Schlagwort: Arbeitslosenzentrum (ALZ)

  • Begehbare Kunst und ein Container zum Lagern

    Begehbare Kunst und ein Container zum Lagern

    Das Arbeitslosenzentrum ist eine Sorge los – dank der Hilfe mehrerer Menschen.

    Er bietet viel Platz für Gartengeräte, Werkzeuge, Bierzelt-Garnitur etc.. Mittlerweile ist der wuchtige Stahlcontainer aufgestellt, steht auf sicheren Füßen, wenn man so will. „Wir sind froh, dass wir die Gerätschaften jetzt sicher und witterungsunabhängig lagern können“, sagt Karl Boland, Sprecher des Gladbacher Arbeitslosenzentrums (ALZ).

    Der „Schuppen“ wurde am Rande des ALZ-Altbaus im „Garten mit Brücken“ errichtet. Das verbindende, farbige Brücken-Ensemble der neuseeländischen Künstlerin Ruth Buchanan wurde vor knapp zwei Jahren groß eingeweiht. Und wer will, kann es montags bis freitags zwischen 10 und 17 Uhr besichtigen, begehen, bewundern. Ein Lift (vorherige Anmeldung unter 02161-912648 bzw.-20195) führt nicht so mobile Menschen direkt in die kunstvolle Brückenwelt.

    Der Garten hinter dem ALZ-Gebäude bietet mithilfe der stählernen Konstruktionen nicht nur unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen, hier wird auch (bald wieder) geackert, gesät, gepflanzt – und geerntet: Eine „Garten-Arbeitsgemeinschaft“ des Huma-Gymnasiums betreibt „Bio“ der praktischen Art. Derzeit nicht aktiv ist eine Gruppe Arbeitsloser, die hier Tomaten usw. anbaute. Zwei Ukrainer werden künftig den Garten pflegen und sauber halten.

    Mit dem neuem Container sind die Geräte auch diebstahlssicher untergebracht. ALZ-Leiter Karl Sasserath: „Die Anschaffung wurde durch die schnelle Hilfe mehrerer Menschen möglich.“ Zu Beginn stand ein Antrag an die Bezirksvertretung Nord, die im Rahmen des „bürgerschaftlichen Engagements“ 8000 Euro bewilligte. Mit Uwe Hillekamp aus der Architekten-Gemeinschaft Hillekamp+Weber stand ein kompetenter Helfer zur Verfügung: Er sorgte für die Kalkulation, Planung und Umsetzung (in Form einiger weniger kräftiger Männer). Leute der Stadttochter MAGS legten das Fundament. Und in Anja Oelers fand Sasserath eine aufmerksame Zuhörerin.

    Beim Container-Kauf im Hornbach-Baumarkt am Reststrauch spendierte sie einen Rabatt. Mit dem so gesparten Geld kann in Kooperation mit der Stadttochter EWMG ein Tor zum Grundstück an der Lüpertzender Straße 69 errichtet werden.

    Neben anderen Veranstaltungen plant das ALZ auch ein Sommerfest. Spätestens dann kann auch die Bierzeltgarnitur aus dem neuen Container geholt werden.

    Weitere Infos: www.arbeitslosenzentrum-mg.de

    14 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Kommt ein Vogel geflogen

    Kommt ein Vogel geflogen

    Die Gladbacherin Angela Busch-Feck erfreut die BesucherInnen der Weihnachtsfeier des Arbeitslosenzentrums mit kleinen Kunstwerken.

    Sie lächelt, wenn man sie danach fragt, warum sie das alles macht.
    Man kann das auch als Antwort auf die gestellte Frage verstehen. Sie mag es eben, wenn sich Menschen freuen. Das bereite auch ihr Freude.
    Angela Busch-Feck (57) hat wieder einmal viel gerollt, geschlungen, gewellt, verdreht oder anderweitig buntes Papier bearbeitet. Jetzt hat die gelernte Bauzeichnerin, wie in den vergangenen Jahren zuvor, das Team im Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach (ALZ) überrascht – und erfreut.

    Denn die Gladbacherin hat wieder einmal über 100 kleine wie größere Kunstwerke gebastelt. Und sich dabei des Quillings bedient. Das ist eine alte Basteltechnik, in dem bunte Papierstreifen im Mittelpunkt stehen. Daraus werden mit Geschick und Kreativität dann Mobiles, Vögel, Sterne, Phantasieobjekte usw..

    ALZ-Leiter Karl Sasserath begrüßte die spendable Frau in diesen Tagen im ALZ und war voll des Lobes. Denn die kunstvoll gefertigten Stücke wandern in die Jutetaschen mit Süßkram sowie kleineren Geschenken, die die BesucherInnen der ALZ-Weihnachtsfeier zum Abschluss der „besinnlichen Stunden“ in der Villa Leisse, der Kantine der Städtischen Kliniken Rheydt, bekommen. Viele dieser Sachen sind von „Menschen mit Herz“ (Sasserath) für ärmere Menschen gespendet worden.  Die Feier mit Programm (Gedichte, Musik, Selbersingen etc.) ist am 12. Dezember. Wer teilnehmen will, muss sich im ALZ-Büro an der Lüpertzender Straße 69 eine Eintrittskarte besorgen. Die bekommt man, wenn die Bedürftigkeit nachgewiesen ist.

    Mehr Infos, auch zur Weihnachtsfeier, unter www.arbeitslosenzentrum-mg.de
    Busch-Feck wird auch zur Feier in der Villa Leisse erwartet. Damit sie genießen und sich freuen kann.

    7 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • „Der Rotstift würde nur Schaden anrichten“

    „Der Rotstift würde nur Schaden anrichten“

    VertreterInnen  der katholischen Region Mönchengladbach und des Arbeitslosenzentrums trafen sich erneut zum „Gedankenaustausch“

    Arbeitslosenzentrum (ALZ) und Katholikenrat – das ist eine lange Verbindung. Und mittlerweile eine freundschaftlich geprägte.
    Nun traf man sich zum „Gedankenaustausch“ – wobei die Frage „Wie sieht die Zukunft des Zentrums aus?“ im Mittelpunkt stand.
    Die Antworten von ALZ-Leiter Karl Sasserath und Vorstandssprecher Karl Boland stellten die Rats-VertreterInnen nicht völlig zufrieden. Wie auch. Bislang ist offiziell zumindest nicht klar, wie sich die millionenschweren Sparmaßnahmen der schwarz-grünen Landesregierung auch auf die Arbeit des ALZ ab dem kommenden Jahr auswirken werden. Im Bereich „Beratungsstelle Arbeit“ fällt eine „halbe Stelle“ weg: das Beratungs- und Hilfsangebot speziell für Flüchtlinge aus der Ukraine.

    Sasserath berichtete den Gästen, dass „unsere Kollegin Mariya Kaplunovska hier ganze Arbeit leistet“. Sie vermittelt zunehmend UkrainerInnen in befristete bzw. unbefristete Jobs. Hier den Rotstift anzusetzen, sei „kontraproduktiv“, so Sasserath, und richte nur Schaden an. Auch die politische Entscheidung des MAGS-NW, die Förderung der Servicestelle faire Zeitarbeit und Werkverträge 2025 einzustellen, nannte Sasserath vor dem Hintergrund des Landesziels, ausbeuterischer Arbeitsverhältnisse bekämpfen zu wollen, „vollkommen unverständlich“.

    Wie gefragt bzw. notwendig die Arbeit des ALZ-Teams ist, verdeutlichen diese Zahlen. Der Beratungsbedarf stieg im vergangenen Jahr auf 3483 „Fälle“ – ein Jahr zuvor waren es noch 2766. Nicht alle Kontakte hier sind persönliche Gespräche, manches lässt sich telefonisch bzw. per Mail-Verkehr regeln. Und auch die Küche stand und steht unter Dampf: 2023 wurden 10 117 Essen ausgegeben. Zum reduzierten Preis von 2,50 Euro.

