Olympiade in Rio:
„The show must go on“

Wir reden von unseren Werten, sind jedoch nicht in der Lage, sie zu verteidigen.
Wir wollen dopingfreien Sport, wollen wir das wirklich?
Nein, wir wollen den schönen Schein, wollen keine konsquenten Entscheidungen.
Wir lassen uns betrügen, lassen zu, dass höchste Sportfunktionäre ihre Verantwortung versuchen abzugeben, ziehen sie nicht zur Verantwortung.
Warum läßt der Deutsche Thomas Bach es zu, dass möglicherweise gedopte Sportler nach Rio fahren dürfen. Ist niemand in der Lage, dieses unselige, unethische Pharisäertum zu beenden?
Möglich wäre es allemal. Aber auch hier fehlt der Wille.
Damit gibt sich die gesamte Sportwelt einer korruptionsgeilen Subkultur hin und feiert sich anschließend selber.
Eine Heilung und Rückführung zur Vorbildfunktion des Sports ist so nicht denkbar.
Ein erbärmliches Bild unserer Gesellschaft.

5 Kommentare zu "Olympiade in Rio:
„The show must go on“"

  1. Peter Josef Dickers | 6. August 2016 um 14:54 | Antworten

    Menschen heute sind nicht so wie sie sind, weil irgendwann eine „Eva“ ihren „Adam“ verführt haben soll. Nicht die „von gestern“ sind verantwortlich für uns heute, sondern wir selbst. Solange der Grundsatz „Je mehr er hat, desto mehr er will“ gilt und auch noch belohnt wird (siehe u. a. in Rio), wird sich leider nichts ändern. Daher stimme ich Herrn Wendler zu.

  2. Lieber Herr Wendler,

    der heutigen Gesellschaft den aktuell maroden Zustand des Weltsport verantwortlich vorzuwerfen, geht an der historischen Wahrheit vorbei. Organisationen wie das IOC oder die Fifa haben sich über Jahrzehnte zu dem entwickelt, was sie heute sind, nämlich Staaten im Staate, die fast entkoppelt von lokalen und globalen Gesetzen agieren (können). Es lohnt also einmal wieder, die Alten zu fragen, wie es soweit kommen konnte. Und was soll Korruptionsgeilheit sein? Korruptes Verhalten ist lediglich Mittel zum Zweck und spielt sich im übrigen nicht als Subkultur ab, sondern ist – so traurig es auch sein mag – Teil unserer vermeintlichen Hochkultur.
    Ihr Ansatz ist demnach zwar durchaus richtig, aber Ihr Statement springt beweiten zu kurz und obendrein am Ziel vorbei.
    Nichts für ungut!

    Mit herzlichem Gruß

    Wolf M. Meyer

    • Harald Wendler | 6. August 2016 um 14:32 | Antworten

      Den „Alten“ dies alles vorzuhalten ist mir zu einfach. Wir haben die Möglichkeiten der Änderung.Es fehlt der absolute Wille, Korruption ist doch eine viel süßere Frucht. Darauf bezieht sich eine von mir genannte und immer wieder bestätigte Geilheit, mag sie auch Teil aller Kulturen sein.
      Schaue ich nach Rio, eine bessere Bestätigung kann ich mir nicht vorstellen, leider.

  3. Peter Josef Dickers | 25. Juli 2016 um 13:29 | Antworten

    Mit Wert-Vorstellungen hat der öffentlich gemachte Sport nicht mehr viel gemein. Die Werte-Gesellschaft ist Event-Gesellschaft geworden bzw. dazu verkommen. Welchen „Wert“ hatte es z. B. , die Gladbacher Hindenburgstraße kurzfristig zur Rutsch-Bahn umzufunktionieren? Wem war es das „wert“? Die Leute wollen Spaß haben; diesen sollen sie bekommen, koste es was es wolle. Das gilt auch für Rio und andere Glamour-Veranstaltungen. Je höher die Einschalt- und Mitmachquoten, desto wertvoller und wichtiger ist ein Ereignis. Das nächstjährige Tour-de-France-Happening in Mönchengladbach lässt vorab grüßen.

  4. Werte. Haben wir die wirklich noch? Echt und unverfälscht? „Warum lässt der Deutsche Thomas Bach es zu, dass möglicherweise gedopte Sportler nach Rio fahren dürfen“. Das nehme ich einmal einfach als rethorische Frage: Ein Mensch der es an einen Spitzenposten geschafft hat, seit JAHRZEHNTEN im Business, inkl. ständigem Umgang mit Blatter und ähnlichen Wertevertretern, mit Putin befreundet, versteht zum Einen unter „Werte“ etwas anderes als der sportinteressierte Zuschauer, und die Freundschaft zu den grossen und mächtigen, ( wenn auch vermeintlich, denn in realitas handelt es sich um Betrüger) wiegt viele Werte auf. Diese Dinge lassen sich nicht mehr zurückdrehen, sie werden höchstens ausgefeilter.
    Wenn ich mich sportlich betätige, dann ist ausschliesslich die Kraft, die mein Körper aus sich selber bezieht, das Maass für das was ich leisten kann. Und das ist auch das, was ich bei Sportlern sehen möchte. Ich möchte sehen, was der Einzelne durch hartes Training und Disziplin zu schaffen in der Lage ist. Mir anzuschauen, wer am Ende den Lorbeerkranz trägt, weil er vielleicht die wirksameren Mittel bekommen hat? Nein!!! Sportwettkampf mitfiebernd zu beobachten, ist für mich vorbei. Den Betrug kann ich nicht verhindern, aber ich habe die Freiheit der Entscheidung, ob ich dabei zuschaue oder nicht. Mein Einschaltknopf hilft nicht mehr mit, die Quote zu erhöhen und dem Erfolg der Betrüger damit auch noch Recht zu geben.

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