
    Universität Bremen startet bundesweite Online-Befragung von Pflegeeinrichtungen zur Corona-Pandemie

    Ein Forschungsteam will mit einer breit angelegten Online-Befragung herausfinden, vor welchen Herausforderungen Pflegeeinrichtungen angesichts der Corona-Pandemie stehen und wie sie damit umgehen.

    Befragt werden mehr als die Hälfte aller ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland. Ziel sind Handlungsvorschläge für die Landes- und Bundespolitik.

    Pflegekräfte waren auch vor Ausbruch der Pandemie hoch belastet.
    Nun hat sich die Situation verschärft und die Einrichtungen stehen vor großen Herausforderungen. Das betrifft sowohl personelle als auch materielle Ressourcen. Darüber, wie die Betroffenen mit dieser Situation umgehen, ist wenig bekannt.

    Die Universität Bremen hat sich zum Ziel gesetzt, dazu verlässliche Daten zu erheben. Ein neunköpfiges Team aus dem Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) und dem SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik führen unter Leitung von Professorin Karin Wolf-Ostermann und Professor Heinz Rothgang eine bundesweite Online-Befragung in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen durch.
    Mehr als die Hälfte aller Pflegeeinrichtungen in Deutschland, insgesamt 18.000, werden jetzt per E-Mail kontaktiert.

    Pflegebedürftige gehören zu den gefährdeten Gruppen im Land. Wenn Sie an COVID-19 erkranken, ist die Todesrate sehr hoch. Sie sollten geschützt werden.
    Die einzige derzeit bekannte und genutzte Strategie zur Eindämmung der Pandemie ist soziale Distanzierung. Diese Strategie ist bei Pflegebedürftigen aber nicht im selben Maß anwendbar wie bei der restlichen Bevölkerung, da die Betroffenen auf persönliche Unterstützung angewiesen sind und damit auch auf körperliche Nähe nicht verzichten können. Dennoch können Maßnahmen der sozialen Distanzierung ergriffen werden, etwa durch Einschränkungen der Besuchsmöglichkeiten. „Dies führt aber zu Isolation und Einsamkeit, die für Pflegebedürftige ebenfalls gefährlich ist. Wir befinden uns also in einem Dilemma“, sagt Pflegeprofessorin Karin Wolf-Ostermann.

    Handlungsempfehlungen für die Politik
    Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung ist es nun, festzustellen, welche Herausforderungen für die Pflegedienstleitungen während der Corona-Pandemie bestehen. Es soll ermittelt werden, an welchen personellen und materiellen Ressourcen es mangelt und welche Änderungen der Rahmenbedingungen sich entlastend auf die Pflegeeinrichtungen auswirken könnten.
    Aus den Ergebnissen wollen die beteiligten Bremer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Handlungsempfehlungen formulieren, die über das Bundesministerium für Gesundheit in den politischen Prozess eingespeist werden können.

    „Die Corona-Krise macht deutlich, wie belastet Pflegeeinrichtungen sind. Es ist zu hoffen, dass Bemühungen, die Personalsituation in Einrichtungen zu verbessern, durch die Krise nicht behindert, sondern sogar befördert werden“, sagt Gesundheitsökonom Professor Heinz Rothgang. Seine Kollegin Karin Wolf-Ostermann ergänzt: „Die Krise ist eine Chance für einen technologischen Innovationsschub. Einrichtungen sollten zum Beispiel die digitale Kommunikation der Bewohner mit Angehörigen ermöglichen.“

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Grüne Alte beim 12. Deutschen Seniorentag

    Grüne Alte beim 12. Deutschen Seniorentag

    Eine Delegation der Grünen Alten aus Mönchengladbach um Anita Hoffmann, Bärbel Echtner, Franz Bauman und Gerd Szczurko unterstützen den Infostand der Bundes Grünen Alten beim 12. Deutschen Seniorentag in Dortmund.

    „In den vielen Gesprächen, die wir an unserem Stand führten, stand immer wieder die Teilhabe und die Pflege von Senioren im Vordergrund. Dass die Pflege in Deutschland verbessert werden muss, ist nicht neu, deshalb ist es nur folgerichtig, dass sich die 117 Verbände in einer gemeinsamen Erklärung für deren Verbesserung ausgesprochen haben“, resümiert Anita Hoffmann, Sprecherin der Grünen Alten, ihre Eindrücke vom Seniorentag.

    Gleichzeitig erging der Appell an die Senioren sich nicht in die Ecke drängen zu lassen, sondern sich vielmehr aktiv im Gemeinwesen zu engagieren und so den Zusammenhalt zwischen Menschen unterschiedlicher Generationen, Herkunft und Lebenssituationen zu stärken. „Deshalb fordern wir für Mönchengladbach als weitere Möglichkeit der verbesserten Teilhabe einen Senioren Beirat“ sagt Anita Hoffmann.