    Der Solidaritätsfonds des Bistums Aachen zählt zu den Sponsoren, die den Mittagstisch möglich machen. Er wird ausschließlich über Spendengelder finanziert. „Wir möchten uns hierfür ausdrücklich bedanken“, sagte Sasserath mit Blick zu Ralf Zanders. Er ist Referent der Gladbacher Region  im Büro der Regionen an der Bettrather Straße 22. Darüber hinaus beteiligt sich die katholische Kirche über den Katholikenrat an den Kosten der Weihnachtsfeier für arme Menschen.
    Die Feier ist erneut in der Villa Leisse, der Kantine der Städtischen Kliniken Rheydt (12. Dezember).

    Das Treffen endete mit einem gemeinsamen Mittagessen in der ALZ-Mensa und der Zusage, sich auch künftig regelmäßig zu treffen. Neben Zanders nahmen teil: Annette Diesler (pastorale Mitarbeiterin im Pastoralteam und Vorstand Pastoralrat), Elisabeth Laumanns (ehrenamtliches Mitglied im Regionalteam und Vorstand des Katholikenrates), Sabine Mazur (Referentin im Büro der Regionen Mönchengladbach und Heinsberg).
    Mit dabei auch Dietmar Jung, ALZ-Vorstandsmitglied.

    Weitere Infos: www.arbeitslosenzentrum-mg.de

    4 1

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Der „Troubleshooter“ geht nicht ganz

    Der „Troubleshooter“ geht nicht ganz

    Das Arbeitslosenzentrum verabschiedet Georg Beer. Das Bewerbungstraining macht er weiter.

    Langer Applaus, ein großer „Früchtekorb“ mit Dingen, die das Freizeitleben schöner machen – das Team des Gladbacher Arbeitslosenzentrums (ALZ) in Stadtmitte hat Georg Beer (bald 66) offiziell verabschiedet. Doch „unser Georg“ geht nicht ganz. Er ist künftig zwar nicht mehr so häufig im Stadtmitte-Zentrum präsent, doch die gefragte Bewerbungshilfe für Personen, die einen Job suchen, bietet er weiterhin an. Das Ganze läuft über einen Mini-Job. Im vergangenen Jahr kamen bis zu 400 Menschen. Möglich macht diese kostenlose Hilfe – ob Lebenslauf schreiben oder Bewerbungsfoto auswählen – die Gladbacher Stadtsparkasse.

    ALZ-Sprecher Karl Boland nannte Beer in der Feier anerkennend „unseren Troubleshooter“. Gemeint: Beer hat für viele Probleme und Problemchen im ALZ eine Lösung oder weiß, wie man sie lösen kann. Bei Fragen zum Computer weiß er ebenso Antworten wie bei mitunter alltäglichen Fragen der vielen Besucherinnen und Besucher. „Mir ist der Kontakt zu den Menschen hier besonders wichtig“, lacht der 65-Jährige. ALZ-Leiter Karl Sasserath: „Georg Beer hat ein gutes Verhältnis zu uns allen.“

    Beer kam vor gut fünfeinhalb Jahren über die Arbeitsagentur und über ein Beschäftigungsprogramm mit öffentlichen Zuschüssen zum ALZ. Als sogenannter „Freizeit-Pate“. Seine Aufgabe war und ist es, Menschen in Armut zu erfüllt-sinnvollen Freizeitaktivitäten zu animieren und ihre eigene Kreativität zu bestärken.  Da buchte er mit Interessierten die (preiswerten) Kino-Karten, verhalf der Gruppe zum Theater-Abend oder ackerte in der „Grün-AG“ mit ALZ-Besuchern im Garten hinterm Haus. Dass schließlich der Salat nicht so üppig sprießte, hing auch mit Corona zusammen. Da war Schuffeln in der Garten-Gruppe nicht mehr möglich. 

    „Wir schätzen Georg sehr, der redet nicht viel, der handelt“, sagt eine Besucherin. Sie werde in vermissen. Da dürfte sie nicht die Einzige sein. Beer will sich künftig und in seiner Freizeit u.a. mehr ums Fotografieren kümmern. Da bevorzugt er die Sofort-Bild-Fotografie. Ganz analog und leicht altertümlich.

    8 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Inge ist nicht mehr da

    Inge ist nicht mehr da

    Jahrelang hat Ingeborg Daumann mit dafür gesorgt, dass es im Arbeitslosenzentrum ein gutes Mittagessen für Bedürftige gibt.

    Inge ist nicht mehr da – und das bedauern nicht wenige im Arbeitslosenzentrum (ALZ) in Stadtmitte. „Es geht wirklich nicht mehr“, ist Ingeborg (Inge) Daumann (Foto) ein wenig traurig. Fast zehn Jahre hat sie im ALZ mit dafür gesorgt, dass Frisches auf den Teller kommt.

    Sie gehörte zu einem kleinen Freiwilligen-Team, das im gekachelten Kellerbereich des ALZ kistenweise Gemüse putzte oder Obst (für den gefragten Obstsalat) zubereitete. Regelmäßig mittwochs zwischen 10 und 13 Uhr war Inge da. Zwiebeln habe sie eher unfreiwillig geschält, lacht sie. Verständlich. „Ich wollte etwas machen, was direkt ankommt“, sagt die jung gebliebene Korschenbroicherin (77). Und sie habe sich immer wieder gefreut, wenn die Menschen oben in der kleinen Mensa ein gutes Essen zu sich nehmen konnten. Mit ihrer Hilfe. „Ich habe häufiger mitgegessen und mit den Leuten, die zu uns kamen, geplaudert.“ Da habe sie hautnah mitbekommen, wie groß die Sorgen der Besucherinnen und Besucher sind. Vor allem die finanziellen.

    Seit einer Augenerkrankung mit vielen Arztterminen ist sie eingeschränkt. Auto- bzw. Radfahren sind aus Sicherheitsgrünen nicht mehr möglich. Das Schnibbeln im ALZ gehört quasi dazu – die Verletzungsgefahr sei zu groß. Lebensfroh und engagiert ist sie geblieben. So ist sie weiterhin sozial tätig – in der Kleiderstube in Korschenbroich-Pesch. Der Weg dorthin ist nicht so weit wie nach Gladbach-Mitte. Da fuhr sie mit dem Auto hin. 

    Und warum gerade das ALZ? Irgendwann kam sie nach dem Tod ihres Mannes Fred dazu, „etwas für benachteiligte Menschen tun zu müssen“. Da habe sie sich an ALZ-Leiter Karl Sasserath gewandt und ihm erzählt: „Ich habe viele Erfahrungen gesammelt als Chefsekretärin. Kann ich im Büro mitmachen.“ Sasserath habe sich über das Angebot gefreut und ihr erklärt: „Da haben wir schon jemanden, aber wir suchen HelferInnen für die Küche.“ So sei sie im Keller gelandet……

    Inge Daumann liebt das Leben, wandert gern (mit Freunden) und ist Spanien-Fan durch und durch.

    Der preiswerte Mittagstisch ist wichtiger Bestandteil der ALZ-Angebote. Täglich werden rund 60 Essen an bedürftige Personen ausgegeben.
    Wenn Sie helfen möchten: 02161-912648 oder unter info@arbeitslosenzentrum-mg.de

    ALZ-Sprecher Karl Boland: „Bei unserer umfangreichen Arbeit sind wir auf die solidarische Unterstützung der Mitmenschen angewiesen Ingeborg Daumann gehörte dazu. Dafür danken wir ihr. Über jede Spende und jede persönliche Mitwirkung sind wir sehr dankbar.“

    10 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Satt werden ist auch ganz schön

    Satt werden ist auch ganz schön

    Das Arbeitslosenzentrum legt den „Mittagstisch-Report `23“ vor / „Küche darf nicht kalt werden“

    Der preisgünstige Mittagstisch im Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ) ist für viele arme Menschen eine „enorm wichtige Lebensgrundlage“.
    Das geht aus dem Bericht „Mittagstisch 2023“ hervor, den ALZ-Leiter Karl Sasserath und sein Team jetzt vorlegten. Und die Zahl der Konsumenten steigt. Nicht, weil sie zu bequem sind, zu Hause regelmäßig ein Essen zuzubereiten. Vielmehr sind es die Notlagen der vielen Langzeitarbeitslosen und alleinerziehenden Frauen: Weil vieles teurer und damit für die Betroffenen kaum mehr bezahlbar wurde, kommen sie in die kleine ALZ-Mensa. Und erhalten hier ein frisch zubereitetes Essen. Das macht satt, hier ist zudem ein Begegnungs- und Kommunikationsraum. „Und es entstehen so wichtige soziale Kontakte, die auch helfen, gesund zu bleiben und die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten.“, sagt Sasserath. Doch der Mittagstisch des ALZ ist in Gefahr. Wieder einmal.

