Tag der Pflege: Caritas fordert mehr „gelebte Wertschätzung“ von Kostenträgern und Politik

Karl-Josef Laumann (CDU); seit 2017 Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.

Geschäftsführer Frank Polixa richtet deutliche Worte an die Kostenträger.

In den Pflegeeinrichtungen der Caritas sind fast 620 Frauen und Männer beschäftigt – mehr als drei Viertel aller 805 Mitarbeitenden des Caritasverbandes. „Pflege ist harte Arbeit. Tag für Tag zeigen unsere Mitarbeitenden hohes Engagement und versorgen die pflegebedürftigen Menschen auf Top-Niveau. Davor habe ich großen Respekt“, sagt Polixa. Er betont zudem, dass Pflege ein attraktiver Beruf sei: „Wer pflegt, hat unmittelbar mit Menschen zu tun, von denen ganz viel Positives zurückkommt.“ 

Der Caritas-Geschäftsführer erinnert daran, dass die Pflegekräfte während der Corona-Pandemie enormen zusätzlichen Belastungen ausgesetzt gewesen seien. „Die Bevölkerung in Deutschland hat dies damals sehr anerkannt und für die Menschen in den wichtigen Pflegeberufen geklatscht“, sagt Polixa.

Dieselbe Anerkennung wünscht sich der Caritas-Geschäftsführer von den Kostenträgern. Im vergangenen Jahr hätten laut Arbeitgeberverband Pflege mehr als 800 Pflege-Einrichtungen ihre Angebote einschränken, Insolvenz anmelden oder schließen müssen. Dies vor dem Hintergrund, dass es immer mehr pflegebedürftige Menschen gebe und die Wartelisten in den Pflegeeinrichtungen länger würden, so Polixa.

Er fordert eine bessere Finanzierung: „Die Kostenträger gewähren keine ausreichenden Pflegesätze, zudem können manche größeren Instandhaltungsmaßnahmen aufgrund der fehlenden Refinanzierung nicht umgesetzt werden. Auch der nachhaltige Umbau von in die Jahre gekommenen Immobilien ist kaum möglich.“ Die Prozesse würden zudem mit so viel Bürokratie und Regelungen überzogen, „dass die Träger in Arbeit und Abstimmungen ersticken und am Ende einfach benachteiligt sind“, sagt Polixa.

Der bürokratische Aufwand zum Betrieb der Einrichtungen sei erheblich gestiegen. „Das wird aber von den Kostenträgern nicht refinanziert“, betont der Caritas-Geschäftsführer aus eigener Erfahrung. 

Sozialämter warteten oft monatelang mit der Begleichung offener Rechnungen bei Pflegeeinrichtungen, gleichzeitig müssten die Träger den Arbeitskräftemangel und die Folgen des demografischen Wandels managen.
„Wir müssen aufpassen, dass sich die Situation der Pflegeeinrichtungen nicht noch weiter verschärft“, warnt Polixa und fügt hinzu: „Man hat das Gefühl, dass die Politik einfach nur zuschaut. Es wird leider nicht mehr geklatscht.“ Der Tag der Pflege sei deshalb auch ein Anlass, von Kostenträgern und Politik mehr „gelebte Wertschätzung“ für die Pflege insgesamt einzufordern, erklärt Frank Polixa.
Der Tag wird jedes Jahr am 12. Mai gefeiert, zu Ehren von Florence Nightingale, der Begründerin des modernen Pflegewesens.

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