„Wie gehabt“ und „Weiter so“ !?

„Es geht uns gut“, glaubt Frau Merkel und „noch nie gab es so viele Arbeitsplätze“, erklärt sie uns Wählern nicht nur in der  Politik-Provinz.
Mit nur leicht erhobenem Zeigefinger erwähnt unsere Bundeskanzlerin den Dieselskandal und fordert die „Unternehmenslenker“ auf, verspieltes Vertrauen wieder herzustellen.

Nach ihrem Jahresurlaub geht sie sehr milde, besser gesagt, sehr weichgespült mit den aktuellen politischen Themen um, Wahlkampf eben, Lobbyistenkult.
Freunden in den Autokonzernen tritt sie nicht auf die Füße, morgen wird sie wieder mit ihnen an einem Tisch sitzen und „regieren“.

Die Kanzlerin hält den vollzogenen Betrug für „nicht verträglich mit den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft“.
Sie kneift, nennt das Kind nicht beim Namen.

Ebenso bei den Themen Arbeit und Wohlstand. Merkel ignoriert die Fakten, die ihr bekannt sind, sie schaut weg. Sie will die Macht behalten, zu Lasten der sozial Schwachen.
Mit prekären Arbeitsverhältnissen wird sie das erklärte Ziel, unter 3% Arbeitslosigkeit, locker ereichen können, leben kann davon niemand.

Auch in der Mönchengladbacher Politik wird weggeschaut.
Dass eine weitere Gesamtschule dringend notwendig ist, weiß jeder, nur eine Partei, die Linke, fordert diese vehement. Die SPD will ihren Koalitionspartner CDU nicht vergraulen und schweigt.
Neuerdings wird selektiert, welche Medien teilhaben an den offiziellen Informationen der Verwaltung.
Kritische Berichterstattung über „Bauen und Planen“ ist sicher manchmal unangenehm für unseren Baudezernenten Herrn Dr. Bonin.
Ergo werden nur genehme Schreiberlinge zur persönlichen „Sommertour“ eingeladen. Den Planungsstand zu wichtigen Bauvorhaben erfahren ausschließlich diese.

8 Kommentare zu "„Wie gehabt“ und „Weiter so“ !?"

  1. Peter Josef Dickers | 16. August 2017 um 11:55 |

    Der von Ihnen genannte Link und die damit verbundene Thematik, Herr van Bebber, sind mir vertraut. Dennoch bat ich Leser des von mir geschätzten Artikels von Herrn Wendler um ihre Definition.
    Ich bin kein traumatisiertes Kriegskind. Die Vergangenheit klebt nicht an meinen Händen, aber ich habe sie nicht vergessen. Ich habe bis in die Gegenwart viel mit Kindern unternommen und pflege nach wie Kontakte auch zu sog. Problem-Familien. Nachdenklich macht mich, welche selbstverständlich gewordene, rechtlich z. T. abgesicherte Erwartungshaltung (Rechtsanspruch auf Kindergartenplatz usw.) in unserer Gesellschaft Platz greift.

    Eigenverantwortung scheint für viele Mitbürger zweitrangig zu sein. Was ihnen zusteht, setzen sie durch; es gibt ja genug Anwälte, die ihre Rechte einklagen. Ähnlich verläuft es bei den Einsprüchen gegen eine verordnete Abschiebung. Tausende solcher Einsprüche blockieren unsere Gerichte. Die Anwälte zahlt natürlich die Gesellschaft.

    Diese Haltung überträgt sich auch auf die junge Generation. Mehr Demut, Selbstbescheidenheit und persönliche Einsicht würden allen guttun. Das gegenwärtige Wahlkampf-Getöse ist gottlob in Kürze vorbei.

  2. Peter Josef Dickers | 16. August 2017 um 10:33 |

    Kann mir jemand den Begriff „Kinderarmut“ definieren? Ich stamme aus einem anderen Jahrhundert, in dem Kinderarmut auch mein persönliches Schicksal war.

