Schottergarten vs. Platzpflaster in Mönchengladbach

Unter der Hitze der letzten Wochen haben wir alle gelitten, die Klimaveränderung ist deutlich spürbar.

Die Wissenschaft weist uns mit Vorschlägen den Weg, unsere Umwelt und Städte mit Kühle lebbarer zu machen. Politik insgesamt schließt sich diesen Vorschlägen unisono an, und viele Kommunen steigern Anpflanzungen auf Grünflächen zur Erhöhung der „Aufenthaltsqualität“.

Nicht so in Mönchengladbach. Wir scheinen die Klimaveränderung auszublenden und planen wie eh und je, dabei sind doch Schottergärten in NRW verboten!

Die schwarz-grüne Landesregierung will das bereits bestehende Verbot der Schottergärten noch einmal nachschärfen. Das kündigte NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) in einem Interview an. Klima und Artenvielfalt entschieden sich auch in jedem einzelnen Vorgarten, betonte sie.

Quelle: WDR

Ganz anders geht die Verwaltung in Mönchengladbach vor, obwohl auch die Fach-Planer im Dezernat VI wissen: Gepflasterte Plätze bieten Pflanzen und Tieren keine Heimat, verhindern, dass Starkregen abfließen kann und sorgen durch Versiegelung für einen Anstieg der Umgebungstemperatur.

So wird nach neuester politischer Festlegung der Kapuzinerplatz neu gepflastert:

Foto: Stadt MG

„Mit dem Gebäude der Markthalle hat die Fläche bereits einen baulichen Rahmen und damit eine stärkere Identität als eigenständiger Platz erhalten. Jetzt gilt es, das Potential des Kapuzinerplatzes zu heben und ihn in einen Ort zu verwandeln, an den es die Menschen hinzieht“, betont Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin.

Quelle: Pressemeldung der Stadt

Die Umgestaltung des Kapuzinerplatzes ist mit Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro veranschlagt, wovon die Stadt Mönchengladbach einen Eigenanteil von 20 Prozent trägt. Die restlichen Mittel werden aus dem Städtebauförderprogramm Soziale Stadt Gladbach und Westend finanziert.
Zu bedenken ist ebenfalls: Die Markthalle ist bis heute nicht eröffnet, es finden sich offensichtlich nicht die Interessenten wie erwartet. Außerdem wurde ein großer Teil der Platzfläche während der Bauzeit der Markthalle genutzt für Baumaterial-Lagerung, Baumaschinen etc., das hat den Platz nicht attraktiver gemacht.
Dank des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt Gladbach und Westend“ wird der „Genussplatz“ nun aufgewertet.

1 Kommentar zu "Schottergarten vs. Platzpflaster in Mönchengladbach"

  1. H. Dohmen | 28. August 2022 um 22:39 |

    Meine Sicht der Dinge? Wir spüren den Klimawandel nicht einfach nur, wir erleben ihn live. Während in unserer Nachbarschaft überlegt wird, wie Hauswände und plattierte Gartenwege begrünt bzw.beschattet werden können, weil der Temperaturunterschied zwischen Garten.-u. Wegbereichen eklatant ist, auch in der Stadt zu hören ist, von Fassaden.-u. Dachbegrünung, plant Herr Bonin, als wäre die Welt in schönster Ordnung. Dafür bekommt die Stadt, mit welchen Tricks auch immer, auch noch Fördergelder für Zupflastern, statt Auflockern des Kapuzinerplatzes. Aufenthaltsqualität erhöhen…
    Wie volltrunken müssen die Besucher des Platzes denn sein damit sie die Glut auf dem eng gewordenen Pflaterareal nicht merken, bevor sie kollabieren?. Ja, auch zunehmendes gesundheitsgefährdendes Potential haben solche Punkte.

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