Sven Lau bricht sein Schweigen vor dem OLG

Dominic Schmitz, ein ehemaliger Mitstreiter und Begleiter des Sven Lau hatte seine Aussage beendet, Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Fragen an Schmitz gestellt. So fragte der Vorsitzende Richter Dr. Schreiber den Angeklagten Sven Lau, ob auch er den Zeugen befragen wolle. Er wollte.
Schmitz hatte ausgesagt in 2011 habe er den Angeklagten letztmalig getroffen. Dies wollte Lau so nicht stehen lassen und er fragte Schmitz, ob er sich an das Treffen in 2013 in der Mönchengladbacher City erinnere, als sie beide Essbares einkauften. Nach längerer Überlegung erinnerte sich Schmitz daran, meinte jedoch, es sei kein Vereinbartes Treffen sondern ein rein zufälliges „über den Weg laufen“ gewesen und somit für ihn nicht wichtig.
Auch an eine E-Mail in 2015 von Sven Lau konnte sich Schmitz auf Frage des Angeklagten erinnern. Schmitz beschuldigte Lau erneut, den vermutlich in Syrien weilenden Konrad S. überredet zu haben, dorthin zu gehen.

Zu Beginn der Sitzung wurde der als Zeuge geladene Dominic Schmitz u.a. nach seinem aktuellen Wohnsitz gefragt. Diesen wollte der Zeuge nicht nennen, da er nach seiner Ansicht von einschlägigen Kreisen bedroht wird.

Dies bezeichnete Sven Lau´s Verteidigung als künstlich konstruiert, Richter Schreiber hatte jedoch Verständnis für die Haltung des Zeugen und so blieb dieser Punkt unbeantwortet.
In der weiteren Befragung erläuterte Schmitz seinen Weg zum Islam in 2005, seine beginnende Freundschaft zum Angeklagten, die Gründung der Moschee in MG-Eicken, die gemeinsame Reise nach Mekka und die Beendigung der Freundschaft in 2011.
Zusammenfassend bleibt der Eindruck, Dominic Schmitz wird kaum die Hoffnungen der Staatsanwaltschaft erfüllen können. Das Belastungspotential war äußerst gering, zuviele Mutmaßungen und „Möglichkeiten“ pflasterten seine Aussage.
Sein erschienenes Buch über seinen Werdegang kann deshalb nicht als objektiv gewertet werden, da ein Journalist des Magazin Focus als Ghostwriter tötig war und die Erzählungen des Zeugen nach Gutdünken beeinflussen konnte.
Auch seine Empfindlichkeiten während der Mekkareise, er durfte nicht gemeinsam mit Sven Lau in einem Zimmer übernachten, zeichneten ein eigenes Bild des Zeugen.
So mag in nächster Zukunft eine weitere Einlassung des Zeugen bessere Fakten an den Tag bringen.