    Foto: Georg Beer

    Essen werden seit 1990 serviert, montags bis freitags. Und von einem engagierten Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen zubereitet. Längst ist die Küchentruppe international, auch Helferinnen aus der Ukraine sind darunter.

    Damit Frisches auf den Tisch kommt, erhält das ALZ regelmäßig Lebensmittelspenden von der Gladbacher Tafel. Über die Einnahmen der BesucherInnen ist der Mittagstisch nicht finanzierbar, schildert Sasserath. Seit Jahresbeginn wurde als Folge der stark gestiegenen Lebensmittelkosten der Preis pro Menü für Bedürftige auf 2,50 Euro erhöht. Kinder zahlen weiterhin 1, Menschen mit mehr Geld 5 Euro. Eine Treffkarte berechtigt zur Teilnahme. Die gibt es im ALZ-Büro, wo auch eine Prüfung stattfindet: Liegt eine Bedürftigkeit vor oder nicht.

    Nach der Corona-Pandemie stieg die Zahl der Gäste – rund 50 Prozent kommen aus der näheren Umgebung, also aus dem Quartier – deutlich an. So wurden 2023 fast 10 200 Essen gereicht. 1900-mal nahmen es Personen mit nach Hause.

    Für den Küchenbetrieb waren einschließlich der Personalkosten 126 000 Euro nötig. Unterm Strich fehlen etwa 34 000 Euro, so Sasserath. Dies hat zwei Gründe: einmal mehr stiegen die Kosten, zudem sanken die Spenden. So ist nicht nur Sasserath froh, dass vor allem der Sozialfonds katholische Kirche und die Josef-und-Hilde-Wilberz-Stiftung regelmäßig finanziell helfen. Doch nach vielen Jahren der großen Unterstützung stellt die Diergardt-Stiftung ihre Überweisungen ein. Man habe jetzt einen anderen Förderschwerpunkt, heißt es hier nach dem Umzug von Gladbach nach Köln.

    Und wie geht es weiter? ALZ-Sprecher Karl Boland bittet „Menschen mit Herz“ um Unterstützung. So wären gezielt höhere Förderbeiträge bzw. Patenschaften von engagierten Mitmenschen möglich wie „sehr erwünscht“.

    Hier steht das ALZ-Team für Fragen jederzeit zur Verfügung:
    info@arbeitslosenzentrum-mg.de
    oder: www.arbeitslosenzentrum-mg.de

    Ein „Aus für unseren Mittagstisch“ sei „überhaupt keine Alternative“, so Boland. Denn er ist sinnvollerweise in das Gesamtkonzept des ALZ eingebunden. Das besteht aus Beratung, Begegnung und eben dem Mittagstisch. Dieses Drei-Säulen-Modell habe sich bewährt und sei notwendiger denn je.

    1 38

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Friede, Freude, Schunkelzeit

    Friede, Freude, Schunkelzeit

    Das Prinzenpaar ist zu Gast im Arbeitslosenzentrum – feiern Sie mit

    Elke und Jost Fünfstück – aktuell besser bekannt als Gladbachs Stadtprinzenpaar – haben nicht lange gezögert. Spontan sagten sie Ja zum Prinzenempfang im Arbeitslosenzentrum (ALZ) an der Lüpertzender Straße 69. Und das kurz vor dem „absoluten Höhepunkt“ in dieser Session mit dem verbindenden Motto „Friede, Freude, Fantasie“. Der ist bekanntlich am großen Veilchendienstag mit seinem Zug durch die Stadt mit hunderttausenden Narren und Närrinnen.

    Prinz Jost I. und Prinzessin Niersia Elke haben ein gewaltiges Programm hinter – und vor sich. Trotzdem wollen sie, so sagen die beiden, in ihrer Regentschaft auch „möglichst viele soziale Einrichtungen“ kennenlernen. Dazu gehört das ALZ in Stadtmitte. Vorstandssprecher Karl Boland: „Ein bisschen Spaß an der Freud‘ muss sein. Für uns ist es der zweite Empfang. Und wir freuen uns darauf.“ Auch die Besucherinnen und Besucher der Beratungs- und Begegnungsstelle.

    Das große Stadtprinzenpaar („Wir sind seit 50 Jahren jeck“) ist am Freitag, 9. Februar ab 13.30 Uhr im Foyer des ALZ zu Gast. Samt kleinem Gefolge.

    Wer möchte, ist eingeladen: Bei guter Laune, Getränken, Imbiss und flotter Musik.

    Boland: „Wir sehen uns und haben Spaß mit Prinz und Prinzessin.“ Der Eintritt ist frei.

    4 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Gesucht: Ein neuer Leiter, eine neue Leiterin

    Gesucht: Ein neuer Leiter, eine neue Leiterin

    Mitgliederversammlung mit Überraschungen / Hilfen und Beratungen häufiger gefragt

    Wenn es um eine dauerhaft gesicherte Finanzlage geht, dann befindet sich Gladbachs Arbeitslosenzentrum (ALZ) weiterhin auf einem wackeligen Drahtseil.
    Und da gilt es, nicht abzustürzen – was bisher gelang. In der jüngsten Mitgliederversammlung wurde daher viel über „Geld“ geredet. Über das, was da ist und über das, was dringend fehlt.
    Doch es gab auch andere Themen, einige mit erfreulichem Tenor. Einzelheiten:
    Personal-Situation. Mit dem jungen Christopher Theodoridis wurde (endlich) eine engagierte Ver-waltungskraft für das ALZ-Büro gefunden. Die intensive Suche nach einem neuen Leiterin erscheint schwierig. Zwar haben sich mehrere qualifizierte Personen vorgestellt, doch mehrfach scheiterte eine Verpflichtung an deren „Gehaltsvorstellungen“, die das Zentrum nicht zahlen kann, betonte Vorstandssprecher Karl Boland. Folglich bleibt der bekannte wie erfahrene Leiter Karl Sasserath weiterhin im Amt. „In Kürze“, so Boland, soll aber eine Nachfolgerin gefunden werden. Derzeit sucht die Einrichtung eine Krankheitsvertretung für den Küchenbetrieb. Die langjährige Chefin, Ella Heiniz, ist länger erkrankt; das Mitglieder-Plenum wünschte ihr baldige Genesung.

