„Dialog“-Ergebnisse für Giesenkirchen wurden präsentiert: Eine Vielzahl kleiner Schritte notwendig und auch möglich [mit O-Ton]

Das Potential wurde aufgezeigt, ist es finanzierbar? Politik ist gefordert.

Die Aula des Schulzentrums in Giesenkirchen füllte sich zusehends  am Dienstagabend gegen 18.00 Uhr.
Etwa 200 erwartungsvolle Bürger wollten „live“ hören und sehen, was die Planungsexperten aus Dortmund und Essen für den Stadtteil erarbeitet hatten.
Das nicht alle Hoffnungen zu erfüllen sind, meist aus finanziellen Erwägungen, das war wohl auch dem größten Optimisten von Anbeginn des Projektes klar.

Olaf Kasper, Projektleiter des beauftragten Planungsteams Davids aus Essen, stellte die einzelnen Eckpunkte sachlich vor.

Die Original-Präsentation finden Sie hier:  3.Buergerforum.


Zentrumsstärkung:

Konstantinstraße und Konstantinplatz sollen in ihrer Zentrumsstruktur gestärkt werden. Der öffentliche Raum unter anderem rund um den Konstantinplatz ist aufzuwerten, private Zusammenschlüsse wie Immobilien- und Standortgemeinschaften sind zu unterstützen, Leerstand nicht unbedingt nur durch Einzelhandel, sondern auch durch frequenzbringende Dienstleister zu beseitigen.
Darüber hinaus soll das Zentrum durch eine bessere ÖPNV-Anbindung der unteren Konstantinstraße, die derzeit den Versorgungsschwerpunkt darstellt, und ein verbessertes Wegenetz durch Rad- und Fußwegeverbindungen gestärkt werden.
Kleinflächenkonzepte, Hofläden und mobile Dienste sind zusätzliche Angebote, die die Nahversorgung in allen Teilen Giesenkirchens unterstützen.
Eine durch Licht- und Kunststelen markierte Fußgängerachse von der Konstantinstraße auf den Platz trägt zur deutlicheren Wegeführung bei. Dafür müssten fünf Stellplätze auf dem Platz wegfallen.
Außerdem könnten Bäume und Bänke die Aufenthaltsqualität erhöhen.

Siedlungsflächen:
Der vor dem Hintergrund des demografischen Wandels anstehende Generationswechsel führt dazu, dass Wohnraum für ältere Generationen in Stadtkernlage gefragt sind. Gleichzeitig ist der Stadtteil von jungen Familien aus Giesenkirchen gefragt.
Hier sehen die Stadtentwickler Potenzial für Ein- und Zweifamilienhäuser, aber auch für den Mietwohnungsbau.
Entwicklungsflächen bieten vor allem die rund hundert Baulücken, die insgesamt ein Flächenvolumen von acht Hektar umfassen.
Das Stadtteilentwicklungskonzept sieht ferner Potenzial auf städtische Flächen wie dem Parkplatz Kruchenstraße mit einer Größe von einem Hektar für 25 Wohneinheiten oder dem aufzugebenden Ascheplatz an der Lorenz-Görtz-Straße (1,2 Hektar) für 30 Wohneinheiten vor.
Weiteres Potenzial bietet sich im Bereich Meerkamp, langfristig auch noch am Ahrener Feld und an der Waldesruh an. Hiezu sind allerdings Machbarkeitsstudien notwendig.

Zukunft Freibad:
Das bereits seit Jahren geschlossene Freibad in Giesenkirchen soll nicht wieder „ans Netz“ gehen.
Das Gelände bietet sich zur Freizeitnutzung für Kinder und Jugendliche an.
Das Konzept sieht hier einen von einem Privatinvestor zu errichtenden Badesee mit City-Strand vor.
Zusätzlich – ebenfalls aus der Hand eines Privatinvestors – könnten auf dem Areal Beach-Sport-Felder, Gastronomie mit Biergarten, ein Klettergarten oder ein Wohnmobilpark entstehen.
Ebenso als Baustein im Bereich Sport vorgesehen sind die Sanierung des Tennenplatzes und der Leichtathletik-Anlagen auf der Sportanlage Asternweg.
Dies erfolgt aus Mitteln der Sportpauschale bis Herbst diesen Jahres.
Die Sportanlage Puffkohlen könnte mit neuen Kunststoffrasen-Spielfeldern für rund eine Million Euro saniert werden, die zum größten Teil aus den Verkaufserlösen der städtischen Sportfläche an der Lorenz-Görtz-Straße und dem ehemaligen Freibadparkplatz an der Kruchenstraße erzielt werden.
Zusammen mit der Sportanlage Asternweg wäre der Bedarf der Sportvereine in Giesenkirchen damit gedeckt und die Anlagen sind auf einem zeitgemäßen Stand gebracht.

Im Anschluss an die Präsentation moderierte Petra Voßebürger eine Frage-Runde aus dem Publikum, die zum größten Teil auch direkt durch die Planer und die anwesenden Vertreter der Stadtverwaltung beantwortet werden konnten.

Bezirksvorsteher Hermann-Josef Krichel-Mäurer nahm in seinem Schlusswort einen Gedanken von Olaf Kasper auf: „Der Ball liegt nun bei uns, die Umsetzung der Ideen zügig einzuleiten.“

 

Jürgen Beckmann, Leiter des städtischen Fachbereichs Stadtentwicklung und Planung wurde abschließend von Petra Voßebürger befragt.
Hier seine Antwort im Original-Ton:
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