Verwaltung plant Quartierskonzept in Rheindahlen nach Wickrather Vorbild

„Im Quartier bleiben – Nachbarschaft leben“ – dieser Slogan, den das Land NRW für ein Modellprojekt unter anderem in Wickrath seit 2008 gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt in Wickrath, der GWSG und in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Altenhilfe entwickelt hat, könnte schon bald auch in Rheindahlen umgesetzt werden.
Mit dem Ziel, zukünftig Wohnquartiere so zu gestalten, dass ältere Menschen möglichst lange und selbstständig im häuslichen Bereich verbleiben können, soll die Verwaltung, so der Rat in seiner gestrigen Sitzung, mit der  Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Mönchengladbach, einen Vertrag über die Entwicklung, Durchführung und Evaluation dieses Quartierskonzeptes abschließen.
Der entsprechende Leistungsvertrag mit der Arbeiterwohlfahrt sieht ein Volumen von jährlich maximal rund 26.000 Euro vor.

„Mit dem Quartierskonzept in Wickrath haben wir einen guten Wettbewerbsbeitrag zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt und der GWSG geleistet.
Mit dem Start für das Quartierskonzept in Rheindahlen setzen wir das Projekt konsequent zum Wohle der älteren Mitbürger fort“, so Beigeordneter Dr. Michael Schmitz.
„Auf diesem Weg kann die stationäre Unterbringung in manchen Fällen überflüssig gemacht werden, was wiederum weniger Pflegekosten verursacht“.
Ein Platz in einer stationären Einrichtung verursacht Kosten in der Sozialhilfe von durchschnittlich 11.500 Euro jährlich.
Eine neue stationäre Einrichtung mit 80 Plätzen würde den städtischen Haushalt mit rund 600.000 Euro jährlich zusätzlich belasten.

Nicht nur Rheindahlen, wo die Arbeiterwohlfahrt seit Anfang des Jahres mitten im Zentrum eine neue Begegnungsstätte mit kommunalem Pflegestützpunkt anbietet, auch die umliegenden Honschaften sollen von dem Quartierskonzept profitieren.
Hier sollen in den nächsten Jahren Strukturen auf- und ausgebaut werden, die ein selbstständiges Leben älterer Menschen in der eigenen Häuslichkeit unterstützen, die versorgenden Angehörigen entlasten und damit eine Erweiterung der Anzahl vollstationärer Pflegeplätze überflüssig machen.
Von den Verbesserungen des Lebens- und Wohnumfeldes und des „Miteinanders“ oder auch von mehr Barrierefreiheit werden zudem alle Menschen im Quartier profitieren.

Die Anzahl älterer Menschen nimmt auch in Mönchengladbach zu.
Rund 20 Prozent der Bevölkerung sind heute 65 Jahre und älter.
In Rheindahlen leben derzeit rund 7.000 Menschen, die 60 Jahre und älter sind.
Laut Prognosen liegt im Jahr 2025 die Anzahl älterer Menschen bei 8.800.