    Der alte und auch neue Vorstand: Dietmar Jung, Karl Boland, Herbert Baumann, Annette Löffler, Karl Sasserath

    Finanz-Situation.
    Zwar erwirtschaftete das Zentrum in 2022 ein leichtes Plus. Doch spätestens ab 2024 droht ein größeres Minus. Die Gründe: ein langjähriger Großförderer, eine Stiftung, hat seine Finanztransfers eingestellt. Und die Fördergelder für zwei Beratungsstellen decken lediglich 75 Prozent der Personalkosten. Die verbleibenden 25 Prozent kann die Stadtmitte-Einrichtung nur schwerlich stemmen, beklagte Boland. Daher soll die Werbung um neue Mitglieder (derzeit etwa 70) forciert, weitere Sponsoren gewonnen werden. Im Gespräch ist auch ein Förderverein und mehr. „Einige Hoffnung“ setzt der Vorstand in weitere Gespräche mit Politik und Verwaltung. Boland: „Wir wollen eine dauerhafte Lösung, und wir sind zur Hoffnung verdammt.“ Schließlich werden die Menschen, die ins ALZ kommen, immer ärmer. „Sie brauchen dringend unsere Hilfe.“

    Beratungs-Situation.
    Hier gab es 2022 rund 2800 Beratungskontakte. Die Personen – zunehmend mit Migrationshintergrund – kommen persönlich, melden sich per Mail bzw. telefonisch. Das größte Klientel ist aus der boomenden Logistik-Branche.
    Und die Probleme/Sorgen sind längst bekannt: Mindestlohn-Verstöße, die Suche nach einer Wohnung, Kita-Platz, kein bzw. zu wenig Geld für das tägliche Leben, Hilfe für einen neuen Job, Ärger mit dem städtischen Ausländeramt.
    Karl Sasserath bedauerte, dass die Politik die Nachteile des „Logistik-Hotspots MG“ nicht erkannt habe bzw. zu wenig tue, Missstände zu vermeiden. Erschreckend seien auch die Berichte, die Mitglieder des Bündnisses fair Fahren von Truckern z.B. aus Usbekistan, Albanien usw. hören mussten. „Fair Fahren“ – zu dieser Initiative gehört auch das ALZ, neben Gewerkschaften, Volksverein usw..
    Mit seinen Beratungs- und Hilfsangeboten nimmt das ALZ laut Sasserath den Spitzenplatz unter den Beratungsstellen in MG ein.
    Gefragt wie erfolgreich ist die Bewerbungshilfe im ALZ. 454 Menschen waren bei Mitarbeiter Georg Beer gut aufgehoben.

    Küchen-Situation.
    Die „Klein-Mensa“ war an 221 Tagen geöffnet. 9662 Essen wurde hauptsächlich an Bedürftige ausgegeben. Sie bezahlen bei Nachweis ihres Sozialstatus` je Essen 2,50 Euro. Neben Angestellten sorgen Freiwillige dafür, dass frische Menüs serviert werden. Der Küchenbetrieb wird ausschließlich über Spenden finanziert, öffentliche Gelder gibt es dafür nicht. Dankbar ist der Vorstand für die regelmäßigen Lieferungen der Gladbacher Tafel.

    Vorstands-Situation.
    Mit Annette Löffler ist der Vorstand um eine Frau größer. Wiedergewählt wurden Herbert Baumann, Karl Boland, Dietmar Jung, Karl Sasserath. Letzterer lässt sein Vorstandsmandat ruhen, da er die Einrichtung noch leitet. Zuvor hatten die Kassenprüfer Rüdiger Selbmann und Sigrid Verleysdonk-Simons eine „ordentliche Buchführung für 2022“ bescheinigt, die bisherige Vorstandscrew konnte entlastet werden.
    In der folgenden Diskussion fragte ein Mitglied „ob die Gewerkschaften Mitglied im ALZ“ sind. Es sind laut Sasserath „nur ganz wenige“.
    Kritik übte ein Teilnehmer daran, „dass die Küche auch Betriebsferien macht“. Dies wiederum konnte Boland rasch erklären: Die Mitarbeiter*innen haben einen tariflichen Anspruch darauf, eine Vertretung während der Ferien könne das ALZ nicht bezahlten. Mittelfristig bemüht sich der Vorstand um ein barrierefreies Haus, das wiederum ist mit hohen Kosten verbunden. Deren Finanzierung sei nur mit Zuschüssen machbar.
    Als „großen Gewinn für uns und die Stadt“ bezeichnete Sasserath den „Brücken-Garten“ mit seinen Skulpturen hinter dem ALZ-Gebäude, Lüpertzender Straße 69. Ein Besuch samt Brücken-Spaziergang lohnt sich – und ist kostenlos.
    Mehr zum ALZ unter: www.arbeitslosenzentrum-mg.de

    3 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Ein Grieche fürs Büro

    Ein Grieche fürs Büro

    Nach längerer Suche hat das Arbeitslosenzentrum mit Christopher Theodoridis einen jungen Mann für die Verwaltung gefunden.

    Er machte sein Abitur in Griechenland, studierte mit Erfolg (Betriebswirtschaft) in England – und landete jetzt in Mönchengladbach-Mitte: Seit wenigen Wochen ist Christopher Theodoridis (Foto) der „freundliche Kopf“ in der Verwaltung des Arbeitslosenzentrums (ALZ) an der Lüpertzender Straße 69.
    Genau genommen lebt der gebürtige Grieche seit gut drei Jahren in der Vitusstadt.
    Wie beurteilt er seine ersten Arbeitswochen im ALZ: „Ich bin freundlich aufgenommen worden, ich freue mich, Teil dieses engagierten Teams zu sein“, lacht er. Und: beim Einarbeiten sei er auf viel Verständnis gestoßen. Auch dann, wenn er etwas falsch gemacht habe.

    Theodoridis hat einschlägige Erfahrungen in der Verwaltung gemacht – ob in der Buchhaltung oder als Büroassistent. In Deutschland war er beim Kölner Deutschen Roten Kreuz tätig, hier sammelte er komplexe Kenntnisse in der Arbeit für und mit Geflüchteten.  Die Schicksale vieler Migranten seien ihm oft sprichwörtlich unter die Haut gegangen. Da der 43-Jährige quasi als „Organisationstalent mit Empathie“ gilt, hätten er und seine Kölner KollegenInnen vielen dieser Menschen brauchbare Hilfen anbieten können.

    Kommunikation mit Menschen sei ihm „sehr wichtig“. Im ALZ begegne er „vielen Nationen“. Und wenn es hier mit der (deutschen) Kommunikation mal hapert, dann helfen Englisch bzw. Wortfetzen aus einem Sprachenmix weiter. „Hier im ALZ wollen wir schließlich Lösungen finden für die Probleme der Menschen“, sagt Theodoridis.  Im ALZ ist er vorwiegend mit Termin-Absprachen (für Leute, die Beratung wollen), Orga bzw. Buchhaltung beschäftigt. ALZ-Sprecher Karl Boland  ist froh, diesen jungen Mitarbeiter gefunden zu haben. Von einer Nachfolgerin für die langjährige Verwaltungsfachfrau Irene Fischer musste sich der Vorstand trennen. Fischer ging damals in den Ruhestand.
    Theodoridis sagt von sich, dass er ein geselliger Mensch sei. Er, der in Stadtmitte als Single lebt, treffe sich häufiger mit Freunden und Bekannten. Nicht nur beim „Griechen“. Sport macht er auch. Hauptsächlich im Fitnesscenter.

    3 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • „Mr. Beer“ macht weiter

    „Mr. Beer“ macht weiter

    Die Bewerbungshilfe im Arbeitslosenzentrum ist gesichert.

    Dank einer Spende der Stadtsparkasse.

    Die junge Somalierin packt ihre Sachen zusammen – ihre Bewerbungsunterlagen sind komplett. „Thank you, Mr. Beer“, lacht sie ihr Gegenüber an und verabschiedet sich. Wieder einmal hat „Mister Beer“ bei der Jobsuche geholfen.

    Dass Georg Beer (Foto links) vom Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ) auch künftig viele praktische Tipps und Formulierungshilfen geben kann, wenn es um „ordentliche Bewerbungspapiere“ geht, ist jetzt erst einmal gesichert. Denn die Stadtsparkasse Mönchengladbach stellte aus dem PS-Zweckertrag – erneut – 5000 Euro zur Verfügung. Für das Geldhaus, aber auch für ihn persönlich sei es wichtig, Einrichtungen wie das Arbeitslosenzentrum zu begleiten und zu fördern, betonte denn auch Guido Heß. Der Leiter der Hauptstellenfiliale am Bismarckplatz erschien mit dem obligaten Großscheck und wurde vom ALZ-Vorstand ebenso herzlich begrüßt wie von ALZ-Leiter Karl Sasserath.

