Gefährden die „Roermonder Höfe“ das Arbeitslosenzentrum (ALZ)?

Das fragt die Fraktion DIE LINKE in Mönchengladbach

Volkesmund tut Wahrheit kund.
Ein bei zumeist älteren Menschen nicht unbekannter Spruch, an dem sich der Bezirksvertreter der Linkspartei in Mönchengladbach-Nord, Mario Bocks, angesichts der Diskussion um die „Roermonder Höfe“ in letzter Zeit doch öfters erinnert fühlt.
„Dann ist das ALZ bald weg! Oder glaubt wirklich Jemand, dass sich die „gehobene“ Mieterschaft der neuen Höfe sich das Elend der finanziell Schwachen und der Ausgestoßenen dieser Gesellschaft vor der eigenen Haustür ansehen wird“, vermerkte ein Passant in einem Gespräch mit einem gerade aus dem ALZ kommenden Besucher. 

„Das hat mich nachdenklich gemacht“, sagt der Bezirksvertreter Bocks, der dieses Gespräch an der Bushaltestelle Lüpertzenderstraße vor dem ALZ  mithören konnte. „Die Befürchtungen der Besucherinnen und Besucher sowie einem Teil der Anwohner, das sich die Aufgabe des ALZ überhaupt andeuten würde, konnten wir nicht ahnen und müssen wir ernst nehmen. Denn wir wissen auch, wer viel Miete zahlt, möchte auch viel Komfort und seine Ruhe haben. Mit Verkehr und ALZ werden das die neuen Mieter nicht haben“, kann Bocks diese Befürchtung verstehen.

Die Linkspartei im Bezirk Nord sieht weiter die Gefahr, dass mit einer gezielten Ansiedlung von besser betuchten Mietern durch gehobene Mietangebote im Herzen der Stadt eine Neuausrichtung des Stadtteils „Stadtmitte“ eingeleitet werden soll. Dabei könnte auch der geplante Grünzug durch das Gladbach-Tal in Stadtmitte eine Rolle für geplante Erneuerungen unter Ausschluss von finanziell schwächer gestellten Familien und Anwohnern spielen. Erfahrungsgemäß werden dann die bisherigen Anwohner, die noch in bezahlbaren Mietverhältnissen wohnen, aus dem Stadtteil gedrängt um den Plänen für Investoren und Immobiliengesellschaften  nicht im Wege zu stehen, beschreibt die Linkspartei eine mögliche Entwicklung in Stadtmitte.

„Neuer Wohnraum und sanierte bestehende Wohnungen würden dann für die jetzigen Bewohner durch die Preissteigerungen nicht mehr bezahlt werden können. Das ist die klassisch genannte Gentrifizierung, die Verdrängung der bisherigen Anwohnerschaft durch eine neue wohlbetuchtere Anwohnerschaft. Dieser Prozess scheint nun auch hier im ersten Schritt mit den hässlichen „Roermonder Höfen“ zu beginnen“, analysiert der Bezirksvertreter.

Nachdem die Bürgerveranstaltung zur Vorstellung der Höfe am 14.01.2014 im Rathaus Abtei nicht die gewünscht erwartete Zustimmung der Bürger erfahren hat, hofft DIE LINKE. nun auf verstärkte Rückendeckung gegen die Investorenpläne des Hofes im Stadtbezirk. Ein Planungsverfahren einzuleiten bedeutet noch lange nicht, dass dieses auch positiv beschieden werden muss. Hier sieht die Linkspartei eventuell noch eine Möglichkeit, in das laufende Verfahren einzugreifen. Eine politische rechtsverbindliche Entscheidung steht noch aus. Das Arbeitslosenzentrum bleibt dabei, egal wie die Entscheidungen getroffen werden, eine unverzichtbare und elementare Einrichtung nicht nur für die Anwohner, sondern auch für die Besucher. Sie bedeutet für viele Menschen einen wichtigen Anlaufpunkt und die einzige Möglichkeit für soziale Kontakte.

DIE LINKE. Mönchengladbach sieht sich durch die derzeitige Entwicklung mit der Forderung nach dem Erhalt der Bleichwiesen und dem Verzicht auf die Höfe bestätigt und wird die Anwohner in einem nächsten Schritt mit einem Informationsflyer über weitere Entwicklungen in ihrem Wohngebiet informieren. Auch steht die Einrichtung des ALZ an der Lüpertzenderstraße im Zuge bevorstehender Veränderungen und den damit kommenden Diskussionen selbstverständlich nicht zur Disposition.
[PM]