Kitas in Mönchengladbach: Standortnachteil beenden

Dr. Gerd Brenner, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen MG im Rat der Stadt, nimmt zu der aktuellen Berichterstattung über die Kita-Statistiken wie folgt Stellung:

_DSC0030„ ,Bekommt mein Kind einen Kindergartenplatz?’
Für junge Familien kann diese Frage entscheidend dafür sein, ob sie nach Mönchengladbach ziehen oder nicht. Wenn die jungen Familien sich bei den öffentlich zugänglichen Statistiken informieren, sieht es für Mönchengladbach düster aus: 16,2 Prozent der Kinder unter drei und 88,1 Prozent der Kinder über drei Jahren erhalten laut Landesstatistik einen Kitaplatz. Da klaffen erhebliche Lücken zwischen Bedarf und Versorgung.
Die eigenen Berechnungen der Verwaltung (Kinder unter drei: Versorgungsquoten von 39,2 Prozent; Kinder über drei: Versorgungsquote von 96,5 Prozent) kennen nur Insider.

 

Es ist höchste Zeit, dass die Verwaltung die Lücke zwischen den Landes- und den städtischen Statistiken schließt. Das kann sie nur selber tun.

Die Grünen fordern, Ist-Zahlen endlich verlässlich zu erheben und dem Land vorzulegen. Seit fünf Jahren weisen die Grünen im zuständigen Jugendhilfeausschuss auf die Intransparenz der Mönchengladbacher Zahlen hin.

Politisch steht die Verwaltung unter Druck, jedes Jahr in der Kindergartenbedarfsplanung eine Versorgungsquote von mindestens 95 Prozent hinzubekommen, weil es sonst eine Notwendigkeit geben würde, weitere neue Kitas zu bauen.
Ob die Landesstatistiker freilich die hiesige Berechnungsweise übernehmen, ist fraglich.
In die Versorgungsstatistik eingerechnet (Berichtszeitpunkt: 01.03.2015) wurde zum Beispiel eine angedachte Einrichtung des Franziskushauses, mit deren Bau noch gar nicht begonnen wurde und für die ein Baubeginn auch noch gar nicht terminiert und absehbar ist.
Mit 73 Plätzen wurde auch die Kita Metzenweg eingeplant (Berichtszeitpunkt: 01.03.2015), obwohl diese nach jetzigem Stand erst im Herbst eröffnen wird.
Und regulär eingeplant sind auch die 453 Plätze, mit denen die vorhandenen Kitas überbelegt werden sollen. Das entspräche etwa acht weiteren Kindergärten.

Überbelegung verursacht zudem erheblichen Stress für Kinder und Erzieherinnen.
Man sieht, mit Statistiken kann man vieles nachweisen, je nachdem mit welchen Zahlen man sie füttert.
Die Grünen fordern, dass die Stadt sich mit dem Land jetzt endlich auf einheitliche statistische Standards einigt. Die Kita-Statistik darf nicht länger ein Standortnachteil für die Stadt sein.“