Gute Pflege – wer kann sie (sich) noch leisten?

Es sollte ein sozialpolitischer Impuls werden, zu dem unter anderem der KAB Bezirksverband eingeladen hatte.
Heraus kamen gegensätzliche Darstellungen unterschiedlichster Blickwinkel.
Fazit: Heimpflege ist zu teuer, es gibt zu wenig gute Pflegefachkräfte die außerdem unterbezahlt sind.

Drei schwere Themenblöcke hatten sich die Referenten vorgenommen.

  • Ist gute Pflege Mangelware oder unfinanzierbar?
  • Welche Pflege soll die Zukunft bringen?
  • Müssen Arbeitsbedingungen und Bezahlung in der Pflege deutlich verbessert werden?

Als Referenten waren eingeladen:
Helmut Wallrafen-Dreisow (als Vorstandsmitglied des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe)

 

Regina Landwehr (Kinderkrankenschwester, Bezirksfachbereichsvorsitzende ver.di Düsseldorf)
Die Moderation des Abends hatte Ralf Weber übernommen (Vorsitzender des KAB Diözesanverbandes Aachen)

Ort des Geschehens war das Jugendheim der Pfarre St. Maria Empfängnis, in Mönchengladbach-Venn.

Bereits die ersten Statements zeigten auf, dass gute Pflege unterfinanziert ist.
So kostet eine Fachkraft laut Wallrafen-Dreisow z. Zt. ein Jahresgehalt nach TÖVD rund 46.000 Euro.
Der Heimträger erhält jedoch lediglich 39.000 Euro zur Finanzierung dieser Arbeitskraft.
Andererseits erwirtschaften Heim-Träger der Hedge-Fonds eine Rendite von 14%
(Aldi erwirtschaftet lediglich 2% Gewinn).

Diese Darstellung von Wirtschaftlichkeit lässt das Spannungsfeld des Themas erahnen.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Arzneimittel Versorgung der Heimbewohner.
So erhalten etwa 50% von ihnen mehr als neun Medikamente von denen wiederum ca. 50% kontraindiziert sind, so Wallrafen-Dreisow.

Er meint außerdem: „Jeder Politiker hat einen Lobbyisten hinter sich.“

Spätestens nun erkannte auch der gutmütigste Zuhörer, etwa 50 waren anwesend,
es ist ein riesiges Geschäft, um welches sich ganze Industrien streiten.

Es ging jedoch auch um fachliche Feinheiten.
So soll mehr Präventionsarbeit geleistet  werden. Dann müssen nicht so viele Menschen in Heimen leben wie derzeit wohl üblich.

Leider erzählte Wallrafen-Dreisow immer wieder von den guten Zuständen und Bedingungen in den Mönchengladbacher Einrichtungen die zur Sozial-Holding der Stadt gehören. Dort ist er Geschäftsführer.
Was ist mit den übrigen Einrichtungen? Zu Beginn hatte er erklärt, nicht als Vertreter der Sozialholding anwesend zu sein.

Ein wirkliches Ziel der Veranstaltung war leider nicht erkennbar, urteilten einige Anwesende enttäuscht nach dem Diskussionsabend auf Nachfrage von MG-heute.