    ALZ-Sprecher Karl Boland skizzierte kurz Aufgaben und Stellenwert der Einrichtung, die seit über 40 Jahren für Menschen in Not da ist. Die „zentralstädtische Einrichtung“ sei alles andere als ein „Ghetto für Bedürftige“, so Boland. Längst sei man fester Bestandteil im Viertel und in der Stadt. Schmunzelnd meinte er: „Wir sind keine Neulinge in der sozialen Arbeit.“ Mit dem jüngst eröffneten Kunstprojekt „Garten mit Brücken“ hinter dem ALZ-Gebäude sei man weiter in den Focus der Öffentlichkeit gerückt. Ziel sei es, sich „noch mehr nach Draußen zu öffnen“. Denn Armut bzw. Arbeitslosigkeit seien (leider) stärker präsent als vielfach wahrgenommen werde.

    Vorwiegend jüngere Leute und immer mehr mit Migrationshintergrund bitten Beer, ein Bewerbungspapier zusammenzustellen. Oftmals fehlen Unterlagen, dann ist die Verständigung nicht immer einfach, weil die BewerberInnen aus verschiedenen Ländern ins ALZ kommen. Hilfreich ist der Computer – auch bei der Suche nach Jobs. Rund 300 Personen nutzen jährlich das kostenfreie Angebot „Bewerbungshilfe“. Eine Anmeldung ist erforderlich: 02161-912648.

    Die Förderung der Sparkasse stammt aus dem PS-Zweckertrag. Mit einem Los der PS-Lotterie kann man gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sparen, gewinnen und Gutes tun. Denn neben hohen Gewinnchancen trägt jedes einzelne Los auch zum PS-Zweckertrag bei, der jedes Jahr zugunsten gemeinnütziger Organisationen und Vereine in unserer Stadt ausgeschüttet wird. In diesem Jahr können sich über 200 Vereine über insgesamt 615.320 Euro für Projekte in Mönchengladbach freuen, so auch das Arbeitslosenzentrum.

    Guido Heß nahm gerne eine Einladung zum Mittagessen in der kleinen ALZ-Kantine an. Hier werden werktäglich rund 70 komplette Menüs ausgegeben. An Personen, die ihre Bedürftigkeit nachweisen müssen. Das Angebot „Mittagstisch“ wird über Spenden finanziert.

    Wenn Sie mehr über das ALZ erfahren, Mitglied und/oder SpenderIn werden möchten: www.arbeitslosenzentrum-mg.de

    1 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Prinzenpaar begeistert im Arbeitslosenzentrum

    Prinzenpaar begeistert im Arbeitslosenzentrum

    Bianca und Stefan sorgen für Stimmung und wollen wiederkommen

    Das „Okerke Alaaf“ ging ihnen besonders flott über die Lippen. Wen wundert’s. Die Beiden kommen aus Odenkirchen. Und sind dort auch karnevalistisch zu Hause. Womit wir wieder beim dort üblichen „Okerke Alaaf“ sind: Prinzessin Niersia Bianca und ihr Prinz Stefan I. haben als erstes Stadt-Prinzenpaar das Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ) besucht. Auch für das gefragte Zentrum war es eine Premiere. Noch nie kam ein „jeckes Paar“ in die seit über 40 Jahren bestehende Einrichtung an der Lüpertzender Straße 69 in Stadtmitte.

    Besucher*innen und Mitarbeiter*innen hatten das ALZ-Foyer geschmückt, was vor allem Prinzessin Bianca gefiel. Jecke Tön aus dem CD-Player und das Mottolied („Möglichst jede Stunde….“) des Paares mit Abschiedsdatum Aschermittwoch sorgten schnell für Stimmung. ALZ-Leiter Karl Sasserath – als verkleideter Marschall ganz ansehnlich – begrüßte das Paar mit kleinem Gefolge und natürlich die zahlreichen Gäste. „Das hier ist für uns etwas ganz Besonderes“, schmunzelte Sasserath. Eine solche Premiere gelte es zu feiern. Mit ihrer Stippvisite sende das Paar und der Gladbacher Karneval ein Signal in die Gesellschaft und zeige Solidarität. Was der Prinz und Privatmann Stefan Zimmermanns sofort aufnahm: „Ihr leistet hier eine wichtige wie wertvolle Arbeit. Dessen sind wir uns bewusst.“

    Zwischen (alkoholfreiem) Prost, Schunkeleinheiten und Gesang gab es dann die feinen Prinzenorden – für Sasserath, Chefköchin Ella Heiniz, Beraterin Mariya Kaplunovska oder Vorstandsmitglied Karl Boland. Das Paar nahm Blumen und Rotwein entgegen. Dass der Empfang auch gesamtstädtische Bedeutung hatte, wurde letztlich daran deutlich, dass neben dem Okerke die derzeit beliebten Schlachtrufe „Halt Pohl“ und „All Rheydt“ nicht zu überhören waren.

    Beim folgenden Gespräch bei Getränken und Knabberzeug informierten sich die Beiden über die Arbeit im ALZ. Sasserath führte die kleine Narrenschar auch in den rückwärtigen Hanggarten des ALZ, wo seit Wochen gearbeitet wird. Hier entsteht das Kunstprojekt „Ein Garten mit Brücken“ der in  Berlin lebenden Neuseeländerin Ruth Buchanan. Das Begehen und Erleben der Kunst mit/auf Brücken ist für Mai geplant. Für das ALZ sollen die Brücken die weitere Verbindung in die Nachbarschaft, ins Quartier symbolisieren. Bei diesem Projekt ist das Zentrum Kooperationspartner ohne finanzielle Verpflichtungen. Gerne nahmen Bianca und Stefan Zimmermanns eine Einladung (mit Mittagessen aus der eigenen Küche) ins Arbeitslosenzentrum an. Termin des Treffens  – noch offen.

    3 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • 40 Jahre und kein bisschen ratlos

    40 Jahre und kein bisschen ratlos

    Gladbachs Arbeitslosenzentrum feierte mit vielen Gästen – und macht sich Sorgen um die Zukunft 

    Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) machte bei der Jubiläumsfeier „40 Jahre Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach“ (ALZ) sehr deutlich, wie notwendig die Arbeit des Zentrums ist. Viele Menschen feierten den „Geburtstag“ im und am ALZ-Haus Lüpertzender Straße 69. Das Wetter gratulierte eher trocken. Was soll’s: Der Wolkenhimmel war meist grau, es regnete aber nicht. 

    Heinrichs betonte, die Stadtmitte-Einrichtung müsse sich nicht verstecken. Im Gegenteil – hier nehme man hilfsbedürftige Menschen an die Hand und führe sie zurück in die Gesellschaft. Wegen zahlreicher anderer Termine schaute der SPD-Politiker nur kurz vorbei. 

    Zur Livemusik der Akustik-Blues-Band „Hier geht was“ kam schnell Stimmung auf. Band-Mitglied Arnold Küsters: „Als ihr bei uns angefragt habt, haben wir sofort Ja gesagt.“ Stephan Schwiers, Küsters, Manna Meurer und Dirk Rütten spielten auf dem Rasen vorm ALZ-Haus. Die Gruppe hat sich Songs mit deutschen Texten verschrieben – nicht nur aus Mennrath-Hött. Für die rund 150 Gäste waren draußen Biertische und Bänke aufgestellt worden, drinnen gab es ebenfalls ausreichende Sitz-Tisch-Möglichkeiten zum Plausch. Und zum Genuss von Kuchenbüffet, Suppe, Brot und alkoholfreien Getränken, die die Oettinger-Brauerei zur Verfügung stellte. „Unser kleines Küchenteam um Ella Heiniz hat hier wieder richtig toll gezaubert“, strahlte Interimsleiter Karl Sasserath. Vorstandsmitglied Dietmar Jung dankte bei der Begrüßung der Gäste, darunter Vertreter von FDP, Bündnis-Grünen, SPD, CDU, Wohlfahrtsverbänden und Kirchen, dann auch den MitarbeiterInnen: „Ohne Euch wäre das hier überhaupt nicht möglich.“ 

    Keine einsamen Runden drehte Ulrike Göttlich, Mitglied im ALZ. Das vom Volksverein spendierte Glücksrad lief unter ihrer Aufsicht förmlich heiss, schließlich gab es viele praktische Sachen zu gewinnen. Eine ältere Dame mit Mini-Rente, die regelmäßig im ALZ zu Mittag isst und das Begegnungsangebot nutzt, war regelrecht aus dem Häuschen. Lachend hielt sie ihren Hauptgewinn (Alu-Trinkflasche) in die Höhe: „Die kann ich so gut brauchen.“ Die Stadtsparkasse hatte Rucksäcke, Trinkflaschen, Handy-Halter fürs Fahrrad etc. zur Verfügung gestellt, aus Neuwerk kam Süßes im Glas von Mühlhäuser. 

