Ein zweiter Nationalpark ist eine Chance für die Region

Foto: Silvia Erbrath

Einst war Mönchengladbach umgeben von Eichenwäldern.

Die Luft war klar und das Wasser war rein.  Die massive Abholzung der Wälder begann auch vor unseren Stadttoren mit der Industrialisierung und dem Bevölkerungswachstum. Die Textilbranche schaffte Arbeitsplätze. Das ist auch heute noch wichtig.

Wir haben unser Wohlstandbild in die weite Welt getragen und beklagen nun die massiven Abholzungen auf dem ganzen Erdball. Dabei sollten wir vor unserer eigenen Haustüre anfangen.
NRW braucht einen zweiten Nationalpark. Dies ist kein „Nice to have“ sondern die Notwendigkeit nach jahrelangem Missbrauch der Natur im eigenen Land. Unser Optimierungswahn hat Wälder und Wiesen verschwinden lassen. Gerade einmal 0,4% unserer Fläche sind bewaldet. Die EU hat festgelegt, dass es 10 Prozent sein müssen, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten.

Foto: Silvia Erbrath

Menschen, die in Naturschutzthemen unterwegs sind, wünschen sich zum Erhalt und Wiederaufbau der Fauna und Flora unseres Landes einen grünen Streifen, ausgehend von den Niederlanden, ausgehend vom Nationalpark De Meinweg bis nach Köln. Machbar wäre das schon, wenn denn der politische Wille da wäre.
Zurzeit hört man, dass Bürgermeister, Verwaltungen und auch politische Bestrebungen immer noch dem alten Narrativ hinterherhecheln, ein weiterer Gewerbepark mit großen Hallen und LKW Verkehr würde den Menschen Sicherheit und Wohlstand erhalten. Dies ist schlicht falsch. Daher wehren sich Bürger in Elmpt (Niederkrüchten) oder in Sasserath (Mönchengladbach) bisher erfolgreich.  

Um die negative Debatte für einen Nationalpark zu stoppen, muss man klar zum Ausdruck bringen, dass lediglich bereits vorhandene Waldflächen unter Naturschutz gestellt werden können.
Kein Waldbesitzer wird enteignet und auch kein Bauer hat mit Einschränkungen auf seinen Äckern zu rechnen, betont der NABU.
Selbst der abstrusen These, dass ein Nationalpark schädliche Auswirkungen auf das Klima hat, wird wohl jeder Klardenkende widersprechen können. Ganz im Gegenteil wirkt sich der Waldboden positiv auf die Menge und die Reinheit unseres Grundwassers aus. Das Regenwasser wird durch den Boden gehalten und gefiltert. Den massiven Problemen aus der Landwirtschaft wird somit ein Gegenpol gesetzt.

Die neuesten Zahlen des Nationalparks Eifel zeigen, dass in einem Nationalpark ein großes wirtschaftliches Potential liegt. Die direkten Einnahmen liegen bei 2-3 Millionen Euro. Hinzu kommen ca. 30 Millionen Euro Umsatz aus dem Tourismus in dieser Region.
In unserer nächsten Umgebung wären Anwärter der Reichswald (Kreis Kleve) oder auch ein ganz neues Gebiet, wenn sich die Kommunen endlich trauen und darum bewerben würden. Die Bewerbung ist nur noch bis Ende März möglich.

Bis dahin finden Sie hier den Link zur Seite des NABU um für Ihren Favoriten zu stimmen:
https://mitmachen.nabu.de/de/nationalpark-nrw

30 - 2

Danke für Ihre Abstimmung!

Sorry, Sie haben schon abgestimmt!

2 Kommentare zu "Ein zweiter Nationalpark ist eine Chance für die Region"

  1. Dann erklären Sie den Lesern bitte erst mal, was es denn genau für einen Unterschied macht, wenn ein Wald unter Naturschutz steht, damit die Leute wissen wofür sie abstimmen!

    • Silvia Erbrath | 1. Februar 2024 um 15:24 | Antworten

      Vielen Dank für Ihre Frage und Ihr Interesse.
      Einen Wald in einen Nationalpark zu überführen bedeutet von einer mindestens 10ha großen Fläche, 75% weitestgehend in naturnahmen Zustand zu belassen ist. Dies wird vor die Nutzung gestellt.
      Somit haben Eichen und Buchen wieder die Chance mehrere Hundert Jahre alt zu werden. Totholz verbleibt ihm Wald und wird zu neuem Lebensraum.
      Ebenso dürfen keine Pestizide mehr im Wald ausgebracht werden. Der Wald wird weitestgehend sich selbst überlassen und bietet mehr Lebensraum für bedrohte Arten.
      Die mit 27% angegebene Waldfläche der BRD ist überwiegend in privater Hand. Für deren Besitzer ist der Holzhandel eine Erwerbsquelle. Bei den angedachten Flächen handelt es sich lediglich um Flächen der öffentlichen Hand.
      Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des NABU NRW oder unter folgendem Link.
      https://www.bfn.de/nationalparke#anchor-3222

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