Der Weg von der Präsenz- zur Onlinelehre

Das Sommersemester der Hochschule Niederrhein findet vorläufig nur digital statt.

Das bedeutet: Didaktische Konzepte für die neuen Lehrformate müssen her. An der Hochschule in Krefeld und Mönchengladbach stehen den Lehrenden nicht erst seit Coronazeiten ausgebildete Mediendidaktikerinnen und Mediendidaktiker zur Seite.

Das Projekt digitaLe – Raum für digitale Lehre wurde 2018 initiiert, um die Digitalisierung in Studium und Lehre zu gestalten. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Lehrenden ein didaktisch sinnvolles Lehren und Lernen mit digitalen Medien zu ermöglichen“, sagt Alexandra Eßer, Mediendidaktikerin im Fachbereich Elektrotechnik und Informatik.
Zwar ist das Projekt zentral im Ressort für Studium und Lehre der Hochschule angesiedelt, eine Besonderheit ist jedoch, dass in fast jedem Fachbereich eine Mediendidaktikerin arbeitet. „Durch dieses dezentrale Konzept sind wir viel näher an den individuellen Bedarfen der Fachbereiche dran“, sagt sie.

Durch die Umstellung auf reine Onlinelehre erreichen die Teams digitaLe und eLearning eine sehr hohe Anzahl an Anfragen. „Der Bedarf an Unterstützung ist derzeit viel höher als sonst“, sagt die Mediendidaktikerin. Didaktische Empfehlungen, die gemeinsam mit eLearning und Hochschuldidaktik entwickelt wurden, gingen daher schnell an die Lehrenden. Die Präsenzlehre könne nicht einfach eins zu eins übertragen werden, sondern benötige ein eigenes Konzept. Normalerweise unterstützt das Team digitaLe bei Lehrkonzepten, die Online- und Präsenzlehre
optimal verbinden, die Anwesenheit jedoch nicht vollständig ersetzen.
Videos, interaktive Präsentationen, Onlinetests oder Foren: Es gibt viele Möglichkeiten den Stoff zu vermitteln. Direkt zu Beginn des Semesters haben die Teams eLearning und digitaLe einen gemeinsamen Moodle-Raum für Lehrende initiiert, in dem sich Empfehlungen zu Tools, Anleitungen und die Möglichkeit zur kollegialen Beratung finden. Darin tauschen sich Professorinnen und Professoren fachbereichsübergreifend aus.

„Viele Lehrende sind hier sehr vertraut mit digitalen Methoden und neuen Lehrformen gegenüber sehr aufgeschlossen“, sagt Prof. Nicolas Beucker, Studiendekan am Fachbereich Design. Aber an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften ist auch das praktische Arbeiten von großer Bedeutung. „Einige Kurse können komplett digital stattfinden. Jedoch ist bei uns das Arbeiten in den Werkstätten essentiell. Wir versuchen, so viel Vorarbeit wie möglich online abzudecken und entwickeln nun Lösungen für die Präsenzphasen“, sagt der Professor für Public und Social Design.