    In die Welt der Feen und Ritter begaben sich die kleinen Besucher beim Kinderschminken. An Infoständen wurde über das Programm „Gesund leben im Quartier“ des Arbeitslosenzentrums und seine weiteren Angebote informiert. Einige Fragen gab es auch zum Skulpturen-Ensemble der Neuen Auftraggeber hinter dem ALZ zum neu gestalteten Jonas-Park. Hier sind die Fundamente gelegt. Am Stand mit detailreichen Flyern stand u.a. Kathrin Jentjes (Neue Auftraggeber) Rede und Antwort. 

    Natürlich redeten vor allem die ALZ-Besucher und -Ratsuchenden darüber, wie es mit der Einrichtung weitergeht. Dietmar Jung sagte dazu: „Ohne weitere finanzielle Hilfe der Stadt ist unser Zentrum gefährdet.“ Hier habe die Politik eine Fürsorgepflicht gegenüber den vielen armen Menschen in unserer Stadt. 

    Das ALZ ist aus einer Selbsthilfegruppe entstanden. Beratung, Begegnung und preiswerter Mittagstisch prägen die alltägliche Arbeit. Derzeit kommen immer mehr Personen und bitten um Rat und Hilfe. Sie sind betroffen von Job-Verlust, Stromsperren, für sie extrem hohen Lebensmittelpreisen und Willkür am Arbeitsplatz. 

    Mehr unter www.arbeitslosenzentrum-mg.de

    1 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • „Hier geht was“, auch am Glücksrad

    „Hier geht was“, auch am Glücksrad

    Das Arbeitslosenzentrum in Stadtmitte feiert am 24. September 40-jähriges Bestehen

    Live-Musik von „Hier geht was“, Glücksrad-Freuden, Imbiss (auch Kuchen) und Getränke – dazu mehrere Stände mit vielen Informationen und wertvollen Tipps: Das alles – und mehr – gibt es beim Geburtstagsfest des Arbeitslosenzentrums (ALZ, Lüpertzender Straße 69) am 24. September.

    Das Zentrum ist vor 40 Jahren aus einer Selbsthilfegruppe entstanden. Und es hat sich trotz vielfacher Probleme um Finanzierung, geeignete Räume etc. behauptet.
    Vorstandssprecher Karl Boland: „Wir sind zu einer unverzichtbaren Stelle für Menschen in prekären Lebenslagen geworden.“ Gerade die aktuellen Besucherzahlen zeigen, wie wichtig die Institution am Fuße des Abteibergs ist. Zunehmend bitten auch Personen mit Migrationshintergrund um Beratung, Ratschläge und Tipps. Bewährt, weil intensiv genutzt, haben sich die drei Säulen des ALZ mit Beratung, Begegnung im Haus und dem frisch gekochten Mittagstisch für einen kleinen Preis.

    An den Ständen will das ALZ nicht nur über sich selbst informieren (und um weitere Mitglieder werben), sondern auch über ein großes Kunst-Projekt hinterm Haus. Hier ist das ALZ Partner, kein Mitfinanzierer. Und es gibt „bewegende Infos“ zum Angebot „Gesund leben im Quartier“. Ob gemeinsames Radfahren, Sport beim „Muskelkater“ oder Ernährung, richtig und preiswert.

    Boland: „Natürlich möchten wir mit unseren Gästen auch ins Gespräch kommen. Denn wir vom ALZ haben viel zu erzählen. Gerade jetzt gibt es  Neuigkeiten über unsere Einrichtung. Und wie es weitergehen soll.“

    Also: Feiern am und im ALZ am Samstag, 24. September, 13 bis 18 Uhr, Lüpertzender Straße 69, neben der Musikschule. Mitmachen ist kostenlos. Das ALZ-Team wehrt sich nicht, wenn jemand etwas ins „Schweinerl“ steckt. 
    Da am selben Tag u.a. der Jonas-Park mit viel Tamtam eröffnet wird, rät das ALZ: Kommt ohne Auto. Autoparken dürfte stressig werden. Und: die aktuellen Corona-Regeln sollten beachtet werden. 

    1 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • „Stromsperren gehören abgeschafft“

    „Stromsperren gehören abgeschafft“

    Gladbachs grüne Bundestagsabgeordnete Kathrin Henneberger kam ins Arbeitslosenzentrum und musste sich auch Unangenehmes anhören.

    Die grüne Bundestagsabgeordnete war überraschend offen. „Ich habe hier viel gelernt“, sagte Kathrin Henneberger (35) nach ihrem Besuch im Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ). 

    Sie kam mit dem Fahrrad und blieb länger als zwei Stunden. Nach einem Rundgang durch die Einrichtung mit ihren gefragten Angeboten und einem kurzen Mittagessen inmitten der essenden BesucherInnen kam der gastgebende Vorstand im Gespräch mit Henneberger schnell zur Sache. Zuvor hatten ALZ-Vorstandssprecher Karl Boland, Interims-Leiter Karl Sasserath und Berater Julian Strzalla einen Frage- und Forderungsbogen formuliert, der als Grundlage in der Runde diente. Vor allem Sasserath schilderte der jungen Abgeordneten sehr deutlich zahlreiche „Fälle“ – von betroffenen armen und ärmer werdenden Menschen, die in der aktuellen Situation sehr verzweifelt sind und nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht. 

    Konkret: Immer häufiger kommen Personen ins ALZ, die von Stromsperren betroffen sind und denen vom Jobcenter Regelleistungen gekürzt werden, weil offene Forderungen des Versorgers NEW „aufgerechnet werden“. Oder – und das ist keineswegs selten – bei denen die Strompauschale so drastisch angehoben wurde, dass zum Leben ganz wenig bleibt. Die Inflation und die ständig teuer werdenden Lebensmittel tun ihr übriges. Oder von Ratsuchenden, die den gesetzlichen Mindestlohn nicht bekommen. Oder von Alleinerziehenden bzw. Familien, die ein Jahr und länger auf einen Kita-Platz (U3) warten, obwohl sie über einen Rechtsanspruch verfügen und die Kinder bei der Stadt angemeldet sind.

    Henneberger hörte aufmerksam zu, machte sich Notizen auf ihrem Laptop und schien auch erschrocken über die Schilderung über Zustände der in Gladbach ständig gewachsenen Logistik-Branche. Hier arbeiten zunehmend Menschen mit Migrationshintergrund. Sasserath: „Dort treffen wir immer wieder auf ausbeuterische Arbeitsverhältnisse.“ Auch deshalb, weil beispielsweise Amazon nicht als Arbeitgeber auftritt. Sondern Subunternehmer, die mit ihren Tricks gesetzlich festgelegten Mindestlohn nicht zahlen. Staatliche Kontrollen bei Lkw-Fahrern aus Kirgistan, der Ukraine usw. fänden so gut wie nicht statt. Das bemängelte auch die Politikerin.

    Eindringlich forderte der Vorstand Henneberger, die aus der „Ende-Gelände“-Bewegung gegen die Kohle-Förderung kommt und mal Vorsitzende der Grünen Jugend war, auf, sich in Berlin für einen Schuldenschnitt im Sozialgesetzbuch II (Hartz IV) bzw. eine Aussetzung der Aufrechnungen während der Krise zu sorgen. Strom müsse aus dem allgemeinen Regelbedarf genommen und als Bedarf der Kosten für die Unterkunft anerkannt werden. Das helfe „sehr vielen ärmeren Menschen in der gegenwärtigen Situation“. Stromsperren müssen laut Boland per Regierungsverordnung während der Krise abgeschafft werden. Hierbei gehe es auch um das Kindeswohl. 

