Wunschkonzert für die Hindenburgstraße

Wie viele Argumente benötigen wir denn noch, bevor es eine Entscheidung für oder gegen den Busverkehr  auf der Einkaufsmeile geben kann.

Alle Beteiligten, alle Betroffenen wollen für sich selbst alles, denken nicht daran, dass auch andere Interessen betroffen sind.
Für wen gibt es den Busverkehr und wer profitiert davon?
Er soll einerseits den Menschen den Besuch der Geschäfte ermöglichen, ihnen ermöglichen ihre Einkäufe zu erledigen. Andererseits sind die Geschäftsleute durch den Kundenbesuch in der Lage, ihr „Geschäft“ zu machen. Eine win-win-Situation also?
Nicht ganz, es gibt weitere Interessen. Da gibt es die NEW als Betreiber der Busse im Auftrag der Stadt, der Bürger also.
Da gibt es auch das Citymanagement und die IHK als Lobbyisten der Einzelhändler.

Auch die politischen Parteien haben eigene Interessen, die FDP plädiert z.B. vehement für die Rückkehr zur alten, zur Bergauf und Bergab-Version.
Andere trauen sich mit ihrer Meinung nicht um die Ecke, nehmen angeblich Rücksicht auf diesen oder jenen.
Wenigstens der Mönchengladbacher Dezernent für Planen und Bauen, keine Sorge wir sind nicht befreundet, sagt freiheraus, dass er den Busverkehr komplett aus der Einkaufsstraße verbannen möchte. Aus städtebaulichen Aspekten.

Die Ansichten der Behindertenverbände sind klar, sie sehen ebenfalls nur sich selbst.
Werden von denen unterstützt, die das gleiche Ziel aus anderen Gründen erreichen wollen.
Welche Argumente gibt es?
Da ist die Rede von der Erreichbarkeit der Geschäfte, auch wenn die Entfernungen fast identisch sind bei allen Varianten.
Da werden m. E. „die vielen Menschen mit Krücken oder Rollstühlen“ vorgeschoben, gleichzeitig wird beklagt, dass diese und alle anderen Verbraucher viel und in steigendem Maße über das Internet einkaufen.
Der Busbetreiber beklagt die nachlassenden Fahrgastzahlen und untersucht nicht die Gründe, argumentiert einsilbig mit dem Wechsel der Bergab-Route.
Gutachten hin oder her, die politische Entscheidung sollte baldigst kommen.
Meine Wunschentscheidung lautet: kein Busverkehr auf der Hindenburgstraße.
Sie ist und bleibt die Einkaufsstraße, auf der die Bürger zukünftig ohne Straßenverkehr ihre Einkäufe tätigen können, so wie in Einkaufstraßen der umliegenden Städte auch. Dort funktioniert so etwas.

2 Kommentare zu "Wunschkonzert für die Hindenburgstraße"

  1. Benno Dedel | 29. Januar 2018 um 09:44 |

    Was lernt der Bürger auch an diesem Beispiel einmal mehr:
    Die da oben machen eh was sie wollen.

    Übrigens an die wirklich berechtigten Behinderten sollten wir das Angebot machen:
    fahrt mit einer Taxe.
    Das ist allemal günstiger als die teuren Busse über die Straße zu schicken.

  2. Vielen Dank für diesen „Standpunkt“, egal ob er mir in der Quintessenz gefällt oder nur in Teilen oder gar nicht. Das wichtige ist für mich – als einer dieser „politischen Entscheider“ – dieser:

    „Wenigstens der Mönchengladbacher Dezernent für Planen und Bauen, keine Sorge wir sind nicht befreundet, sagt freiheraus, dass er den Busverkehr komplett aus der Einkaufsstraße verbannen möchte.“

    Die derzeitige Verwaltungsvorlage spricht das auch als kurzfristiges Ziel an, in der Form, dass sich noch etwas ändern könnte. ABER die derzeitige Vorlage macht de facto nicht diesen konsequenten Schritt. Egal wer ihn gut oder schlecht findet, die jetzige Vorlage erklärt nur den Groko-Probebetrieb zum dauerhaften Standart mit der Option es dann doch noch mal zu ändern.

    DAS entspricht eben weder der Position dieses „Standpunkt“, noch einer anderen klaren Position. Erstmal werden 1,1 Mio (500t plus 600t Euro laut Vorlage) ausgegeben um Zeit zu gewinnen.

    Das halte ich für nicht vermittelbar!
    Wer den „Testbetrieb“ verlängern will soll das tun. Wer Fakten schaffen will soll das beantragen. Aber so ein teures „Spiel auf Zeit“ halte ich nicht für akzeptabel :(

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