(Update 17 Uhr): Zur aktuellen Situation neu ankommender Flüchtlinge in Mönchengladbach

Wie berichtet, hat die Stadt Mönchengladbach in Amtshilfe für das Land Nordrhein-Westfalen heute Vormittag 93 Menschen, die aus Syrien und Afghanistan geflohen waren, in der Krahnendonkhalle untergebracht und versorgt.

Die Mehrzweckhalle im Stadtteil Neuwerk war bereits am Montag für die Ankunft von bis zu 200 Flüchtlingen eingerichtet worden. Gestern hat auf einem befestigten städtischen Grundstuck neben der Halle der Aufbau einer Zeltstadt mit beheizbaren Zelten begonnen, in der die Menschen für mehrere Wochen leben sollen.
Derzeit geht die Verwaltung davon aus, dass die Zelte, die für jeweils bis zu acht Personen ausgelegt sind, im Laufe des Donnerstag einsatzbereit sind.

Das Deutsche Rote Kreuz, dessen Helferinnen und Helfer die Stadtverwaltung in den Morgenstunden bei der Aufnahme und Verpflegung unterstützt haben, hat seinen Einsatz inzwischen beendet.
Die weitere Verpflegung übernimmt ein von der Verwaltung beauftragter Caterer.
Nach wie vor ist die Hilfsbereitschaft der Mönchengladbacher Bürgerinnen und Bürger ungebrochen.
Die ökumenische Flüchtlingshilfe Neuwerk koordiniert mit einem Team von ehrenamtlichen Helfern die Unterstützung aus der Bürgerschaft.
Auch das Krankenhaus Neuwerk hat schnell und unbürokratisch tatkräftige Unterstützung geleistet.

Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Flüchtlinge, die heute in Neuwerk angekommen sind, für etwa fünf Wochen in der Stadt bleiben werden, bevor sie von den zuständigen Landesbehörden anderen Kommunen zugewiesen werden.

Situation im TIN-Nordpark
Die rund 150 Flüchtlinge, die von der Stadt Mönchengladbach in Amtshilfe für das Land Nordrhein-Westfalen im ehemaligen TIN-Nordpark untergebracht wurden, sind im Laufe des gestrigen Tages von Landesbeamten registriert und anderen Kommunen zugewiesen worden.
Heute Mittag sind sie mit Bussen von der Bezirksregierung am TIN abgeholt worden.
Danach wurden die genutzten Hallenbereiche für die Ankunft weiterer Flüchtlinge vorbereitet.

Zahlreiche Anfragen aus der Bevölkerung
Die Stadt Mönchengladbach hat heute wieder zahlreiche Anfragen und Unterstützungsangebote aus der Bevölkerung erreicht.
Wir weisen noch einmal darauf hin, dass Sachspenden – insbesondere Kleidung und Nahrung – derzeit in den städtischen Unterkünften nicht benötigt werden.
Auch die Hilfsorganisationen sind mit Kleiderspenden derzeit mehr als gut eingedeckt.
Wer sich orientieren möchte, wie man ehrenamtlich tätig werden kann, kann sich auf der Webseite asyl-in-moenchengladbach.de einen ersten Überblick verschaffen und auch Kontaktadressen der Flüchtlingsinitiativen in den Stadtteilen erfahren.

Auch eine Reihe von Grundstückeigentümern hat sich gemeldet, die Wohnungen und Hallen für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellen möchten. Solche Angebote nimmt für die Stadt Mönchengladbach der Fachbereich Soziales und Wohnen, Telefon 02161 / 25-3260, E-Mail soziales@moenchengladbach.de entgegen.

Anschaffung von Objekten in Leichtbauweise
Mit Blick auf den kommenden Winter arbeitet die Stadt – wie bereits mitgeteilt – weiterhin an einer Lösung zur Unterbringung von bis zu 800 zusätzlichen Flüchtlingen. Hier strebt die Stadt die Errichtung von Objekten in Leichtbauweise an, die entweder angemietet oder gekauft werden sollen.
In die Gebäudekomplexe, die zum Teil bereits ab Anfang Oktober zur Verfügung stehen könnten, würden dann auch die Menschen, die von der Stadt Mönchengladbach zur Zeit in Amtshilfe für das Land NRW betreut werden, untergebracht.

Stand der geplanten Landeseinrichtung im JHQ
Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger haben in den letzten Tagen auch angefragt, warum die Stadt Mönchengladbach keine Notunterkunft für Flüchtlinge im ehemaligen JHQ einrichtet.
Hierzu stellt die Stadtverwaltung klar:
Die neue Einrichtung im JHQ wird durch das Land gebaut und betrieben.
Der Rat hat in seiner letzten Sitzung einen Grundsatzbeschluss getroffen, laut dem die Stadt wesentliche Dienstleistungen wie die Registrierung der Flüchtlinge übernehmen wird.
Beschließt der Rat in seiner nächsten Sitzung den nun ausgearbeiteten Vertrag mit dem Land, wird die Stadt diese Leistungen ab dem 1. Juni 2016 übernehmen. Konkret geplant und errichtet werden 1.200 Plätze. Die Einrichtungen werden derzeit vom Land saniert und die dafür notwendige Infrastruktur geschaffen.

„Sollte es gelingen, dass Teilbereiche der für die neue Landeseinrichtung zur Verfügung stehenden Gebäude vor dem 1. Juni 2016 fertig werden, beabsichtigt das Land, diese zunächst als Notunterkünfte für Flüchtlinge zu nutzen“, so Beigeordneter Dr. Gert Fischer.
Eigentümer des gesamten JHQ-Geländes ist der Bund, der wiederum Teilflächen an das Land vermietet.
Die Stadt ist nicht Betreiberin der neuen Einrichtung und hat auch keinen Zugriff auf die anderen Flächen und Gebäude, die sich im ehemligen JHQ befinden.