    Henneberger entging nicht, dass Zentren wie das ALZ finanziell so ausgestattet sein müssen, dass sie unbürokratisch und wirkungsvoll helfen können. Die Gladbacher Einrichtung bemüht sich seit über einem Jahr in Gesprächen mit der Stadtrats-Politik um einen finanziellen Ausgleich. Bislang erfolglos – obwohl dafür notwendige Fakten, Unterlagen vom ALZ-Vorstand vorgelegt wurden. 

    Henneberger will z.B. die „Stromsperren“ in Bundestags-Ausschüssen zur Sprache bringen. Die Grünen müssten ohnehin in der Koalition „lauter werden und gegenüber dem Kanzler auch mal Nein sagen“. Konkreter wurde sie nicht.

    Dass der 35-Jähren ein funktionierendes ALZ am Herzen liegt, zeigt auch dies: Sie will zahlendes Mitglied werden.

    Mit einem kleinen Fest feiert das ALZ im und am Haus Lüpertzender Straße 69 das 40-jährige Bestehen: Am 24. September ab 13.30 Uhr ist jeder willkommen. 

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Abschied in einer turbulenten Zeit Arbeitslosenzentrum: Leiterin Justine Krause geht und wechselt nach Essen

    Abschied in einer turbulenten Zeit
    Arbeitslosenzentrum: Leiterin Justine Krause geht und wechselt nach Essen

    „Ich habe hier viel gelernt, und ich freue mich, nicht mehr so viel fahren zu müssen.“ Bei ihrem Abschied war Justine Krause (26) ehrlich. Nach gut zweieinhalb Jahren im Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ) wechselt die Sozialwissenschaftlerin in die Stadtverwaltung Essen. Hier kümmert sie sich um die Migrationsarbeit.

    Es mag floskelhaft klingen, aber beim „Tschüss, Justine“ blieben nur wenige Augen trocken. Das gesamte Team und der Vorstand hatten sich zu einer kleinen Feier bei (veganem) Kuchen und Getränken versammelt. Sie hoffe, so die junge Schalke-Anhängerin, dass sie hier im ALZ etwas hinterlassen habe. „Das haben Sie“, sagten spontan Karl Boland als Sprecher des Vorstandes sowie Karl Sasserath, selbst viele Jahre Leiter der Einrichtung. Einhelliger, lobender Tenor: Sie habe klare Strukturen geschaffen, achtete selten auf Überstunden und habe durch „Fleiß und Disziplin in der kurzen Zeit ihrer Tätigkeit große Spuren hinterlassen“. Tatsächlich kümmerte sich Krause neben ihrer Leitungs- und Beratungstätigkeit auch viel um Orga-Kram. Folge personeller Probleme im Verwaltungsbüro. 

    Künftig wird die 26-jährige Essenerin nicht mehr pendeln müssen. Sie könne mit dem Rad zum Büro, lachte sie. Das sei allerdings nicht so schön wie das im ALZ. Nach einem kurzen Urlaub startet die 26-Jährige Anfang Juli in der Verwaltung der Ruhr-Metropole.

    Krauses überraschender Wechsel nach Essen trifft das ALZ in einer turbulenten Zeit. So ist nicht nur die Leitungsstelle neu zu besetzen, auch im Büro fehlt eine Fachkraft. Der Vorstand verhandelt mit Bewerber*innen für die Leitungsposition. Das wiederum ist nicht einfach: der Markt für diese Fachleute ist ziemlich abgegrast. Bis zur Einstellung einer neuen Fachkraft übernimmt Karl Sasserath die Leitungsaufgabe. 

    Boland dankte den Mitarbeiter*innen für ihr „ausgesprochen großes Engagement“. Nur so könnten die Angebote Beratung, Mittagstisch, Begegnung, Bewerbungstraining, „Gesund leben im Quartier“ etc. „vollumfänglich garantiert werden“. Dennoch: Weil Geldgeber wie Sponsoren zurückhaltender werden, wird die Finanzsituation des ALZ immer problematischer. Gespräche mit der Politik, hier nachzubessern, scheiterten bislang. Für den ALZ-Vorstand, der ehrenamtlich arbeitet und einen strikten Sparkurs fährt, kaum verständlich. Boland: „Die Armut nimmt zu, zu nimmt auch die Zahl der Frauen und Männer, die bei uns Hilfe suchen und bekommen.“ Noch. 

    Mehr über Angebote, Arbeit des Zentrums und eine Mitgliedschaft:

    www.arbeitslosenzentrum-mg.de

    1 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Sprachrohr gegen Ausbeutung

    Sprachrohr gegen Ausbeutung

    Das Gladbacher Arbeitslosenzentrum bemühte sich erfolgreich um die Verlängerung der „Beratungsstelle gegen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse“

    Dietmar Jung ist erleichtert wie erfreut. Nach Gesprächen – telefonisch wie im persönlichen Austausch – haben SPD, CDU und Bündnis-Grüne den Fortbestand der „Beratungsstelle Arbeit“ gegen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse über das Jahr 2022 zugesagt. Und entsprechende „Garantien“ in ihren jeweiligen Landtagswahl-Programmen aufgenommen. Jung ist Vorstandsmitglied des Gladbacher Arbeitslosenzentrums (ALZ), das eine solche Stelle mit Infos, Beratung etc. im Haus an der Lüpertzender Straße 69 unterhält. 

    Am 15. Mai wird ein neues Landes-Parlament gewählt. Deshalb hatten Jung und weitere ALZ-Vorstandsvertreter frühzeitig lokale Direktkandidaten*innen angesprochen und gefragt: Setzen sie sich bzw. ihre Partei weiter dafür ein, dass Frauen und Männer den Lohn erhalten, der ihnen zusteht und nicht länger massiv ausgebeutet werden. Josephine Gauselmann (SPD) etwa erklärte, dass in diesem „Graubereich viel mehr getan“ werden müsse. Da stehe die SPD im Wort. Die zahlreichen Beratungsstellen im Land müssten weiterhin so gut und umfangreich ausgestattet werden, dass sie effizient arbeiten könnten. 

    Auch bei Bündnis 90/Die Grünen hat die Förderung der Arbeitslosenzentren und Beratungsstellen den Weg in das Landtagswahlprogramm gefunden. 

    Ähnlich deutlich äußerte sich CDU-Landtagsabgeordneter und neuerlicher Bewerber Jochen Klenner: „Wir haben unser Wahlprogramm beschlossen, und da steht auf Seite 29 ,Wir werden die Beratungsstellen Arbeit weiter ausbauen, damit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich noch stärker gegenüber Unternehmen behaupten können, die den Profit und nicht den Menschen in den Mittelpunkt stellen’.“

    Klenners Parteifreund, Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann, hatte die landesweit agierenden Stellen an die vielfachen Erwerbslosenberatungsstellen in NRW angedockt. So auch in Gladbach. Neben der Beratung und der Information bemüht sich ein Bündnis aus ALZ, Gewerkschaften, Kirchen etc. um „fair play“ in diesem skandalösen Arbeitsmarkt, wohl wissend, dass dies kaum ohne klare Vorgaben des Landes, hauptsächlich des Bundes, gelingt. Nicht nur in der Logistik-Branche wird der Mindestlohn mit miesen Tricks umgangen, berichten Vertreter des Bündnisses „fair fahren“ in Mönchengladbach. Amazon in Rheindahlen beispielsweise lehne „jegliche Bereitschaft auf Veränderung“ ab. Betroffen von dieser aktuellen Form der Ausbeutung sind zumeist Arbeitnehmer*innen aus dem früheren Ostblock.  Mit dem Bekenntnis der Parteien scheint die Fortführung der Beratungsstellen für 2023 und folgende Jahre gesichert, klarer dürfte das aber nach dem Wahlausgang sein.

