Hundekotbeutel landen im renaturierten Bungtbach

Hundekotbeutel landen im Bungtbach, hier an der Stiegerfeldstraße. (Foto: Stadt Mönchengladbach)

Mit hohem finanziellem Aufwand hat die NEW AG in den vergangenen fünf Jahren den Bungtbach von der Stiegerfeldstraße bis zur Korschenbroicher Straße renaturiert. Der natürliche Gewässerverlauf des Baches wurde wiederhergestellt, Retentionsräume geschaffen, um das Regenwasser, das den Bach speist, schadlos zurückhalten zu können und Überflutungen im angeschlossenen Kanalnetz zu vermeiden. Entlang des sich über zwei Kilometer durch das Stadtgebiet schlängelnde Fließgewässers ist eine natürliche Auenlandschaft entstanden, in die rund 14.000 heimische Bäume, Sträucher und Stauden gepflanzt wurden.

Die Freude über das gelungene Projekt wird allerdings schon wenige Monate nach seiner Vollendung erheblich getrübt, wenn man sich die Stelle an der Stiegerfeldstraße anschaut, an der das Regenwasser in den Bach eingeleitet wird: Zahlreiche Hundekotbeutel dümpeln direkt hinter dem Regenklärbecken im Bungtbach. Das Einzugsgebiet des Klärbeckens ist sehr groß, deshalb lässt sich nicht exakt ausmachen, wo genau die unappetitliche und umweltschädliche Fracht ins Entwässerungssystem gerät. Die Vermutung liegt aber nahe, dass Hundehalter die Kotbeutel nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“ achtlos in den nächsten Gully geworfen haben, so die Pressestelle der Stadt Mönchengladbach.

Anscheinend ist es einigen Bürgerinnen und Bürgern nicht bewusst, dass sie mit der Entsorgung der Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner an einer Straßensenke unsere Gewässer belasten. Genauso „gut“ könnten sie die Beutel gleich in den Bungtbach, den Gladbach oder die Niers werfen – das Ergebnis ist das gleiche. Und das Ziel von NEW und Stadt, durch Renaturierung und Bau von Klärbecken die heimischen Gewässer zu schützen, wird durch diese Gedankenlosigkeit ad absurdum geführt.

Warum sich einige Halter erst die Mühe machen, den Hundehaufen ins Tütchen zu packen, aber dann den Weg zum nächsten Mülleimer oder zur eigenen Mülltonne scheuen, bleibt den Menschen, die sich für mehr Sauberkeit in der Stadt engagieren, ein Rätsel.

4 Kommentare zu "Hundekotbeutel landen im renaturierten Bungtbach"

  1. Als langjährige Hundehalterin möchte ich für alle Hundebesitzer mal folgende Rechnung zum nachdenken machen.
    (M) ein Hund wird mindestens 3x täglich ausgeführt mit dem Erfolg, dass wieder raus muß, was vorher verfüttert wurde. Also 3 x 3 „Tretminen“ pro Tag macht mindestens 63 davon in der Woche = also 270 im Monat. Das Jahr hat 12 Monate = mind. 1.000 (in Worten eintausend). Und das nur bei EINEM Hund. Also Beutel raus, auflesen und ab in die TONNE und nicht in den Gully das ganze Jahr über – ohne Diskussionen.
    Das Argument von manchen Besitzern: ich zahle ja Hundesteuer gilt hier nicht.
    Ich bezahle seit 1961 meine Steuern – und scheiße ja schließlich auch nicht in den Gully…

  2. Torben Schultz | 28. Juli 2015 um 10:05 |

    Absolut außer Frage, dass diese Form der Entsorgung ein Unding ist. Da ist niX schön zu reden!

    Doch wir müssen auch sehen, dass im ganzen Stadtgebiet über Jahre Mülleimer abgebaut wurden und so ist „Weg zum nächsten Mülleimer“ mancherorts eine Wanderung in den nächsten Stadtteil.

    Und es sicher keine gewagte These, dass das eine etwas mit dem anderen zu tun hat :(

    • Lieber Herr Schulz,
      ist es so abwegig, dass die Beutel mit nach Hause genommen werden und da im Müll entsorgt werden? Der Weg nach Hause ist sicher meist kürzer als die „Wanderung in den nächsten Stadteil“. Warum muss denn jedes Problem immer in einem Vorwurf an die Stadtverwaltung gipfeln?

      • Torben Schultz | 9. August 2015 um 11:27 |

        @GünniK

        Ich habe extra geschrieben, dass es niX schön zu reden gibt. Infsofern bin ich ja bei ihnen, dass die Beutel auch zur Entsorgung mit nach Hause genommen werden können.

        Trotzdem hat die Vermüllung der Stadt und die fehlenden Mülleimer schon etwas miteinander zu tun.

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