Erstes Tour-Opfer? – Kaukasischer Nussbaum grundlos durch mags gefällt?

Mönchengladbach bietet den Zuschauern einiges am Tag der Tour Durchfahrt, vorbei an der Kaiser-Friedrich-Halle: Mit dem VIP-Spezial „all inclusive“ sichert man sich nicht nur die begehrten Tribünenplätze, sondern genießt auch die Vorzüge des kompletten VIP-Bereichs:

Darstellung aus 2016

aktuell, nach der Baumfällung

Rechtzeitig vor dem Eintreffen der Radsport-Weltelite startet das Rahmenprogramm um 11.30 Uhr in und um die Kaiser-Friedrich-Halle. Auf Riesenleinwänden im Restaurant und in den Gesellschaftsräumen lässt sich die Tour an diesem Tag vom ersten Pedaltritt bis zum Erreichen des Etappenziels in Lüttich live mitverfolgen. Bei regionalen und französischen Speisen stimmen sich die Gäste des VIP-Spezials in den Gesellschaftsräumen auf das TOURFIEBER ein und dürfen pünktlich zur Einfahrt auf den Tribünen Platz nehmen – natürlich mit unmittelbarem Blick auf die Großleinwand an der Kaiserstraße, die das aktuelle Geschehen kontinuierlich live überträgt.
Wurde der Nussbaum gefällt, um freien Blick auf das Spektakel zu garantieren?

Die Bündnis/Grünen schreiben:
Die kaukasische Flügelnuss ist ein Nussbaum mit vielen Vorzügen: Er ist windfest, resistent gegen das Stadtklima und ein besonderer „Hingucker“ im Herbst wegen seiner großen goldgelben Blätter. Viele Menschen in Mönchengladbach schätzten diesen schönen Baum vor der Kaiser-Friedrich-Halle, jene Flügelnuss, die seit den Karnevalstagen allerdings fehlt – die Stadttochter mags um ihren Geschäftsführer Hans-Jürgen Schnaß (SPD) hatte sie während der jecken Tage unauffällig beseitigt. „Mit welchem Recht die mags jetzt diesen Baum vor der KFH gefällt hat, ist nicht ersichtlich“, sagt Dr. Boris Wolkowski, stellvertretender Vorsitzender der Grünen-Fraktion und zugleich Mitglied im Planungs- und Bauausschuss.

Lena Zingsheim und Dr. Boris Wolkowski

Der Ärger des Grünen-Politikers ist nachvollziehbar: In der Sitzung des Planungsausschusses im letzten Herbst wurde ein FDP-Antrag erörtert, der zum Ziel hat, die historische Sichtachse von der Bismarckstraße aus bis zur Kaiser-Friedrich-Halle wiederherzustellen. Die Verwaltung stellte den Politikern bei der Erörterung des Antrags eine Visualisierung der Maßnahme vor. Die Bilder zeigten den Politikern, wie sich die Maßnahmen zur Wiederherstellung der Sichtachse – so etwa die Wegnahme von Verkehrsschildern, Rückschnitt von Bäumen –  auswirken würden. Dr. Boris Wolkowski: „Die Bilder zeigen nicht unerhebliche Rückschnitte an den Bäumen vor der KFH, jedoch sind klar alle Bäume zu sehen, auch die Flügelnuss im vorderen Bereich.“ Radikalmaßnahmen, wie sie mit der Fällung jetzt vorgenommen wurden, habe der Beschluss eindeutig nicht vorgesehen, betont Wolkowski. Zudem, so der Grünen-Ratsherr, stünde die gefällte Flügelnuss auch nicht auf der aktuellen Baumfällliste. „Der Baum war gesund“, sagt Wolkowski.

Warum und auf welcher Grundlage nun dieser Baum dennoch gefällt wurde, wurde, das wird Gegenstand einer Anfrage der Grünen in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses werden. „Es muss so sein“, sagt Wolkowski, „dass die Beschlüsse der Stadt für die städtische Tochtergesellschaft mags, die grundsätzlich für Fällungen zuständig ist, bindend sind.“ Ansonsten, so der Grünen-Politiker, könne in der Öffentlichkeit der fatale Eindruck entstehen, das vom früheren Ordnungsdezernenten der Stadt geführte Unternehmen habe bei diesem Antrag – ohne Rechtsgrundlage und an städtischen Gremien vorbei – in vorauseilendem Gehorsam gehandelt und eine Gefälligkeitsaktion durchgeführt.

2 Kommentare zu "Erstes Tour-Opfer? – Kaukasischer Nussbaum grundlos durch mags gefällt?"

  1. Ch. Schneider | 9. März 2017 um 18:22 |

    Was ist das denn für ein Kommentar? Nichts als Stimmungsmache. Der erste, jetzt gefällt Baum und alle , die noch folgen werden sind leider sehr krank und damit eine Gefahr für die Allgemeinheit, ebenso wie jeder Gladbacher, der den Blödsinn glaubt, wenn uns den irgendwer, irgendwann erzählen wird.

  2. P. Hüskens | 9. März 2017 um 08:41 |

    Und das ist erst der Anfang. Welche Stadt beraubt sich nicht gerne ihres Grüns, wenn sie dafür eine dreiminütig hinrasende Gedoptenhorde mit offenen Mündern anbeten kann. Irgendwann muß man anfangen mit den notwendigen Arbeiten. Im vergangenen Jahr brachte doch schon Frau Finger Mönchengladbachs Undurchschaubarkeit auf den Tisch. Sie sprach ja noch verharmlosend von „schneiden.“ Was Politiker sagen, muß man nur zu übersetzen wissen. Ob ich bei Fingers auch mal „schneiden“ darf? In dem Garten stört sicher auch so einiges. Ansonsten macht man’s hier wie „die ganz Großen“. Nebelbombe, in diesem Fall Karneval, und danach ist nichts mehr wie es war und wird es auch nicht wieder. Oder wird danach neu „aufgeforstet“? Brüstet sich doch Mönchengladbach als Stadt im Grünen

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