Wer spielt falsch beim Projekt “Roermonder-Höfe“ ?

Wurden die Masterplaner informiert und stimmten zu?
Jetzt fordern sie eine Erörterung.

Roermonder Höfe (1 von 1)-2Am 15. Januar wurde der Öffentlichkeit die aktuelle Planung im Rathaus Abtei vorgestellt.

In Anwesenheit des Vorstandmitgliedes des Masterplanvereins, Norbert Bienen, erklärt Dr. Burkhard Schrammen, Planer der „Roermonder Höfe“ für den Investor Pit van Pol aus Roermond, u.a.: „ Wir haben im Vorfeld diese Planung, diese Konzeption mit den Masterplanern vorabgestimmt, wir werden das sicher auch noch einmal tun. Aber ich kann Ihnen sagen, dass dieser Plan, den wir da aufgestellt haben, den Absichten und den Vorstellungen des Masterplanes entspricht.“
Es geht um den Grünzug des Gladbachtals, der Masterplan läßt dafür reichlich planerischen Spielraum zu.Etwas später erklärt Schrammen nochmals den großen Respekt vor dem Masterplan, dass auch in Zukunft eine Abstimmung erfolgen wird, die Grundzüge seien von diesen freigegeben worden.

In einem eigenen Redebeitrag widerspricht Norbert Bienen vom Masterplanverein mit keinem Wort.

Alles scheint in bester Ordnung.

Nun die Kehrtwende.
In einem Schreiben vom 24. Januar 2014 an den Mönchengladbacher Technischen Beigeordneten Andreas Wurff (Schreiben liegt uns vor) erklären der Vorsitzende des Vereins MG3.0 Ernst Kreuder und sein Stellvertreter Fritz Otten, dass es keine Abstimmung gegeben habe.
Sie fordern eine „Erörterung“  im künftigen Masterplan-Beirat.

Insgesamt eine miserable Komödie scheint den Bürgern  Mönchengladbachs in diesem Fall vorgespielt zu werden.
Der Wortlaut im Zitat:

Sehr geehrter Herr Wurff,

Alle am Masterplan-Verfahren Beteiligten,  insbesondere die Bürger  Mönchengladbachs, wünschen sich eine möglichst weitgehende Umsetzung des Masterplans. Und da stehen zu Beginn dieses Jahres wieder sehr bedeutende Maßnahmen zur Entscheidung oder zur Diskussion an, unter anderem die Bleichwiese. In diesem Zusammenhang wurde verschiedentlich, auch öffentlich, geäußert, die  Planung sei mit den Masterplanern abgestimmt. Leider ist eine solche Abstimmung im Laufe des letzten Jahres nicht erfolgt!

Zu Beginn des letzten Jahres hat Herr Dr. Schrammen drei Vorstandsmitgliedern den Stand der damaligen Planung vorgestellt. Seit dem sind den Masterplanern oder dem Vereinsvorstand keine Planungsmodifikationen zur Abstimmung vorgestellt  worden.

In der Vorstellung des aktuellen Planungsstandes in der vorgezogenen Bürgerbeteiligung waren jedoch deutliche Abweichungen von der ursprünglichen Planung erkennbar. Die vorgestellte Planung weicht augenscheinlich stark vom eigentlichen Masterplan-Gedanken des Gladbachtals ab.

Selbstverständlich stehen wir kurzfristig zu Abstimmungsgesprächen zur Verfügung. Sinnvoller ist jedoch unseres Erachtens eine Erörterung im Masterplan-Beirat der sich kurzfristig konstituiert. Der erste Arbeitstermin des Masterplanbeirats findet vermutlich am 19.Februar statt. Wir bitten Sie daher, uns zur Vorbereitung über den aktuellen Planungsstand zu informieren.

Ende des Zitates.

2 Kommentare zu "Wer spielt falsch beim Projekt “Roermonder-Höfe“ ?"

  1. EinBeCKrather | 27. Januar 2014 um 20:46 |

    Nachsatz:
    Spart man sich so nicht die Peinlichkeit, von Investoren auf die Möglichkeit von Schadenersatzklagen hingewiesen zu werden?
    Wollen Investoren nicht – wie es das Wort schon sagt – investieren? MIt dem Ziel Gewinne zu erzielen? Also erstellen sie eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Überwiegen die Kosten, werden die Aktivitäten schnell gegen Null gefahren. Wird der Investor folglich nicht alles daran setzen, seinen Nutzen in den Vordergrund zustellen?

  2. EinBeCKrather | 27. Januar 2014 um 20:26 |

    Drücken wir es einmal etwas spitz aus:

    Ist es nicht immer so?
    Es wird diskutiert, zugestimmt, irgendwann widerufen, modifiziert… u.s.w.
    Irgendwann will keiner nichts gesagt haben und alle haben selbstverständlich ihre Meinung hinreichend kundgetan. Nur erinnern mag man sich lieber nicht. Oder hat es natürlich anders gemeint. Alles nur ein Mißverständnis…

    Bevor ich mich jetzt auf juristisches Glatteis begebe: Ich stelle hier nur Fragen! Fragen, die sicherlich mehr Bürger interessieren. Mir fehlen „nur“ die Antworten.

    Mal ehrlich:
    Wer würde privat / persönlich mit einem Vertragspartner einen Vertrag abschließen, von dem bekannt ist, dass in einem anderen Land bereits Ermittlungen gegen ihn eingeleitet wurden? Das hat m.E. rein gar nichts mit Vorverurteilung zu tun! Schon mehr mit überzogener Risikobereitschaft.

    Sagt nicht der gesunde Menschenverstand, dass das Ergebnis zumindest abgewartet werden sollte? Dann hat der Entscheidungsträger auch gleich Gelegenheit, seine Wünsche und die Planung in Ruhe zu überdenken.
    Diese Wünsche und die entsprechende Planung können auch schriftlich fixiert werden (auch das ist nicht neu)! Dann können die Beteiligten darauf Bezug nehmen. Vielleicht stellt der Vertragspartner sogar eine Aufzeichnungsanlage zu Verfügung, so wie es die Stadtverwaltung in der Mehrzweckhalle Wickrath in Sachen Biogasanlage praktiziert hat.
    Diese Aufzeichnung könnte z.B. zum „Abhören“ auf http://www.moenchengladbach.de bereit gestellt werden. Dann spart man sich das Abtppen und könnte ungefilterte Information genießen. Ein vollkommen neues „Hörerlebnis“ für den Bürger?

    Mich wundert es, dass sich nicht mehr zu Wort melden.

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