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Personalfluktuation in der stationären Pflege – Lösungen werden gesucht

    Personalfluktuation in der stationären Pflege – Lösungen werden gesucht

    Welche Möglichkeiten haben Pflegeeinrichtungen, ihre Mitarbeiter möglichst lange im Unternehmen zu halten?

    Die Antwort auf diese Frage gewinnt angesichts des sich weiter zuspitzenden Fachkräftemangels in der Pflege an Dringlichkeit.
    Ein aktuelles Projekt des Instituts für Gerontologie an der TU Dortmund widmet sich diesem Thema, indem es bei drei großen Trägern in Nordrhein-Westfalen Pflegefachkräfte, Einrichtungsleitungen und Mitarbeitervertretungen befragt. Im Ergebnis wird das Forscherteam Handlungsempfehlungen entwickeln, die sowohl in den beteiligten Häusern als auch in anderen Pflegeinrichtungen zur Mitarbeiterbindung genutzt werden können.

    Unter der Überschrift „Personalfluktuation in Einrichtungen der pflegerischen Versorgung – eine Analyse von Ursachen und Handlungsmöglichkeiten“ kooperiert das Institut für Gerontologie an der TU Dortmund mit der Sozial-Holding in Mönchengladbach, dem Evangelischen Christophoruswerk in Duisburg und der Seniorenhilfe der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel mit Sitz in Bestwig.

    Alle zusammen betreiben 23 Einrichtungen der pflegerischen Versorgung. Der Europäische Sozialfonds und das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW fördern das einjährige Projekt bis September 2017. Die drei Träger sind als Praxispartner außerdem mit einem finanziellen Beitrag beteiligt.
    Von politischer Seite werden die Ergebnisse mit Interesse erwartet.

    In dem einjährigen Projekt, welches noch bis zum September 2017 läuft, haben die Wissenschaftler bislang Literatur und vorhandene Studien zum Thema ausgewertet, Personaldaten hinsichtlich vorhandener Fluktuation analysiert und mehr als 45 persönliche Interviews mit Leitungskräften und Mitarbeitervertretungen in den beteiligten Unternehmen geführt. Dabei zeigte die Analyse der Personaldaten bereits, dass die Personalfluktuation bei den drei untersuchten Trägern auf einem sehr niedrigen Niveau und damit weitaus geringer ist, als bisherige Studienergebnisse und Medienberichte dies für die Gesamtbranche berichten.

    Darum kann festgestellt werden: Es ist durchaus für einzelne Träger möglich, durch innovative und umfassende Maßnahmen die Arbeitsverhältnisse für die Beschäftigten so attraktiv zu gestalten, dass trotz widriger Verhältnisse in der Branche die Situation beim einzelnen Träger als durchaus attraktiv betrachtet werden kann.

    Gute Arbeitsbedingungen sind auch in schwierigen Rahmenbedingungen möglich, was jedoch nichts an der Notwendigkeit ändert, die Rahmenbedingungen selbst zu verbessern.
    Für (potentielle) Beschäftigte selbst bedeutet dies: Der Pflegeberuf kann sinnstiftend und zufriedenstellend sein, wenn vor Ort ein effektives Personalmanagement vorliegt.
    Für Arbeitgeber in der Pflege bedeutet dies: Es gibt durchaus Spielraum, die Bedingungen zu verbessern und die Fluktuation zu senken.

    Als weiterer Schritt folgen ausführliche Interviews mit 60 Pflegefachkräften, die ihren Arbeitgeber oder den Beruf gewechselt haben. Zudem werden alle Pflegefachkräfte der drei Träger schriftlich befragt. Mithilfe dieser unterschiedlichen Blickwinkel auf das Thema Personalfluktuation ermittelt das Forscherteam die Gründe, die Pflegefachkräfte zum Arbeitgeber- oder sogar zum Berufswechsel bewegen können. Es identifiziert Faktoren der Arbeitszufriedenheit und erarbeitet Ideen, wie Pflegeeinrichtungen angesichts schwieriger Rahmenbedingungen in positiver Weise ihre Fachkräfte binden können.

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Die Ignoranz der Gesundheitsminister – die Sonntagsreden der Verantwortlichen – die Ohnmacht der Betroffenen?

    Nicht erst in den vergangenen 16 Jahren habe ich beobachten müssen, dass sämtliche amtierende Bundesgesundheitsminister unisono in diversen Reden versprochen haben, die Pflege in wichtigen Teilen zu verbessern.
    Zu jeder Zeit hatten sie zur fachlichen Beurteilung gute Berater zur Seite, diese haben immer auch darauf hingewiesen: eine entscheidende Ursache der Pflegemängel in Alten- und Senioreneinrichtungen ist die unzureichende Zahl des Pflegepersonals am Pflegebett.
    Jeder Fachmann bestätigt auch Herrn Gröhe, als aktuell Verantwortlichem, für die Miß-Stände in unseren Alteneinrichtungen: nur durch mehr ausgebildete Pflegekräfte ist eine spürbare Besserung der Situation erreichbar.

