Land zahlt Stärkungspaktgelder an 47 Kommunen – am 1. Oktober

Mönchengladbach gehört dazu und erhält 9,8 Mio. Euro

47 NRW-Kommunen mit der größten Finanznot erhalten zum 1. Oktober 2012 Geld aus dem Stärkungspakt.
Sie haben die gesetzlichen Vorgaben für die Auszahlung erfüllt.
„Die Kommunen wollen zu einer eigenverantwortlichen Haushaltswirtschaft zurückzukehren. Mit dem Stärkungspakt kommen sie diesem Ziel einen großen Schritt näher“, sagte Kommunalminister Ralf Jäger heute (28. September) im Ausschuss für Kommunalpolitik in Düsseldorf. 

 

Mit dem Stärkungspakt hilft das Land gezielt überschuldeten und von Überschuldung bedrohten Städten und Gemeinden mit Finanzspritzen.
Hierfür werden bis zum Jahr 2020 insgesamt 5,85 Milliarden Euro aufgebracht.
Die 34 pflichtig teilnehmenden Kommunen der ersten Stufe erhalten die zweite Rate der zugesagten Landeshilfen, sobald ihr Haushaltssanierungsplan genehmigt ist.
In elf Fällen ist die Prüfung durch die Bezirksregierung noch nicht abgeschlossen, hier soll das Geld sobald wie möglich ausgezahlt werden.

Die 27 auf Antrag teilnehmenden Kommunen der zweiten Stufe erhalten in diesem Jahr die Mittel, sobald sie ihren Haushaltssanierungsplan vorgelegt haben.
Dies werden bis zum 30. September voraussichtlich 24 Kommunen schaffen.
„Der Haushaltsausgleich ist ein Kraftakt. Der Weg ist lang und nicht leicht, aber die Mühe lohnt sich“, erläuterte Jäger.

Ein Hauptproblem der finanziellen Schieflage bei den Kommunen bleiben die Soziallasten. Sie sind allein von 2010 auf 2011 trotz der guten konjunkturellen Situation um 3,5 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro in NRW geklettert.
Allein die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen ist seit 2005 von 2,8 Milliarden Euro auf 3,8 Milliarden Euro in 2011 gestiegen.
Das ist ein Zuwachs um fast 35 Prozent innerhalb von nur sieben Jahren.

NRW-Minister Jäger sieht in der vollständigen Übernahme der Kosten für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung durch den Bund ab dem Jahr 2014 nur einen ersten Schritt zur Entschärfung der Situation.
Der reiche aber nicht aus.
Jäger erinnerte die Bundesregierung an ihre Zusage im Rahmen der Einigung über den Fiskalpakt, sich an den Kosten für die Eingliederungshilfe zu beteiligen:
„Jetzt müssen den Worten Taten folgen. Es darf nicht weiter der Bund  die Wohltaten beschließen, für deren Finanzierung dann die Kommunen verantwortlich sind“, machte der Kommunalminister deutlich und forderte den Bund auf, sich zur Hälfte an allen sozialen Lasten der Kommunen zu beteiligen.

Auszahlung Stufe 1:

Die Konsolidierungshilfe 2012 wird zum 1. Oktober 2012 an 23 der 34 Kommunen ausgezahlt:
Duisburg, Hamm, Wuppertal
Aldenhoven, Arnsberg, Bergneustadt, Castrop-Rauxel, Dorsten, Hattingen, Kürten, Marienheide, Menden, Minden, Nachrodt‑Wiblingwerde, Schwelm, Schwerte, Selm, Sprockhövel, Stolberg, Übach‑Palenberg, Welver, Werl, Würselen

In Prüfung:
Oberhausen, Remscheid
Altena, Datteln, Hagen, Nideggen, Marl, Oer-Erkenschwick, Porta Westfalica, Waltrop, Witten

Auszahlung Stufe 2:

Die Konsolidierungshilfe 2012 wird zum 1. Oktober 2012 an 24 der 27 Kommunen ausgezahlt:
Essen, Gelsenkirchen, Herne, Leverkusen, Mönchengladbach, Solingen
Bönen, Bottrop, Burscheid, Engelskirchen, Gummersbach, Halver, Herten,  Korschenbroich, Löhne, Marsberg, Moers, Monschau, Neunkirchen‑Seelscheid, Nörvenich, Nümbrecht, Velbert, Werdohl, Windeck

Plan liegt noch nicht vor:
Gladbeck, Haltern am See, Recklinghausen.