Eigene Stadtquartiere für Menschen mit Demenz?

Barbara SteffensDie nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hat sich für eine bessere Integration von Demenzkranken ausgesprochen.
Die Betroffenen sollten auch bei erhöhtem Unterstützungsbedarf so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben können, sagte Steffens am Donnerstag, 26. September, bei einer Tagung für Pflegeverbände und Sozialpolitiker in Berlin.
Bei der von den Gesundheitsministerien von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ausgerichteten Tagung ging es um eigene Stadtquartiere für Menschen mit Demenz. Dabei wurde diskutiert, ob solche Viertel Modelle für die Zukunft der Altenpflege sind oder ob sie demente Menschen von gesellschaftlicher Teilhabe ausschließen.

 

Dabei wurden zwei Projekte vorgestellt, die Siedlungen nach dem Vorbild des niederländischen Demenzdorfes „De Hogeweyk“ errichten wollen. Dort leben Menschen mit Demenz in einem Dorf, das sie nicht allein verlassen dürfen, aber in dem sie sich frei bewegen können. Im dem Dorf südlich von Amsterdam gibt es neben Wohnhäusern auch Läden, ein Theater und eine Arztpraxis. Ähnliche Siedlungen sind im rheinland-pfälzischen Alzey und in Hilden bei Düsseldorf in Planung.

„Es kann und muss hinterfragt werden, ob das Prinzip eines Quartiers für Menschen mit Demenz nach dem Vorbild De Hogeweyk ein zukunftsweisendes Modell ist“, sagte der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Alexander Schweitzer (SPD). Kritiker monieren, solche Siedlungen seien kein Beitrag zur Inklusion von Menschen mit Demenz. Sie würden vielmehr eine Scheinwelt suggerieren. (Quelle:epd)

2 Kommentare zu "Eigene Stadtquartiere für Menschen mit Demenz?"

  1. Martina Lenzen | 11. August 2014 um 23:19 | Antworten

    Demenzdörfer sind genau wie Demenzstationen ein schutzloser, kein geschützter Raum. Da, wo niemand für such sprechen kann, kann es in Deutschland schlimm werden.
    Das demenzgeschulte Personal?
    Wer hat je daran gedacht, Menschen zu schulen? Erziehen wir Schüler zur Empathie und Achtsamkeit, Achtsamkeit, in der es nicht nur um sich selbst geht und seine Bedürfnisse? Wohl kaum.

    Freundliche Grüße
    M- Lenzen

  2. Ob inkludiert, ganz nach dem neuesten Trend, oder irgendwo in einer Einrichtung, jeder der mit der traurigen Materie fachlich vertraut ist weiß, dass der demente Mensch ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr in irgendeiner Form zu integrieren ist. Was dann ‚dran ist, ist allein liebevolle und qualifizierte Zuwendung. Und wo der Betroffene die erfährt, ist ab dem Moment für ihn nicht mehr wirklich das Wichtigste. Fakt ist, dass wir für jede Form der Versorgung Geld in die Hand nehmen müssen. Für mich persönlich ist nicht so sehr das Wo sondern das Wie am Wichtigsten. Eine gute Zukunft zu planen ist in Ordnung. Hoffentlich werden darüber nicht die aktuellen Zustände vergessen. Mag sein, dass das hier jetzt am Thema vorbei erscheint, aber wenn ich ‚mal erzähle, dass alles was eine alte Dame noch kann, wenn sie in ihrem Rollstuhl den ganzen Tag in einem Speisesaal sitzt, mit ihrem Ring oder einem Teelöffel gegen ihre Tasse oder ihr Glas zu schlagen ist, damit jemand kommt, weil sie etwas möchte und sich nicht verbal verständigen kann, und das Pflegepersonal nichts Besseres weiß, als auch den anwesenden Auszubildenden zu erklären:“ Das macht die immer. Die muss jetzt erst’mal warten, damit die kapiert, dass hier keiner nur für sie Gewehr bei Fuß steht.“
    Verstanden??!! Begriffen warum wichtiger wie als wo? Und das ist nur eine Geschichte, die das Leben TÄGLICH MEHRMALS schreibt.
    Das musste einfach ‚ mal gesagt werden! Und weder MDK noch Heimaufsicht bekommen eine solche Performance zu sehen…

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