    Handelt der Gesundheitsminister deshalb entsprechend seiner Aufgabe? Nein, er erfüllt sie in keiner Weise.

    Ja, er fährt durch die Republik und spricht auch mit Verantwortlichen, Betroffenen und auch mit Lobbyisten und Verbänden. Er redet von den Erfolgen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes. Es bringt sicher ein paar Verbesserungen in der häuslichen Versorgung unserer alten Menschen.

    Dem Menschen im Heim, der dort 24Stunden am Tag im Bett liegt, dem nützt dieses Gesetz nicht. Für ihn ist es nicht gedacht. Er wird wieder einmal vergessen, ignoriert.
    Ignoriert von Verantwortlichen für die Pflege, ignoriert von Profiteuren im Umfeld der Pflege, die mit immer neu entwickelten technischen Finessen/Systemen wirtschaftliche Vorteile für sich selber und keine Verbesserungen für ihren Kunden, den Pflegebedürftigen erreichen.
    Auch die Angehörigen tragen Verantwortung für die Alten, sie müssen ihre Stimmen lauter erheben als bisher, ihre Aufgabe ist es, zu fordern, sie sind in der Lage, die Ohnmacht der Betroffenen in den Betten zu durchbrechen.
    Ohne Umsetzung der Forderung nach mehr Personal sollte mit keiner Angehörigen Wahlstimme ein Gesundheitsminister in seinem Amt bestätigt werden.

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Die Situation in Altenheimen – Betreuer zur Pflege genötigt

    Die Situation in Altenheimen – Betreuer zur Pflege genötigt

    Eigentlich eine tolle Idee: Das Pflegestärkungsgesetz soll 20.000 neue Stellen für Alltagshelfer in die Altenheime bringen, die mit den Bewohnern das machen, wofür im Alltag der Pfleger meist wenig Zeit ist: spazieren gehen, basteln, singen. Doch die Realität sieht anders aus, wie WISO am Montag im ZDF zeigt …

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • BDH fordert gesellschaftlichen Paradigmenwechsel – Sorgen pflegender Angehöriger nicht länger ausblenden

    BDH LogoIn einer Studie zur Situation pflegender Angehöriger legt die Techniker Krankenkasse (TK) das extreme Belastungsniveau offen, das die selbstständig getragene Pflege für Angehörige mit sich bringt.
    60 Prozent der Befragten gaben an, dass die Pflege sie sehr viel Kraft koste, jeder Dritte leidet der Studie zufolge sogar unter gesundheitlichen Problemen aufgrund der Pflegebelastung.

    Die Zahlen seien mehr als alarmierend und ein klarer Appell an die Bundespolitik, die Scheuklappen abzulegen und die Situation pflegender Angehöriger zu verbessern, so Ilse Müller, Vorsitzende des BDH Bundesverband Rehabilitation. (mehr …)

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Pflegeheime müssen ihr medizinisches Netzwerk offenlegen

    pro PflegeVollstationäre Pflegeeinrichtungen sind nach dem Pflege-Neuausrichtungs­gesetz (PNG) ab 01.01.2014 verpflichtet, die Pflegekassen regelmäßig und unmittelbar über Regelungen zur ärztlichen Versorgung sowie zur Arzneimittelversorgung in den Einrichtungen, z.B. über Kooperationsverträge mit Ärzten und Apotheken, zu informieren.
    Diese Informationen sollen von den Pflegekassen verständlich, übersichtlich und kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, damit sie pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen die Suche nach einer passenden Einrichtung erleichtern. (mehr …)

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Ökonomie im Gesundheits- und Pflegesystem – Patienten stehen nicht mehr im Mittelpunkt

    Ökonomie im Gesundheits- und Pflegesystem – Patienten stehen nicht mehr im Mittelpunkt

    Ein Statement von Werner Schell
    Werner SchellDie BRD hat sich bereits in ihren Anfängen zur Marktwirtschaft bekannt. Im Gefolge dieser marktwirtschaftlichen Ausrichtung ist auch das Gesundheits- und Pflegesystem ökonomisch ausgerichtet worden. Diese ökonomische Ausrichtung ist wohl grundsätzlich richtig, darf aber nicht zum Selbstzweck werden. Vielfältige soziale Aspekte müssen Berücksichtigung finden (-> Art. 1, 2 und 20 Grundgesetz).

    Leider sind aber die einschlägigen Lobbyisten seit vielen Jahren dabei, allein der ökonomischen Ausrichtung des Gesundheits- und Pflegesystems stets mehr Raum zu geben. (mehr …)

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!