BDH: Menschen mit erworbener Hirnverletzung (MeH) erwarten gesetzliche Anerkennung

BDH LogoDie Vorsitzende des BDH Bundesverband Rehabilitation, Ilse Müller, fordert anlässlich des 7. Nachsorgekongress der Bundesarbeitsgemeinschaft Rehabilitation (BAR) in Berlin politische Initiative zur Verbesserung der Nachsorge und beruflichen Integration für Menschen mit einer erworbenen Schädelhirnverletzung (MeH):

„Betroffene und pflegende Angehörige benötigen mehr individuelle Betreuung durch Kostenträger und berufsbegleitende Institutionen wie den Arbeitsagenturen.

 

Die akute und rehabilitative Anfangsbehandlung funktioniert in der Regel zufriedenstellend. Allerdings hapert es unserer Erfahrung nach erheblich in der Phase der Wiedereingliederung Betroffener in das Lebensumfeld. Damit werfen sich auch Fragen der Integration in den Arbeitsmarkt auf. Zur Verbesserung der Wiedereingliederungsprozesse setzen wir uns, gemeinsam mit den Partnerorganisationen der BAR, für die offizielle Anerkennung der besonderen Bedarfe von Menschen mit erworbener Hirnschädigung (MeH) im Sozialrecht und in der Gesundheitsberichterstattung ein. Die Politik muss sich einen realistischen Einblick in die Ausgangslage Betroffener verschaffen, um frühzeitig individuelle Maßnahmen zur Teilhabe unterstützen zu können. Vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftemangels ergeben sich große Potenziale zur beruflichen Integration. Diese gilt es zu nutzen.“

Derzeit leben in Deutschland 800.000 Menschen mit erworbener Hirnschädigung, ein Prozent der Bevölkerung sind damit unmittelbar betroffen und jährlich kommen tausende hinzu. Es sei höchste Zeit zu handeln und dieser Gruppe Betroffener offizielle Anerkennung zu Teil werden zu lassen. Der Grundsatz „Reha vor Pflege“ müsse künftig zur Leitlinie der Pflegepolitik werden und einen individuellen Zugang zu bedarfsgerechten Teilhabeleistungen sicherstellen. Individuelle und unbürokratische Betreuungsmaßnahmen seien der richtige Weg, Menschen mit Handicap wieder ins Erwerbsleben zu integrieren. Maßnahmen der schulischen und beruflichen Re-Integration müssen mit unterstützenden Hilfen wie tagesstrukturierenden Maßnahmen Hand in Hand gehen.