CDU blockiert Digitalisierung an Schulen

Nehmen wir an, ich bin typischer CDU-Wähler, habe Dr. Günter Krings bei der Bundestagswahl meine Stimme gegeben.
Weitere Annahme: bei der letzten Landtagswahl erhielt der Giesenkirchener Frank Boss meine Stimme und bei der Kommunalwahl machte ich mein Kreuzchen bei der CDU.
Beide Mönchengladbacher wurden in das jeweilige Parlament gewählt mit dem Auftrag und ihrem persönlichen Versprechen, sich für Belange der Mönchengladbacher einzusetzen. In der Stadt ist die CDU Teil der Koalition.
Natürlich sind alle keinem Versprechen verpflichtet, sind unabhängig.

In Berlin hat das Parlament eine Änderung des Grundgesetzes beschlossen.
Mit 5 Milliarden Euro sollen die Schulen in den Kommunen in eine bessere Lage versetzt werden, die Schulen auf Vordermann zu bringen. Nach vielen Jahren endlich soll es eine Digitalisierungsoffensive geben.

In Berlin hat die GroKo Ja gesagt, mein von mir gewählter Abgeordneter ebenfalls. Gut so. Er ist für gute Bildung unserer Jugend.
Im Land NRW ist das anders, es hat den Anschein, als ob Frank Boss, von mir gewählt, seinem Berliner Parteifreund in die Parade fahren möchte. Im Bundesrat will er Nein sagen. Nein zu 5 Milliarden Förderung. Dabei ist doch auch er sicher für gute Bildung. Etwa für eine andere gute Bildung?
Welche Förderung möchte die CDU in Mönchengladbach für die gute Bildung?
Die aus Berlin oder Düsseldorf? Dabei hat Düsseldorf ja kein Angebot für gute Bildung, die CDU in NRW will lediglich bestimmen dürfen wie das Geld aus Berlin verteilt wird. Deshalb will sie verhindern, dass die CDU in Berlin durch die Grundgesetzänderung das Recht erhält, das Geld direkt an die betroffenen Kommunen weiter zu geben.
Armin Laschet meinte entsprechend im Interview auf WDR 5 am Morgen: „ Wir wollen keine Einheitsschule in Deutschland. Der Wettbewerb der Länder, wer hat die besten Schulen, hat Deutschland immer gut getan.“
Laschet bestreitet nicht, dass NRW kein Geld für die Digitalisierung seiner Schulen hat. Die Finanzspritze aus Berlin lockt recht stark. Etwas abgeben will die CDU in NRW jedoch nicht. Jedenfalls keine Macht. Laschet sagt, es müsse keinen Machtkampf geben, sollte Berlin auf das eingehen, was die Länder vorgeben.
„Das ist extrem konstruktiv“, sagt unser CDU-Ministerpräsident.

Für welche Art guter Bildung habe ich meine Stimme gegeben?
Ob Frank Boss mir das in seinem neu eröffneten Bürgerbüro auf der Hauptstraße in Rheydt bei einem Kaffee erklären wird?

5 Kommentare zu "CDU blockiert Digitalisierung an Schulen"

  1. Darf ich vervollständigen, nämlich was ihre CDU Stimme bei der Kommunalwahl nun bewirkt:
    http://pvr.itk-rheinland.de/ratsinfo/moenchengladbach/14439/Q0RVIC4gU1BEIERpZ2l0YWxlIFBpbG90c2NodWxlLnBkZg==/12/n/148506.doc

    Ich interpretiere:
    Da CDU im Land die CDU im Bund behindert, sagt die CDU in MG, dass das alles egal ist und wir das als Kommune auch selber zahlen können ;-)

    • Also sind die Kindergärten, Grund- und weiterführende Schulen weiterhin auf Spenden von Eltern und Fördervereinen angewiesen, was bekanntlich der Tropfen auf dem heißen Stein ist. Bekommen ggf. ausrangiertes Gerät von Banken und Verwaltung oder gehen vielleicht, von mir sehr kritisch gesehen, Werbeverträge (natürlich als großzügige Spende ausgegeben) mit Soft- und Hardwarefirmen ein.
      Ich erinnere mal an das Winzigweich-Schulprogramm oder auch Förderungsmaßnahmen seitens des abgebissenen Fallobstes.

    • Sorry hab ich jetzt erst richtig gelesen.

      Und wie kommen Sie auf die Idee das ich CDU gewählt habe soll?

      • Liebe/r K.-H.H.,

        ich nehme ihres Wahlverhaltens gar niX an, ich habe ja auch nicht auf ihren Kommentar geantwortet. Ich habe nur mal den „Standpunkt“ von Herrn Wendler fortgeführt, der sich mal in einen CDU Wähler hineinversetzt hat … davon handelt der erste Absatz … und der Rest des Artikel versucht zu ergründen was mit seinen Stimmen passiert ist ;-)

  2. Das Politiker multiple Persönlichkeiten sind/haben sollte ja inzwischen jedem Bekannt sein. Je nach Bedarf kommt die eine oder andere ans Tageslicht.

    In Belangen der Schulen und deren Lehrplänen und Strukturen haben sich die alten Bundesrepublikanischen Organisationseinheiten überlebt, da versuchen viel zu viele Köche im Topf der Bildung zu rühren. Mal abgesehen davon das die Länder dann einen Bereich abgeben und die Bildung endlich mal Bundeseinheitlich geregelt wird versuchen die Ministerpräsidenten des Föderale System im z.Zt. rückwärtsgewandten schulischen Bereich als Machtposition zu erhalten und verkaufen das auch noch als innovativen Wettbewerb.
    Wieviel Personal könnte bei Abgabe der Bildung an den Bund, der dann mit den Kommunen direkt in Kontakt treten darf, für andere Aufgaben für die derzeit das Personal fehlt freigesetzt werden.
    OK es würden natürlich auch einige Politikerversorgungspöstchen in der Bildung wegfallen aber das ist eine andere Diskussion.

    Selbst das das Land NRW – bei einem riesigen Einnahmenplus – angeblich kein Geld für den Bildungsbereich überhat ist eine Verhöhnung des Bürgers. Seit Jahrzehnten wird im Bereich der Bildung gekürzt, dabei ist es anscheinend auch noch egal welche politische Farbe gerade an der ReGIERung ist.

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*