    • Claus van Bebber | 16. August 2017 um 11:06 |

      Sehr geehrter Herr Dickers,
      jeder Mensch, der seine Kriegserlebnisse natürlich nicht vergessen kann, hat mein aufrichtiges Mitgefühl für das, was er hat durchleiden müssen. Und wenn ich das richtig deute, sind Sie ein Kind dieses dunklen Kapitels unserer Geschichte. Trotzdem möchte ich Ihnen eine Adresse ans Herz legen :
      http://www.kinder-armut.de Ansonsten wünsche ich Ihnen einen guten Tag.

  3. Geli Kristian | 14. August 2017 um 11:40 |

    Wenn eine Regierungschefin wachsende Kinder.-und Altersarmut negiert, indem sie darüber nicht nur nicht spricht, sondern sagt, uns ginge es gut, Betrug in großem Stil mit: Du, du ahndet, dann ist das für mich durchaus frech-unverschämt, unaufrichtig und alle Betroffenen verhöhnend.

  4. .. ich kann dem nur zustimmen, Harald, es ist ein super Statement der derzeitigen Lage… gratuliere zu diesem Artikel

  5. Rainer Missy | 13. August 2017 um 19:07 |

    Der Artikel spricht mir aus der Seele, obwohl das ignorieren von SPD Pressemeldungen nicht ganz in Ordnung ist, denn die SPD schreibt, dass sie den Bedarfsplan der Verwaltung was Schulen anbelangt abwarten will, um sich zu positionieren.
    Was den Kommentar von Claus van Bebber angeht kann ich nur in Gänze zustimmen. Die CDU und damit die Vorsitzende Frau Dr. Merkel sehen nicht die Realität in Deutschland. Altersarmut ist da und wird kontinuierlich zunehmen, wegen der präkeren Arbeitsverhältnisse, die von der CDU durch ihre Untätigkeit in den letzten Jahren noch forciert wurde. Auch leugnet die CDU, dass sich in der Rentenpolitik etwas ändern muss und es nicht bei der bis 2030 beschlossenenen Politik in Sachen Rente bleiben darf. Aber leider sind die Wähler in Deutschland scheinbar zufrieden, sonst könnten Wahlen nicht so ausgehen wie es den Umfragen zufolge kommen wird.

  6. Claus van Bebber | 13. August 2017 um 13:23 |

    Wenn morgens die Zeitung ausgetragen ist, acht Stunden an der Supermarktkasse erledigt, zwei Putzstellen versorgt sind, dann Frau Doktor Merkel geht es uns gut. Wenn die Bezuschussung für die Klassenfahrt von Sohn oder Tochter genehmigt ist, dann, Frau Doktor Merkel, geht es uns gut. Wenn die Kinder bis zum Nachmittag in der Schule oder einer sonstigen „Verwahranstalt“ sind und sich am Abend zu Hause mit den Eltern treffen, die beide arbeiten müssen, damit es für die Miete reicht, dann, Frau Doktor Merkel, geht es uns gut. Wenn trotz allem die Autoindustrie siegt, weil sie, dank großzügig gewährter Prämie immer noch der Gewinner bleibt, wenn auch Betrüger, dann, Frau Doktor Merkel, geht es uns gut. Wenn wir erleben, fast gemütlich von der Couch aus, Menschen beim Ertrinken zuschauen dürfen und ein ausländisches Staatsoberhaupt uns mit allem belegen darf, wonach ihm gerade ist, weil Sie einen super „vom Hals halte Deal“ mit ihm haben, dann, Frau Doktor Merkel, geht es uns gut.
    Wenn vor der eigenen Tür fast tausend Kinder nicht die gewünschte Schulform besuchen dürfen, weil Gesamtschule nicht gewünscht ist und damit schon die Klientelpolitik beginnt, dann geht es uns gut.
    Wenn der wirkliche Regent der Stadt nur das offizielle Parteiblatt zu einer Tour einlädt und damit schon einmal mit „trumpeln“ beginnt, dann geht es uns gut. Presse zu selektieren, hat einen ganz schlechten Geschmack bekommen.
    Sagt ein Chefpressesprecher nichts dazu? Will, kann, darf er nicht?
    Uns geht es gut!

  7. Dietrich Kunde | 13. August 2017 um 13:22 |

    Harald , Du schreibst mir aus der Seele und keiner sieht was da stillschweigend angerichtet wird!

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