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Ein Holzherz und viel Dankeschön

    Ein Holzherz und viel Dankeschön

    Vor Weihnachten beschenkt das Arbeitslosenzentrum viele arme Menschen. Statt einer gemeinsamen Feier gingen die Helfer*innen wieder auf Tour.

    Für Guido Possehl war es ganz was Neues. Der Dauerradler, der ansonsten mit Interessierten (Rad-)Touren wie zu beliebten Graffiti-Standorten in Gladbach und Umgebung durchführt, beteiligte sich erstmals mit zahlreichen Helfern*innen an der großen Weihnachtsaktion des Gladbacher Arbeitslosenzentrums (ALZ) – per Lastenrad. Rund 110 bedürftige Menschen wurden beschenkt. 

    Unter ihnen ist auch die Rentnerin, die in ihrer kleinen Wohnung in Stadtmitte lebt. Sie wartet bereits und nimmt das leckere Weihnachtsmenü mit freudiger Anspannung entgegen. Dazu die große, voll gefüllte Baumwolltasche. „Ich werde schon seit Jahren beschenkt“, lacht sie dankbar. Bei ihrer kleinen Rente sei das (Über-)Leben nicht leichter geworden. Im Gegenteil. Immer öfter müsse sie sich sagen: „Das kannst du dir nicht leisten.“ Da seien Tage wie diese was ganz Besonderes. „Ich nenne das, was das Arbeitslosenzentrum seit Jahren macht, gelebte Nächstenliebe“, sagt sie. Dann ist der „Weihnachtsbote“ auch schon wieder weg. Schließlich sollen die Essen möglichst warm bei ihren Abnehmer*innen ankommen. 

    Justine Krause, junge Leiterin des ALZ, ist begeistert. Denn auch dieses Mal sind 15 Helfer*innen engagiert bei der Sache. Mit dabei auch Irene und Rudi Fischer, die viele Jahre im Zentrum arbeiteten. Und natürlich Possehl, der wie Thomas Maria Claßen die weihnachtlichen Freuden mit dem Lastenrad zu bedürftigen Menschen bringt. Beide sind aktiv im Gladbacher Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). 

    Begeistert ist Krause, die die Weihnachtstour organisierte, auch von der „vielfachen Spendenbereitschaft“. Da stellten die Städtischen Kliniken Rheydt („Eli“) erneut das üppige Weihnachtsessen im „to-go-Format“ zur Verfügung. Gebäudereiniger P&M Michael Jansen spendierte 100 Feinkostartikel, vom Volksverein kamen 100 Holzherzen als Schlüsselanhänger, Bedachungen Roschkowski brachte Vitaminreiches – Äpfel und Mandarinen. 100 Jutebeutel und einen Geldbetrag gab es von der Caritas; von der 1000-Euro-Spende des Katholikenrates konnten in Kooperation mit Edeka End, preislich günstiger, Stollen, Schoko-Männer (-Frauen) etc. erworben werden. Vollwertige Stollen stellte die Bäckerei Ö zum Freundschaftspreis her. Dazu kamen willkommene Spenden der Kempener Thomas-Apotheke, von 3M sowie von Privatleuten (Lebensmittel sowie Geldbeträge). Justine Krause: „Dafür sind wir sehr dankbar. Nur so wurde unsere Aktion möglich.“

    Zum zweiten Mal fiel die obligate Weihnachtsfeier für rund 150 bedürftige Personen mit Speisen, Gesängen, Kultur-Programm etc. in den Städtischen Kliniken wegen Corona aus. ALZ-Vorstandssprecher Karl Boland: „Wir hoffen sehr, dass wir im nächsten Jahr wieder in der Villa Leisse vielen armen Menschen ein wenig Lebensfreude schenken können.“ Die „Villa“ ist die Kantine der Städtischen, hier fanden die Weihnachtsfeiern bislang statt. 

    Auffallend diesmal: Knapp ein Drittel der Bedürftigen – darunter alleinerziehende Frauen mit Kindern – holten sich die weihnachtlichen Gaben an der ALZ-Haustür Lüpertzender Straße 69 ab. Für die begehrten Geschenke musste man sich anmelden und die Bedürftigkeit nachweisen. 

    Karl Sasserath

    Für Karl Sasserath war die Weihnachtsaktion am 17. Dezember der letzte Tag als beratender Mitarbeiter und langjähriger Leiter des ALZ. Team und Vorstand dankten ihm „sehr herzlich“. Die große Abschiedsfeier folgt im Frühjahr. Wenn Corona denn mitspielt. 

    1 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Weihnachtliche Freuden mit dem Lastenrad

    Weihnachtliche Freuden mit dem Lastenrad

    Das Arbeitslosenzentrum beschenkt wieder mehr als 100 arme Menschen.
    Wer sich anmeldet – der wird überrascht.

    Ein warmes Festmenü mit allem Drum und Dran, dazu eine prall gefüllte Tasche mit Allerlei für das tägliche Leben – erstmals konnte Gladbachs Arbeitslosenzentrum (ALZ) den Allgemeinem Deutschen Fahrradclub (ADFC) als „Weihnachtskurier“ gewinnen. Guido Possehl bringt einen Teil der weihnachtlichen Freuden mit einem Lastenrad zu bedürftigen Menschen. Und sorgt gleich für ein bisschen besseres Klima.

    Die traditionelle Weihnachtsfeier mit rund 150 Menschen in der Villa Leisse der städtischen Kliniken (Eli) in Rheydt musste angesichts alarmierender Corona-Zahlen zum zweiten Mal abgesagt werden. ALZ-Leiterin Justine Krause bedauert das ebenso sehr wie der Vorstand des Zentrums in Stadtmitte. „Doch auch 2021 wollen wir gerade Benachteiligten ein wenig Lebensfreude schenken“, betont ALZ-Vorstandssprecher Karl Boland. 

    Konkret: Knapp 20 HelferInnen verteilen die „weihnachtlichen Grüße“ – mit dem erwähnten Rad, zu Fuß, vorwiegend aber mit dem Auto. 

    Möglich wird das durch Spenden, die das ALZ erhält. Das leckere Essen mit Gänsekeule und Co. wird in der Eli-Küche zubereitet. Damit es möglich lange warm bleibt, wird es in Styropor-Behältern zum ALZ an der Lüpertzender Straße geliefert und von dort rasch verteilt. 

    Justine Krause, links, Leiterin des ALZ nimmt von einer Caritas-Mitarbeiterin die von der Hilfsorganisation ans ALZ gespendeten Jute-Taschen entgegen. 

    Für weitere Spenden ist Justine Krause sehr dankbar: ob Holzherzen, Taschen aus Jute, Schutzmasken, Papiertücher, Desinfektionsmittel etc.. Caritas, Volksverein, zwei Apotheken, 3M, Gebäudereiniger P&M Michael Jansen beteiligen sich gerne, wie sie sagen, an der Aktion am 17. Dezember. Außerdem gibt es Gebäck und Süßes. 

    Eine persönliche Anmeldung ist erforderlich. Wer das noch nicht getan hat, kann das bis zum 6. Dezember tun, in der Zeit von 10 bis 14 h im Verwaltungsbüro des ALZ in der 1. Etage, Lüpertzender Straße 69. Dabei ist die so genannte Treffkarte bzw. Leistungs- oder Einkommensbescheid mitzubringen, das gilt auch für Familienangehörige. „Weihnachten mit dem ALZ“ wird am Freitag, 17. Dezember, 11 bis 14 h, verteilt. Wer Essen/Geschenke selbst abholen möchte und das Team auf diesem Weg entlastet, kann dies bei der Anmeldung vermerken lassen. Abholung ist ab 11 h möglich.

    Krause: „Zum weiteren Befüllen der Beutel freuen wir uns über Spenden wie selbstgebackene Kekse, ein Netz Clementinen oder eine Geldspende, die uns den Einkauf ermöglicht.“ Jede Spende komme bei einkommensschwachen Menschen in MG an.

    Wer helfen will: ALZ-Leiterin Justine Krause ist unter 0 21 61 – 91 26 47 zu erreichen. 

    0 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!