Kaufland, Schmutz und viel Lärm

Foto: Privat

Seit Monaten kämpfen Anwohner gegen das Gebaren des Gewerbetreibenden Kaufland auf dem Gelände der Rheyerhütterstraße.

Jeder Bürger hat ein Recht auf Nachtruhe zwischen 22:00 Uhr und 06:00 Uhr morgens.

Gegen dieses wird seit Jahren verstoßen. Dabei wäre die Lösung denkbar einfach. Die Schranken, die an jeder Einfahrt des Geländes zu finden sind, bräuchte man nur zu schließen. Doch die Leitung von Kaufland behauptet Anwohnern gegenüber, man hätte keine Schranken. Das dies nicht den Tatsachen entspricht, bestätigt das Artikelfoto.

Ob Fachbereich Umwelt der Unteren Immissionsschutzbehörde (zuständig für Lärm) oder das Amt für Bauordnung, die Verwaltung ist seit Jahren über das gesamte Portfolio der Belastungen informiert. Trotzdem bedurfte es eines Rechtsanwaltes, die Beschallung durch einen falsch eingestellten Lautsprecher auszuschalten, der täglich in kurzen Abständen durch das Wohnviertel schallte. Selbst diese „Kleinigkeit“ war neben LKW-Anlieferverkehr in der Nacht, sowie Umbauarbeiten mit Knalleffekten nur mit externer Hilfe beizukommen. Direkte Bitten und Gespräche der Anwohner werden grundsätzlich von der Marktleitung ignoriert. Dies quittieren viele Anwohner mit Boykott des Marktes.

Auch der BV-Ost-Bezirksvorsteher Herr Volker Küppers von der SPD ist bestens von den Anwohnern informiert und um Hilfe gebeten worden. Auf die Tagesordnung der letzten Sitzung der BV Ost schaffte es dieser Punkt aber nicht. In einer anderen Sitzung wurde dieser Markt als zur „Nahversorgung zu erhalten“ erwähnt. Danke, man verzichtet gerne. Der nächste Supermarkt ist fünf Gehminuten vom Gelände entfernt. Selbst ältere Anwohner befürworten eine Schließung des Marktes.

Seit diesem Frühjahr treffen sich fast nächtlich verschiedene Gruppen junger Mitmenschen auf dem Parkplatz des Kauflandmarktes. Mit quietschenden Reifen und Slalomfahrten wird das Gelände teils noch zu Öffnungszeiten erobert. Auf Campingstühlen wird Platz genommen. Die Betreiber des Marktes stört das offensichtlich nicht.

Das Zischen der mit Gas gefüllten Kartuschen, welches anschließen über einen Luftballon inhaliert wird, um sich die Birne weg zu pusten, ist Bestanteil der Nächtlichen Gesellschaften. Die Feten mit lauter Musik und Hupkonzerten veranlassen die Anwohner wieder und wieder die Polizei zu bemühen. Dieser sind die nächtlichen „Kunden“ wohl gut bekannt.

Der Aussage unserer Polizei im Sender Radio 90,1 man würde an Brennpunkten Vergehen ahnden und Platzverweise erteilen, wird hier offensichtlich nicht praktiziert. Auch die im Interview angekündigten Möglichkeiten der finanziellen Verwarnungen fruchten hier wohl nicht.

Freundlicherweise kam die Aufforderung, man könne ja mal selbst mit den Herrschaften reden.
Das wird man wohl in Kürze auch tun, wie man hört. Frauen und Kinder und auch die (wütenden) mutigen über 80-Jährigen werden gebeten zu Hause zu bleiben. Einige Herren des Viertels wollen sich treffen und beim Gassi gehen mal um Ruhe bitten. Selbstverständlich deeskalierend.
Bei teils unter Drogen stehenden Gesprächspartnern, die Testosteron gesteuert noch nicht einmal Respekt vor der Polizei kennen, ist das Gespräch bestimmt sozial einvernehmlich.

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3 Kommentare zu "Kaufland, Schmutz und viel Lärm"

  1. Heinz Peerenboom | 19. September 2023 um 09:23 |

    Wenn Frauen, Kinder und ältere Mitbürger zu Hause bleiben sollen, wird offensichtlich nicht von einer deeskalierenden Begegnung ausgegangen. Die Ordnungskräfte der Stadt sind gefragt, aber ganz hurtig. Immerhin hat die Situation sich schon etablieren können.
    Vor dem Hintergrund der Tatsache, daß oft und lange genug untersucht worden ist, welche schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen dauerhafte Störung des Nachtschlafes nach sich ziehen, ist ein zügiges Handeln keine Diskussion mehr wert.

  2. Martin Serber | 18. September 2023 um 18:18 |

    Na, dann wollen wir hoffen, die Verantwortlichen sind sich derselben bewußt und werden mal schnellstens aktiv.
    Schöne Reden helfen da nicht weiter, wir haben Polizei und Ordnungsamt nicht um weg zu schauen.
    Wünsche den Menschen dort, dass bald Abhilfe geschaffen wird.

  3. Edwin Hauke | 18. September 2023 um 12:28 |

    Heftig. Die Idee der Anwohner, ein „Gassigespräch“ zu führen, finde ich äussertst gefährlich. Erstens, bei dem geschilderten Klientel sowieso, und wenn dann noch Hunde dabei sind, entschärft das die Situation definitiv nicht, weil ohnehin viel zu emotional aufgeladen, wenn das schon so lange geht. Polizeijob !!! Verstehen kann ich den Gedanken an eine „Bürgerwehr“ absolut. Mich wundert, daß häufiger Polizeieinsatz nicht automatisch zu härteren Maßnahmen führt. Mit „du, du“ ist es an solchen Treffpunkten nicht getan.

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