Neue Hebammenkreißsäle für Nordrhein-Westfalen

Nicole Finger spricht auf einer Demo für Hebammenhilfe

20 Kliniken aus ganz Nordrhein-Westfalen sind einem Förderaufruf des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales gefolgt und richten bis Ende 2022 einen Hebammenkreißsaal ein. Dafür steht eine Förderung von bis zu 25.000 Euro je Empfänger bereit.

Hebammen können in Deutschland physiologische Geburten eigenständig betreuen. Ein Konzept für diese Betreuung im Krankenhaus ist der Hebammenkreißsaal. Dieser ermöglicht eine bessere Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Hebammen und erhöht die Arbeitszufriedenheit von Hebammen.

Das Förderprogramm des Landes ermöglicht geburtshilflichen Abteilungen der Krankenhäuser im Bundesland, den Hebammenkreißsaal als ergänzendes Angebot in vorhandenen Räumlichkeiten anzubieten. Wesentliche Bestandteile des Konzepts sind die von Hebammen und Ärzteschaft gemeinsam erarbeiteten Kriterienkataloge zur Aufnahme und Weiterleitung sowie die kontinuierliche, selbstständige Betreuung während der Geburt durch erfahrene Hebammen. Die finanzielle Forderung ermöglicht den Kliniken, ihr Fachpersonal zu schulen.

„Ich freue mich, dass das Krankenhaus Neuwerk einer der Förderempfänger ist. Damit profitiert auch meine Heimatstadt Mönchengladbach von diesem Förderprogramm und kann so das Angebot im Gesundheitswesen um einen weiteren wichtigen Aspekt, nämlich die Stärkung der Geburtshilfe, erweitern.“, so Andreas Terhaag, Abgeordneter für die Freien Demokraten im Landtag NRW.

In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit 136 Kliniken mit geburtshilflichen Abteilungen, davon 9 bereits mit Hebammenkreißsälen. Durch die Einrichtung von 20 weiteren Kreißsälen wird demnächst in mehr als jeder fünften geburtshilflichen Abteilung ein hebammengeleiteter Kreißsaal eingerichtet sein. Nordrhein-Westfalen ist damit bundesweiter Vorreiter des Konzepts, denn ansonsten bieten laut Deutschem Hebammenverband nur 17 weitere Kliniken einen Hebammenkreißsaal an.